Universität Unna

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Der preußische Stararchitekt Ferdinand von Quast (1807-1877) verlieh in seinem letzten großen Werk der Universität zu Unna das abgöttliche Bild antiker Sachlichkeit gepaart mit albanischem Neoklassizismus.

Die Universität Unna war eine Hochschule, die für einen kurzen Zeitraum zwischen 1877 und 1890 bestand.


[Bearbeiten] Vorgeschichte

Nach der erstmaligen urkundlichen Erwähnung von Unna im Jahre 1032 ("(...)unt zogen forbey an disem häszlichen ort alsbalt zie dort iren unrath abgeladen hatten und sprachen dasz diser ort vürderhin Unna genannt seyn sullt") dauerte es mehrere Jahrhunderte, dutzende Kriege, fünfmalige Großbrände mit anschließendem liebevollen Wiederaufbau und einen Asteroideneinschlag, bis in der nächstgelegenen Hauptstadt ein örtlicher Herrscher überhaupt von Unna Notiz nahm. Es lag an Theowin dem Dubiosen, der auf sanften Druck seiner Ehefrau (Androhung von Sexstreik und schlechtem Essen) widerstrebend Unna im Jahr 1677 zu seinem bescheidenen Herrschaftsbereich hinzufügte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Unna, abgeschieden gelegen in einem malerischen Funkloch, als vollkommen isoliert zu gelten. Das Verlassen und Betreten des Dorfes wurde durch einen umgestürzten Baum auf der Hauptstraße verunmöglicht. Ein hartnäckiger Aberglaube der Dorfbevölkerung hinderte die Eingeborenen zudem daran, den Baum beiseite zu räumen, zu umgehen oder zu überklettern. Die ersten Abgesandten Theowins waren mehrere Jahre damit beschäftigt, den Unnaern den damaligen Wissensstand nahezubringen. Insbesondere die Akzeptanz der Schwerkraft war gering ausgeprägt, noch bis weit in das 20. Jahrhundert weigerten sich vereinzelte Unnaer, sich dieser zu unterwerfen.

[Bearbeiten] Erste Hochschule 1769

Im Jahre 1769 fühlte sich der damalige Fürstbischof Erwin Fleig berufen, sein bis dato eher schlechtes Bild in der Öffentlichkeit - verursacht hauptsächlich durch entstellende Akne und einen irritierenden Sprachfehler, der sich allerdings bei gerichtsmedizinischen Untersuchungen seines einbalsamierten Leichnams 1980 als schwerer Schlaganfall herausstellte - aufzupolieren. Hierzu schien ihm die Gründung einer Hochschule nach dem Vorbild der Universität Altdorf, von welcher er mal irgendwo gehört hatte, am geeignetsten. Der eitle Geistliche mit Hang zu bunten Halstüchern stellte hierzu aus seinem eigenen Besitz eine alte Gerberei zur Verfügung. Die Räumlichkeiten wurden komplettiert durch die zur Gerberei gehörenden ehemaligen Unterkünfte der Arbeiter und einen Schweinestall. Die neue Hochschule, die unter dem Namen Collegium Ervinium firmierte, verfügte über drei Fakultäten: Theologie, Sportwissenschaften und Theaterpädagogik. Zur Besetzung der Lehrstühle wurden Headhunter in alle Himmelsrichtungen entsandt, es konnte jedoch lediglich der irrlichternde Sektierer Paul Gnad gewonnen werden, welcher im Raum Potsdam Gefahr gelaufen war, letztes Opfer auf dem Scheiterhaufen in Mitteleuropa zu werden. Gnad hing der Lehre des Irresponsibilismus an, eine Sonderform des Satanismus, die heute nicht mehr im Detail verstanden wird. Aufgrunddessen wurde die Universität Unna zeitweilig zum europäischen Zentrum des Irresponsibilismus und als solches im Jahr 1770 von päpstlichen Truppen gewaltsam aufgelöst. Paul Gnad starb durch einen Armbrusttreffer, Unna selbst wurde dem Erdboden gleichgemacht und bis 1850 vom Bistum Essen als Strafkolonie für Ministranten genutzt, die beim Onanieren erwischt worden waren.

[Bearbeiten] Interludium

Von 1770 bis 1877 passierte nicht viel in Unna. Einmal kam ein wandernder Hufschmied vorbei, der Napoleon ähnlich gesehen haben soll. Ein andermal führte das Erscheinen des Halleyschen Komets im Jahr 1844 zu mittelmäßigem Erstaunen und halbherzigen Begeisterungsstürmen, für Weltuntergangsszenarien waren die Unnaer längst zu abgebrüht. Der letzte Wolf wurde in Unna 1861 erschossen und sein Fell zu einem Kaminvorleger für das erste Hotel am Platz, das "Hilton Unna" verarbeitet.

