Witzichkeyt

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„Witzischkeyt kennt keine Grenzen,
Witzischkeyt kennt kein Pardon...“

~ Kölner Jecke im Schunkelsuff über Witzichkeyt

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht...
oder zumindest nicht die Flimmerkiste aus dem Fenster wirft“

~ anonymer Programmdirektor eines Privatsenders über Witzichkeyt vs Humor

„Witzichkeyt im Übermaß ist des Menschen größter Schatz“

~ Rowina Ravenclaw über Witzichkeyt

Witzichkeyt bezeichnet, im Gegensatz zum Humor, den verordneten krampfhaften Frohsinn im Karneval und bei sog. Comedysendungen im Deutschen Fernsehen, bei der auf Kommando gelacht werden muss, auch wenn's weh tut. Aber mit genügend Alkohol und Koks ist das schon zu bewerkstelligen. Leider hat zu häufiger Konsum eine Degeneration des Gesunden Humorgens zur Folge.

[Bearbeiten] Herkunft des Wortes

Das Wort Witzichkeyt ist aus dem Versuch eines Franzosen entstanden, das deutsche Wort Witzigkeit auszusprechen, was mit starkem französischem Akzent zu Wizischkaiit (oder so ähnlich) verkam. Die französische Aussprache erfuhr dann eine weitere Deformation im rheinischen Dialekt, da die Bewohner des Rheinlandes das Wort, das eigentlich der Cousine ihrer eigenen Muttersprache entstammte, in der französischen Version nicht als solches wiedererkannten. Die seltsame Schreibweise mit y statt mit i beruht lediglich auf der Tatsache, dass bei Aufkommen der Witzichkeyt die deutsche Orthographie noch nicht so weit vereinheitlicht war wie zu heutigen Zeiten.

[Bearbeiten] Entstehung

Eingeführt wurde die Witzichkeyt erstmals in Köln unter der Besatzung durch die Truppen Napoleons im Jahre 1794. Da die Bewohner von dann an nichts mehr zu lachen hatten, ihren neuen französischen Herren aus Imagegründen aber viel an fröhlichen Untertanen gelegen war, wurde für die Zeit vom 11.11. bis zum letzten Dienstag vor dem ersten Mittwoch der Fastenzeit per Dekret eine Zeit ausgelassener Heiterkeit festgelegt. Die Bürger waren zu Heiterkeit und Gelächter verpflichtet und sollte es auch das Leben kosten. Zuwiderhandlungen wurden mit dem Tode bestraft. Was tatsächlich auch vielen Kölnern in der Einführungsphase wiederfuhr, denn trotz des Anblicks vieler lustig im Winde schaukelnder Gehenkter wollte keine rechte Freude unter der Stadtbevölkerung aufkommen. Auch nicht, als die Besatzungsmacht deren Schädel aushöhlen und mit bunten Lichtern ausleuchten ließ.
Um des Problems Herr zu werden beauftragte die Stadtregierung den jungen aufstrebenden Psychologen Donatien-Alphonse-François Marquis de Sade, eine Möglichkeit zu finden, den dauerdepressiven Kölnern die erwünschte Heiterkeit aufzudrängen, ohne dass die es merkten und entsprechend fröhlich waren um potentielle neue Untertanen dazu zu bewegen, sich ohne Widerstand unter die wohlwollende französische Oberhoheit zu begeben. De Sades Programm sah folgende Eckpunkte vor:

  • Zunächst mal viel Alkohol um den bevorstehenden Änderungen weniger verschlossen gegenüberzustehen.
  • Lustige Kostüme, die für gute Stimmung sorgen sollten.
  • Leichtbekleidete junge Mädchen, die sich vor Publikum gekonnt verrenkten.
  • Noch viel mehr Alkohol, um gar nicht mitzukriegen, wie dämlich man in seinem eigenem Kostüm aussieht.
  • Komödiantische Auftritte und Gesangsdarbietungen, kombiniert mit Straßenumzügen, in denen die besten Kostüme ausgestellt wurden.
  • Noch mehr Alkohol, um den vorangehenden Punkt auch lustig finden zu können.

Hinzu kamen noch die üblichen Aspekte übermäßigen Alkoholkonsums, der ja an sich schon für Freude sorgt (zumindest bei den Leuten, die zusehen, wie drei Betrunkene gemeinsam versuchen, eine Straße zu überqueren).

Der Effekt war überwältigend, die Kölschen waren fortan „die lustigsten Vögel Europas.“ Und da sich an die französische Besatzung sogleich die preußische Besatzung Kölns anschloss, behielten die Kölner ihre akoholinduzierte Fröhlichkeit auch gleich bei. Eine andere Wahl hatten sie auch nicht, denn im nüchternen Zusatnd waren die meisten Bewohner der Stadt ob ihres Tremors nicht mal mehr in der Lage, die Haustür zu öffnen.

