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Berlin (Deutschland), 06.01.12: Das Präsidentenpaar Christian und Bettina Wulff hat sich in Schale geworfen. In froher Erwartung stehen sie neben dem Christbaum, der bereits als stimmungsvolle Kulisse für die Weihnachtsansprache zu dienen hatte. Er hat zwar inzwischen stark abgenadelt, aber die Präsidentengattin selbst hatte Hand angelegt, um mit einer Extraportion Lametta den Baum wieder in einen fernsehtauglichen Zustand zu bringen. Gleich müssten die Sternsinger eintreffen, die dem in den letzten Wochen arg gebeutelten Präsidenten mit ein paar fröhlichen Volksweisen das Herz ein wenig leichter machen möchten. In diese gespannte Ruhe platzt ein vom Pförtner geschickter Diener, der von drei seltsam gekleideten Männern berichtet, die um Einlaß bitten, um hier Geschenke abzugeben.

Christian Wulff: "Geschenke! Das läßt sich hören! In letzter Zeit hat sich da ja nicht mehr viel getan. Die Herren mögen hereinkommen."

Bettina Wulff: "O Mann, Christian, hast du denn überhaupt nichts dazugelernt? Beim Wort "Geschenke" müßten bei dir doch mittlerweile sämtliche Warnsirenen nur so rotieren."

Christian Wulff: "Na gut. Aber wenn sie schon mal da sind. Vielleicht ist ja alles in Ordnung und es gibt doch noch ein paar Leute, welche die Arbeit eines Bundespräsidenten honorieren möchten. Am Besten, wir schauen uns diese Drei einfach mal an."

Die drei Fremden werden hereingebeten und schütteln dem Ehepaar Wulff freundlich die Hand.

Dann beginnt einer zu sprechen: "Seien Sie herzlich gegrüßt. Wir haben eine weite Reise hinter uns, haben viele Häuser und Paläste gesehen aber nun sind wir sicher, dass wir hier richtig sind. Denn ein Stern..."

Christian Wulff fängt spontan an, vor sich hinzusummen: "Ein Stern, der deinen Namen trägt..."

Bettina Wulff, zunehmend genervt: "Laß doch das blöde Gesumme. Kapierst du denn nicht? Er meint bestimmt den STERN, diese Zeitschrift..."

Christian Wulff: "Na und, was ist dabei? Sicherlich hat er die tollen Hochzeitsfotos von uns gesehen, die damals dort veröffentlicht wurden".

Bettina Wulff: "Also sowas von naiv kannst auch nur du sein. Das ist doch schon wieder ein paar Jahre her. Dreimal darfst du raten, was die beim STERN in den letzten Wochen so alles über dich geschrieben haben."

Christan Wulff: "Da brauch ich nicht zu raten, das kann ich mir schon denken..."

Bettina Wulff: "Mit dem Denken hättest du aber ein wenig früher anfangen sollen. Bei diesem Diekmann hast du ja angerufen. War soweit in Ordnung. Aber da sieht man doch, du kennst gerade mal die BILD, doch danach hört die Welt für dich leider schon auf."

Christian Wulff: "Quatsch. Natürlich kenn ich auch noch andere Blätter, wie z.B.... O.k., das tut jetzt hier nichts zur Sache. Und selbstverständlich kenn ich auch den STERN. Ja, ja, der gute alte Henri Nannen. Den hätte ich wirklich anrufen sollen. Der wäre bestimmt auch persönlich drangegangen".

Bettina Wulff: "Jetzt krieg ich aber vollends die Krise! Der Nannen lebt doch schon lange nicht mehr!"

Christian Wulff: "Siehst du, das hat er jetzt davon. Läßt solche üblen Sachen über mich schreiben. Der alte Pharisäer..."

Nun meldet sich wieder einer der Gäste zu Wort: "Pharisäer, gutes Stichwort. Genau da kommen wir her. Wie hieß er noch gleich, dieser Hohepriester, der uns den Weg hierher gewiesen hat?"

"Kaiphas", meldet sich ein anderer.

Christian Wulff: "Kai Faß? Seltsamer Name. Noch nie gehört. Kenne höchstens die Künast, nur die hat sich hier ja auch wieder aus dem Staub gemacht. Aber egal. Es hat geheißen, Sie hätten Geschenke dabei?"

Bettina Wulff: "Christian, du alter Giersack. Jetzt frag sie doch erstmal wer sie sind und was sie hier überhaupt wollen."

Christian Wulff, ganz förmlich: "Gestatten, Wulff, Christian, Präsident der Bundesrepublick Deutschland auf Lebenszeit. Dürfte ich nun um ihre werten Namen bitten?"