[Bearbeiten] Gründung der Universität Unna 1877

Mit Dekret von Kaiser Wilhelm I. wurde die Gründung der Universität Unna am 3.3.1877 beschlossen. Die Gründe hierfür sind unklar, da Unna zum damaligen Zeitpunkt nach wie vor ungünstig gelegen war, keine geeigneten Räumlichkeiten aufwies, eine hohe Sterblichkeitsrate aufwies (Pestepidemien hatten die Bevölkerungszahl konstant bei 5000 gehalten), bettelarm war und die Einwohner Unnas auch nach damaligen Maßstäben als bildungsfern zu gelten hatten. Es wird kolportiert, Wilhelm habe sich von seinem älteren Bruder reizen lassen, der mit dem Kaiser gewettet haben soll, er würde sich nicht trauen, in Unna eine Universität zu gründen. Unna war selbst in Berlin sprichwörtlich für "abgeschiedene Gegend" bzw. "Arsch der Welt", was sich auch in Sprichwörtern wie "geh doch gleich nach Unna" oder "hier ist ja ne Stimmung wie in Unna" widerspiegelte. Dies jedoch änderte sich nun, denn im eigens zu diesem Zweck errichteten "Palais Bierschwemme" (benannt nach dem Etablissement, das zuvor an dieser Stelle gestanden hatte) zog die neue "Wilhelm´s Erwin´s Universität" ein. Zu Beginn gab es Fakultäten der Theologie, Jura, Medizin, Philosophie, Vergleichenden Albanologie und Theaterpädagogik (in der langen Tradition dieses Fachs in Unna). Später kam noch ein Lehrstuhl für Flaschenraketentechnik und ein solcher für Modedesign hinzu. Namhafte Hochschullehrer wie Karl Schmidt, Carl Schmitt, Peter Schmid und Herbert Carl machten Unna zu alles anderem als einer Hochburg der Forschung, in winzigen spezialisierten Nischen jedoch hatte die "Alma Erwinia" einen gewissen Ruf. Die Untersuchung mehrstimmiger albanischer Kehlkopf-Krächz-Rhapsodien aus dem Grkütkrtl-Tal wurde zu weiten Teilen durch die Unnaer Koryphäe Peter Karl geleistet.

[Bearbeiten] Stadt und Universität

Von Beginn an hatten Universität und Studenten einen schweren Stand in Unna. Schon für die Einheimischen stand kaum Wohnraum zur Verfügung, sodass per kaiserlichem Beschluss jede Familie zwei Studenten in ihrer Wohnung zu beherbergen hatte. Die Studenten wiederum, die zum Teil aus weit entfernten Teilen des Landes nach Unna verschickt worden waren - hauptsächlich wegen miserabler Noten und zu spät eingereichter Bewerbungen - zeigten sich überwiegend unsensibel für die Gepflogenheiten der Unnaer. Kontakt zwischen beiden Gruppierungen war selten, es sei denn im Rahmen von Schlägereien. Wie überall im Lande bildeten sich auch in Unna Studentenverbindungen, als erstes das Corps Stultitia und die Burschenschaft Faecalia. Permanente Kontrahagen und Ehrenmensuren mit scharfen Waffen forderten einen kontinuierlichen Blutzoll, insbesondere die Fäkalen waren leicht reizbar und schon ein versehentlicher Rempler in der U-Bahn konnte zu Satisfaktionsforderungen führen. Grölende, sich übergebende, farbentragende Studentenschaft auf der einen Seite und stiernackiges, schwielenhändiges Bauernvolk auf der anderen belauerten sich unentwegt und an ein friedliches Miteinander war nicht zu denken, bis endlich 1886 das Studentenwohnheim am Marktplatz fertiggestellt wurde. Während andere Städte von ihren Universitäten finanziell und in Bezug auf ihr Ansehen stets profitierten, schämte man sich in Unna während der gesamten Zeit der Wilhelm´s Erwin´s Universität für seine Hochschule. Die vom kaiserlichen Ortsschild-Amt aufgestellten Stadtschilder "Universitätsstadt Unna" wurden so häufig demoliert, dass sie schließlich nicht mehr ersetzt wurden, wodurch Unna bis heute überhaupt keine Ortsschilder mehr besitzt - eine späte Retourkutsche, an der auch die aktuelle Bundesregierung festhält. Eine besondere Stellung in Unna besaß trotz aller Vorbehalte die Universitätsklinik, hatte Unna doch bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt kein Krankenhaus besessen. Zum Unglück der Patienten hatte man sich in Unna voll und ganz der therapeutischen Hyperthermie verschrieben. Der Einsatz von Brenneisen, kochenden Vollbädern und "heißen Ohren" war an der Tagesordnung, aufkommende Hygienebestrebungen wurden souverän ignoriert. Der Prodekan Dr. Karl Carl äußerte noch 1879 seine Vermutung, Hygiene würde sich ohnehin "nie durchsetzen". Er starb wenige Wochen danach bei einem Wohnungsbrand, was zwar in keinerlei Zusammenhang zu seiner Ablehnung von Hygiene stand, jedoch der Vollständigkeit halber erwähnt werden sollte.