[Bearbeiten] Die Witzichkeyt im 20.Jahrhundert

Die flächendeckende Verbreitung der Witzichkeyt ereignete sich in Deutschland dann mit der zunehmenden Verbreitung des Fernsehens. Da die deutsche Bevölkerung ihren Humor mittlerweile weitgehend eingebüßt hatte (die historischen Gründe dürften hinlänglich bekannt sein). An dieser Stelle erging der Auftrag an die Medien, für die Verbesserung der Stimmung in der Bevölkerung zu sorgen. Zunächst wurden über die (damals noch ausschließlich öffentlich - rechtlichen) Schaufunkanstalten Direktaufzeichnungen des Karnevals, der sich inzwischen über das ganze Rheinland und in Folge der französischen Besatzung nach dem zweiten Weltkrieg und der französischen Ignoranz deutscher Geographie den Rhein hinauf durch Rheinland-Pfalz bis nach Mainz verbreitet hatte ausgestrahlt. Da die Auswahl an Fernsehsendern zu dieser Zeit noch nicht so reichhaltig war, wurden diese Sendungen vom Verbraucher auch gerne angenommen.

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Das Volk konnte wieder lachen (das westdeutsche Volk wohlgemerkt, das ostdeutsche Volk amüsierte sich indessen über andere Dinge, der Effekt war indes der gleiche, aber die Konsequenz war verheerend: Die Witzichkeyt führte zu einer zunehmenden Degeneration des Humorgens ihrer Konsumenten. Zusätzlich setzte im Laufe der Zeit eine gewisse Abstumpfung gegenüber dem Karneval im Fernsehen ein. Ergo mussten immer gnadenlos witzichere Formate das Abendprogramm füllen. Mit der Geburt des Privatfernsehens und der zunehmenden Programmvielfalt gelangte eine neue Generation von Witzichkeytsbolzen an die Oberfläche des unergründlichen Ozeans der Fernsehunterhaltung. Ab hier hieß das Motto „Lachen ums Verrecken!“ bzw. „Lachen macht frei!“.

[Bearbeiten] Das Verhältnis von Humor und Witzichkeyt

Das Verhältnis von Humor und Witzichkeyt lässt sich formular wie folgt ausdrücken:

Diese Formel lässt sich leider nicht auf alle TV-Formate mit krampfhaft humorigen Hintergrund anwenden. Z.B. sind amerikanische Sitcoms für Amerikaner durchaus humorvoll und die in ihnen auftretenden Pseudopromis sind in Deutschland völlig unbekannt.


 \Omega = I + \frac {p^2+w} {H +d^g}

Was bedeutet die Witzichkeyt errechnet sich aus dem der Summe des Individualfaktors I addiert mit dem Quotienten aus dem Dividenden der Summe aus der Addition des Quadrates eingesetzter Pseudoprominenter (p) und der Summe aus eventuell vorhandenem Humor (H) und der gefühlten Dauer (d) potenziert mit der Dichte unlustiger Gags pro Minute (g)als Divisor. Der Parameter Humor kann minimal den Wert 0 annehmen, das Maximum liegt 10. Er ist den gängigen Tabellenwerken zu entnehmen. Die Variablen p und w müssen größer oder gleich 0 sein. Der Individualfaktor ist ein Grundwert, der frei wählbar irgendwo zwischen 0 und 100 liegen kann. Um I einigermaßen exakt festlegen zu können ist ein weitgehend intaktes Humorgen erforderlich. Das bedeutet im Endergebnis je größer der (echte) Humor desto geringer die Witzichkeyt.
Beispiel: Ein steinalter betrunkener Butler hat einen Individualfaktor von 0,25, während ein kleiner, dicker, als lila Fledermaus verkleideter Gelegenheitsmoderator einen Individualfaktor von 81,5 hat. Als tumben Textsalat plappernder Moderationspartner einer dürren kurzhaarigen Expilotin erhöht sich der Individualfaktor des selben kleinen, dicken usw. sogar auf 96,3. [1]

[Bearbeiten] Die Zunahme von Witzichkeyt im TV

Folgende Grafik zeigt die stetige Zunahme von Witzichkeyt in den Fernsehprogrammen:
Witzichkeyt.png

Zu sehen ist der drastische Anstieg von Witzigkeyt im deutschen Fernsehen. Eine erste markante Steigerung ist in den 1960ern auszumachen, als das Fernsehen flächendeckende Verbreitung erfuhr. Die zweite signifikante Steigung ist mit der Einführung des Privatfernsehens zwischen 1980 und 1990 auszumachen. Durch die zunehmende Degeneration des Humors durch Witzichkeyt nährt sich die Witzichkeyt immer mehr selbst und steigt dementsprechend rapide an. Um den entsetzlichen Wirkungen der Witichkeyt keinen Vorschub zu leisten und die letzten Inhaber eines gesunden, echten Humors nicht in den Alkohol und/oder Drogenmißbrauch zu treiben, wird an dieser Stelle darauf verzichtet, besonders witziche TV-Formate aufzuzählen.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. nach Freddy Finton; Mathematik des Humors, S 119ff

[Bearbeiten] Literatur

  • Erhardt, H.: Wenn ich einmal traurig bin... Kritische Betrachtungen zu Humor und Witzichkeyt. Korntrink, ISBN 2-5576-7806-4
  • Millowitsch, W. und Ostermann, W.: Witzichkeyt kennt keine Grenzen. Kölner Stadtverlag, ISBN 6-6214-7011-3
  • Lindner, C.: Der Avatar – Witzichkeyt als Marketinginstrument. Stella Verlag Waltraud Astor & Cie., ISBN 1-7726-2463-7

[Bearbeiten] Siehe auch

Spezialprojekte
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