Antwortet einer: "Nun bei uns ist das ganz einfach. Mein Gefährte hier links heißt Caspar, ich bin Melchior und dieser hier ist Balthasar. Wir sind Astronomen und kommen aus dem Morgenland."

Christan Wulff zu Bettina: "Was du immer nur hast. Völlig harmlose Leute sind das hier. Astronomen. Die machen dir auch bestimmt kostenlos ein persönliches Horoskop."

Bettina Wulff: "Hornochse. Das sind Sternenforscher und keine Astrologen".

Christian Wulff: "Astronomen, Astrologen, vielleicht auch Astronauten... Wer soll sich denn da noch auskennen. Aber was solls. Hauptsache die Drei sind da und haben Geschenke mitgebracht. Meine Herren, die können Sie hier gleich abstellen. Am Besten direkt neben dem Christbaum. Was haben Sie denn so alles Schönes mit dabei?"

Caspar: "Wir haben Gold, Weihrauch und Myrrhe mitbebracht".

Christian Wulff: "Wow.., Gold! Und das bei den heutigen Preisen! Weihrauch. Kann man auch hin und wieder mal brauchen. Nur diese M..., dieses komische Zeug. Bettina, kannst du das vielleicht irgendwie in der Küche verwenden."

Bettina Wulff: "Was bildest du dir eigentlich ein? Denkst du vielleicht, ich wäre deine Köchin? Da hast du dich aber getäuscht. Ich bin eine moderne Frau und First Lady in unserem Land. Ich reise durch die ganze Welt und mache Urlaub gerne mal mit guten Freunden auf einer Finca in Spanien oder sonstwo. Außerdem habe ich mir ein total cooles Tatoo stechen lassen. Ist dir das überhaupt schon mal aufgefallen?"

Christian Wulff: "Ein Tatoo? Aber natürlich mein Schatz."

Bettina Wulff: Lüg mich doch nicht an! Du hast deine Augen immer nur bei anderen Frauen. So wie kürzlich im Fernsehen bei diesem Interview. Hab genau gesehen, wie du sie immerzu angelächelt hast. Diese Schlampe! Verlangt sage und schreibe 150 Euro. Für eine Nacht! Ich glaube, ich muß mal deine Kontoauszüge ein bischen besser kontrollieren."

Bettina Wulff nimmt eine Christbaumkugel und wirft sie in Richtung Christian: "Ich warne dich!! Hüte dich vor dieser Frau. Und frag jetzt endlich mal die Typen, warum sie hier sind. So wie die aussehen, könnten es auch Terroristen sein!"

Balthasar: "Tut uns leid, wir wollten nicht stören..."

Christian Wulff: "Schau ihn nur an, Bettina, diesen Balthasar, ein Neger! Wie niedlich..."

Bettina Wulff: "Du mußt aber auch in sämtliche Fettnäpfchen treten, die im Umkreis vom 100 Quadratkilometern herumstehen."

Balthasar weiter: "...aber wir sind einfach nur diesem Stern gefolgt, weil uns verheißen war, dass wir am Ende unserer Reise einen neuen Herrscher antreffen würden."

Christian Wulff, sichtlich erregt: "Was?? Ein neuer Herrscher?? Hier im ehrwürdigen Schloss Bellevue?? Niemals!!! Hier gibt es keinen neuen Herrscher und wird es die nächsten dreißig Jahre auch keinen geben. Merken Sie sich das! Hier sind Sie jedenfalls falsch, völlig falsch!"

Balthasar: "Hm, aber die Sterne lügen nicht."

Christian Wulff: "Was wollen Sie damit sagen? Soll das etwa eine Anspielung sein...? Jetzt aber raus mit der Sprache: Wer hat Sie geschickt, die von der Leyen, der Gauck oder gar die Merkel, diese falsche Schlange?"

Bettina Wulff: Christian, was bist du doch für ein wirklich armseliger Loser. Mußt dich jetzt schon von solch schrägen Typen veräppeln lassen."

Wulff klatscht dreimal in die Hände. "Meine Herren, jetzt wird es aber höchste Zeit, dass Sie weiterreisen. Vielleicht finden Sie ja doch noch die richtige Adresse. Die Geschenke bleiben natürlich hier. Außerdem bekommen wir gleich Gäste. Die Sternsinger."

Melchior: "Sternsinger?"

Christian Wulff: "Ja, das sind junge Leute, die, ich meine, ich wollte sagen..., ach, vergessen Sie's. Verstehen Sie eh nicht. Ist traditionelles abendländisches Kulturgut."

Melchior: "Na, das ist uns dann wohl doch etwas zu fremd. Leben Sie wohl..."


Quellen Bearbeiten

Siehe auchBearbeiten

AdW
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Artikel des Monats Januar 2012