UnNews:Interview mit dem Weihnachtsmann

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Überall (Universum), 18.12.2008:

Audio-input-microphone Unterview 
exklusiv und ungekürzt!
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UnNews führte am 18.12.2008 ein exklusives Interview mit dem Weihnachtsmann zur Lage der Nation und zur Welt im Allgemeinen:

Weihnachtsunterview

Der Weihnachtsmann wirkte bei unserem Interview etwas gestresst, gab sich aber alle Mühe, freundlich und zuvorkommend unsere Fragen zu beantworten.

UnNews: Guten Morgen Herr Weihnachtsmann, wo kommen Sie gerade her?
Weihnachtsmann: Ho ho ho ho, erst einmal bitte ich Sie, mich nicht mit Herr anzureden, ich bin seit einigen Jahren geschlechtslos, das ist der Emanzipation der Frauen geschuldet und wurde von oben angeordnet. Ich komme gerade aus Pakistan, wo wir seit einigen Monaten ein Christianisierungsprogramm durchführen, mit gemischtem Erfolg, wie ich leider anerkennen muss.
UnNews: Wo liegt das Problem?
Weihnachtsmann: Ho ho ho ho, tja, mann kann nicht einfach den Gedanken der christlichen Nächstenliebe und diesen Vergebungsquatsch in ein vom Islam und vom Hinduismus geprägtes Land importieren, da sind ja in den letzten Jahren auch andere schon dran gescheitert. Bei einem Vortrag in Islamabad wurde ich sogar mit Schuhen beworfen und das Publikum skandierte immer wieder: „Fuck you, Santa Claus“, das hat mich schon etwas aus dem Konzept gebracht.
UnNews:Welche Geschenkwünsche stehen dieses Jahr ganz oben auf Ihrer Liste?
Weihnachtsmann: Das unterschiedet sich sehr von Region zu Region. Die Chinesen wünschen sich z.B. hauptsächlich frischere Luft, mehr Gedankenfreiheit und sauberere Flüsse, während sich die Nordamerikaner mehr Liquidität und eine Beendigung des Krieges im Irak wünschen. Die Tibeter haben auch nur einen Wunsch, nämlich dass ihr Dalai Lama sein dämliches Gegrinse sein lässt und ihnen endlich die Unabhängigkeit von den chinesischen Besatzern beschert. In Deutschland liegt nach wie vor der Flachbildfernseher an erster Stelle, und die deutschen Kinder wünschen sich mehr Bildung und weniger Fettsucht. Die Kinder in Zimbabwe wünschen sich eigentlich immer das Gleiche: Weniger Cholera und mehr zu essen, wohingegen sich die Menschen in Frankreich eigentlich nur Rotwein und Käse wünschen, eine Nacht mit Carla Bruni steht bei den französischen Männern und Lesben ganz hoch im Kurs. Die Bewohner der brasilianischen Favelas wünschen sich eigentlich auch immer das Gleiche: Reineres Kokain und modernere Schusswaffen, die Kinderprostituierten in Thailand wünschen sich Freier mit Kondomen, damit sie auch das nächste Weihnachtsfest noch erleben können. Letzteres sind allerdings Wünsche, die sich meiner Kompetenz entziehen.
Die Bewohner auf dem Mars wünschen sich eine Invasion der Erde und die seltsamen Wesen auf dem Jupiter sind wunschlos glücklich, nur einige wünschen sich einen Propheten, wie mein Kollege Jesus einer war, damit mal etwas spirituelle Kultur auf diesem verwüsteten Fleck im All entstehen könnte. Einen bizarren Wunsch bekam ich von einem roten Zwerg in einem Sternennebel in der Höhe des Sirius gelegen, dort wünschten sich alle Wesen eine vierte Dimension, ein Wunsch, der mich vor ganz neue Herausforderungen stellt.
UnNews: Und, können Sie alle diese Wünsche auch erfüllen?
