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Brüssel (Belgien), 8.1.2018:

Günther Oettinger, EU-Haushaltskommissar, will die durch den Brexit entfallenden Einnahmen der EU aus der britischen Schatzkanzlei zur Hälfte ersetzen durch von den restlichen Mitgliedsländern aufzubringende Zusatzbeiträge. Zur Schande seiner Heimat Baden-Württemberg erweist er sich damit nicht gerade als Sparfuchs, der wenigstens eine "schwarze Null" a la Schäuble anstrebt. Nein, er will den EU-Haushalt aufblähen und damit seine persönliche Macht über den fragilen Staatenbund. Da werden sich aber sicher noch einige andere Mitgliedsländer überlegen, ob fragliche EU sich für sie noch lohnt. Die UnNews-Redaktion hat nachgerechnet: Brexit = Brexit, und kein Cent mehr und keiner weniger. Die EU muss sich einen kleineren Kuchen teilen ohne die spendablen Gentlemen von der Insel. Da wir nicht annehmen, er wolle die Wahlergebnisse der AfD in die Höhe drücken, kann Oettingers Absicht nur sein, die EU zu zersetzen. Wenn die EU mehr Geld ausgeben soll, als sie von ihren Mitgliedern regulär einnimmt, ohne dass sie im Ganzen neu verhandelt wird, ist eine EU-Beitragserhöhung Sprengstoff für die Gemeinschaft. Da auch Merkel im permanenten Sondierungsmodus sich erkennbar vor den europäischen Aufgaben drückt, ist die CDU wohl nun hoffnungslos verloren als Partei der Europäischen Gemeinschaft. Und die große Vision von SPD-Chef Martin Schnulz von den "Vereinigten Staaten von Europa"? Dazu gibt es ein altbekanntes Zitat von Helmut Schmidt über Leute mit Visionen. Eine Gemeinschaft von Staaten ist eine Gemeinschaft von Staaten, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wie einst der europäische Städtebund Hanse, nur zwei Nummern größer. Wir sollten genauer drauf achten, welche Hanseln wir diese EU machen lassen.