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Bayreuth (Franken), 3.3.11:

Dem eiskalten Politprofi Horst Seehofer ist durch den Rücktritt des Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg selbiger zu arg auf die Pelle gerückt. Als Bundespolitiker gescheitert, aber dennoch ungeheuer beliebt, hat Guttenberg den Status, den Franz Josef Strauß 1980 als Unionskanzlerkandidat nach verlorener Wahl hatte: Aspirant auf den Titel des Ministerpräsidenten von Bayern. Böse Zungen behaupten, sie würden sich Guttenberg lieber als "Kini" wünschen, aber das ist eher eine Verwünschung des gescheiterten Wissenschaftlers in den Starnberger See. Seehofer hat aber eine Trumpfkarte: Noch zwei Jahre Legislaturperiode. Nur muss er die Zeit auch nutzen, Bayern gründlich zu reformieren, bevor ihm ein Putsch durch Guttenberg oder dessen Anhänger dazwischen kommt. Er muss die längst fällige Teilung des Bundeslandes in Bayern und Franken vorantreiben. Mit Guttenberg als fränkischem König könnte Seehofer gut leben. Und Guttenbergs Kritiker von der Uni Bayreuth würden zum Verstummen gebracht, indem Bayreuth zur fränkischen Hauptstadt erkoren wird. Ein Parlament muss nicht gebaut werden, denn der Landtag von Franken tagt einfach im Festspielhaus. Dort redet ohnehin nur einer: Guttenberg. Endlich Festspiele das ganze Jahr, im Sommer mit Siegfried im Ring der Nibelungen, den Rest des Jahres mit Karl-Theo dem Großen.

Und da sowohl Petit Nicolas Sarkozy als auch Angela Merkel nicht gerade im Ruf stehen, Ursache des aktuellen Aufschwunges zu sein, hat der neue fränkische König sogar Chancen, früher oder später per Akklamation Bild-Schlagzeile "Wir sind Kaiser" zum neuen "Charlemagne", zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ausgerufen zu werden (verbunden mit einer Abfindungszahlung an Kaiser Franz). Mit Rücksicht auf Guido Westerwelle wird das Kaiserreich auch ausdrücklich das "neurömische" genannt werden, um nicht mit "altrömischer Dekadenz" in Verbindung gebracht zu werden. Der altrömischen Dekadenz wird durch Absetzung von Silvio Berlusconi der Garaus gemacht, wobei Norditalien annektiert, und Rom und der Süden dem Vatikan als Pippifax-Schenkung überlassen werden unter der Bedingung, das fortan nur noch deutsche Päpste gewählt werden dürfen.

Quellen Bearbeiten