[Bearbeiten] Höhepunkte am Wissenschaftsstandort Unna

  • Untersuchung der Wirkung von Pferdetritten in den Unterleib von Fröschen, Dissertation der Medizinischen Fakultät 1880
  • Vergleichende Untersuchungen zu anlautenden Schwundstufen der laryngalen Dentolabiopalatofrikative des ablautenden Fugen-s im sekundären Infinitivstamm von -rxrchtl im Nordalbanischen, Dissertation und Enver-Hodscha-Silbermedaille
  • Albanische Unterhosenmode im Wandel der Jahrhunderte - von vernähten Hammelhoden bis zu Spandex, Habilitation am Lehrstuhl für Modedesign
  • Metaanalyse der Teppichbodenmuster in den Sekretariaten aller Lehrstühle für Albanologie im deutschsprachigen Raum, Habilitation 1878
  • Gewinn des Sonderpreises "Goldene Silberlorbeer" für den Fachbereich Flaschenraketentechnik 1889 für bahnbrechenden architektonischen Mut bei der Gestaltung des Hörsaales (man hatte hier den ersten fensterlosen Hörsaal Europas kreiert)

[Bearbeiten] Plötzliches Ende

Im Jahr 1890 kam das schnelle und unerwartete Ende für die Wilhelm´s Erwin´s Universität. Bei der Erstellung des Haushaltsplanes war im preußischen Finanzministerium aufgefallen, dass irgendwo gespart werden muss. Da man die Universität Unna zwar als Hochburg der Albanologie durchaus wertschätzte, gleichwohl jedoch zu dem nicht ganz abwegigen Schluss kam, dass die Universität im übrigen in der Hochschullandschaft des Deutschen Reichs einen marginalen Stellenwert hatte, wurde die Alma Erwinia kurzerhand wegrationalisiert. Hochschullehrern, Angestellten und Studenten wurde mit Rundschreiben vom 23.7.1890 mitgeteilt, dass zum nächsten Monatsersten die Universität aufgelöst sei. Bereits einen Tag später hatte man das Palais Bierschwemme routiniert leerkartätscht, das Studentenwohnheim wurde zur Kaserne umfunktioniert. 1200 Studenten standen über Nacht ohne Wohnung, Studienplatz, Studienabschluss, Geld und Perspektive da. Aus diesem Haufen Verzweifelter rekrutierte sich später eine nicht unerhebliche Zahl von Lustmördern, Zuhältern, Rechtsanwälten und sonstigen Straftätern. In Unna selbst wurde vernehmlich aufgeatmet, das ehemalige Corpshaus der Stultiten wurde in ein Universitäts-Museum umgewandelt. Heute ist hier ein Nachhilfeinstitut ansässig ("Maria's Nachhilfe Stüb´chen").

[Bearbeiten] Historische Einordnung

Im endlosen Mahlstrom der Zeit mag die Universität Unna keinen großen Fußabdruck hinterlassen haben, doch gerade in jüngster Zeit entdecken die Unnaer vermehrt ihre glorreiche akademische Vergangenheit. Die bereits oben erwähnten Errungenschaften insbesondere auf dem Gebiet der Albanologie sind nicht hoch genug einzuschätzen und aktuell wie nie - Stichwort EU-Osterweiterung. Bestrebungen, die universitäre Tradition wieder aufleben zu lassen, haben dazu geführt, dass mittlerweile ernsthaft erwogen wird, von der Universität Dortmund Teile der Lehrmittelbeschaffungsverwaltung des Lehrstuhls für Raumplanung nach Unna zu verlegen. Das Ortsschild "Universitätsstadt Unna" wurde von Bürgermeister Werner Kolter bereits symbolisch aufgestellt. Vorsorglich.

Dieser Artikel ist Artikel der Woche 45/2011
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Dieser Artikel istArtikel des Monats November 2011
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