Weihnachtsmann: Nun ja, mir wurden die Mittel von oben gekürzt, die Finanzkrise macht auch vor dem Himmel nicht halt und wir haben ziemliche Probleme, neue Kredite bei der Universumsbank zu bekommen. Satan hatte zwar angeboten, eine Bürgschaft für uns zu übernehmen, aber das hat der Chef aus religiösen Gründen kategorisch abgelehnt. Aber ich improvisiere, wo es geht, versuche mich mit Leerverkäufen über Wasser zu halten und kann immer wieder einige materielle Wünsche in ideelle umwandeln, indem ich den Wünschenden klarmache, dass sie ein Flachbildfernseher oder ein Dritthandy nur temporär glücklich machen, während der Wunsch nach Frieden und Gesundheit mich nichts kostet. Wünsche übrigens, die ich ohnehin nicht erfüllen kann und darf, da ich dem Schicksal nicht ins Handwerk pfuschen soll.
UnNews: Hmm, das wird einige unserer Leser ziemlich desillusionieren. Haben Sie noch eine Botschaft an die Menschheit, bevor Sie weiterfliegen?
Weihnachtsmann: Ja, das habe ich: Ich sage Euch allen, dass auch wieder bessere Zeiten kommen werden. Zeiten, in denen die Menschheit sich ihrer herausragenden intellektuellen Fähigkeiten bedienen wird, Zeiten, in denen es genug zu essen für alle geben wird, Zeiten, in denen der Islam und das Christentum friedlich nebeneinander koexistieren werden, Zeiten, in denen die Erde zwar sehr warm, aber auch sehr schön sein wird, auch wenn dann etwa die Hälfte der jetzigen Erdbevölkerung im Ozean untergegangen sein wird.
UnNews: Das klingt jetzt aber sehr pathetisch.
Weihnachtsmann: Ohne Pathos geht es in meinem Beruf nicht.
UnNews: Was mögen Sie besonders an unserer Erde?
Weihnachtsmann: Ho ho ho ho, hach den Knut finde ich schon sehr süß. Ich habe morgen eine Privataudienz bei ihm und werde versuchen, ihn als Assistent zu engagieren. Das wird das Weihnachtsgeschäft sehr beleben.
UnNews: Haben Sie noch eine Message an unsere Leser, eine Lebensweisheit, irgendeinen Allgemeinplatz?
Weihnachtsmann: Durchaus, ich wünsche jedem Leser der Uncyclopedia seine ganz persönliche Finanzkrise, denn in jeder Krise steckt auch eine Chance, die zu etwas Gutem führen kann. Ein noch einfältigerer Allgemeinplatz fällt mir jetzt gerade nicht ein...
UnNews: Toll! Wo geht es als nächstes hin?
Weihnachtsmann: Ich habe heute noch Termine in Bangladesch und in Shanghai. Auf den letzteren freue ich mich besonders, da ich in einer Gemeinde koptischer Christen ein kleines Konzert geben werde. Die beliebtesten Weihnachtslieder in einem Potpourri, das mir der Heilige Geist auf den Leib komponiert hat, und das alles auf chinesisch. Morgen werde ich dann mit Barack Obama und seiner Frau in Chicago zu Mittag essen, unser Einführungsgespräch sozusagen, und ich bin gespannt, ob diese Heilsfigur hält, was der Hype um sie verspricht.
UnNews: Dabei wünscht Ihnen unsere Redaktion viel Glück. Guten Flug!
Weihnachtsmann: Adios, Muchachos...

Nach dem Interview flog der Weihnachtsmann mit überhöhter Geschwindigkeit auf der A2 Richtung Bangladesch und hatte in der Höhe von Hagen-West einen Kabelbrand in seiner mit Wasserstoff betriebenen Karbonkutsche. Die Kutsche stürzte ab, mehrere Pkws wurden beschädigt, die A2 gesperrt und der Weihnachtsmann fiel in ein Koma, aus dem er bis heute nicht mehr erwacht ist.

AdW
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