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Griechenland (EU), 16.12.2012:

Erich Honigschlecker wäre stolz auf die EU“, sagte ihr Chef Herman van Rompuy in einem Telefonat mit UnNews. Anlass ist die Fertigstellung des Eisernen Vorhangs, der von nun an „ein scharfes Schwert im Kampfe der tüchtigen Christen gegen die reaktionären salafistischen Menschenhändlerbanden [...] darstellt“ (van Rompuy), also Europa in die krisengeschüttelten Kernlande im Westen und den wirtschaftlich florierenden europäischen Teil der Türkei im Osten teilt. Osmanenherrscher Erdoğan begrüßte ebenfalls den von griechischen 0-€-Jobbern errichteten „antitroikaischen“ Schutzwall. Die Zahl griechischer Flüchtlinge steige besorgniserregend. Bisher konnten noch alle als Kanonenfutter an die Freie Syrische Armee vermittelt werden, die in der Türkei ihre Heerlager unterhält, doch kämen zunehmend auch Kriegsdienstverweigerer. Allgemein sei der Zustand der Flüchtlinge aus dem Austeritäts-Notstandsgebiet Europa schlecht. Deutsche Hartz-IV-Empfänger etwa bettelten mit glasigem verängstigtem Blick um Anstellung bevorzugt bei Zivilisten, gerne aber auch in der „Privat“wirtschaft; da sie aber nur die Zauberworte „İyi günler, lütfen“ und „teşekkür ederim“ (Guten Tag, bitte und danke) beherrschten und nicht das priviligierte Partnerschafts-„Sesam öffne dich!“ „siyasi sığınma“ (politisches Asyl) erhielten sie keine Arbeitserlaubnis und würden alle gnadenlos abgeschoben nach Neukölln.

Anders äußerten sich deutsche Politiker: Oskar Lafontaine, einst Liebling von Willy Brandt, faselte etwas von „die Mauer muss weg“ und von „Entspannungspolitik“, scheinbar täte ihm ein türkisches Bad momentan gut. Angela Merkel, Schülerin von Einheitskanzler Helmut Kohl, sprach von der Notwendigkeit einer Wiedervereinigung von Ost und West nach deutschem Vorbild. Glückwünsche kamen auch vom NPD-Vorsitzenden Udo Voigt: „Der Bau einer solchen Mauer war ein von uns seit langem schon geforderter Schritt, um dafür zu sorgen, dass die Völker Europas auch dort bleiben, wo sie hingehören: Die Griechen in Griechenland und die Türken in der Türkei. Schließlich hat ein Volk seiner Nation zu dienen und nicht umgekehrt.“ Grünen-Chefdoktrinistin Claudia Roth hingegen sprach von einem historischen Rückschritt für das nunmehr seit Jahrhunderten getrennten, sich nach Einheit und Zivilkultur sehnenden, europäischen Bildungsbürgertums. Mahnende Worte kamen von Joachim Gauck: Die türkischen Frauen, unterdrückt von einer drakonischen Militärdiktatur sowie anderen chauvinistischen Egomanen, dürften gerade jetzt ihren Kampf für Freiheit und Gleichberechtigung nicht aufgeben; gerade sein heldenhafter Einsatz gegen die Hegemonie eines menschenverachtenden Regimes solle ihnen nicht nur Vorbild, sondern gar Messlatte sein. Den griechischen Frauen, „beschützt [...] von ihren in ihrem orthodoxen Glauben treusorgenden Ehegatten“, wünschte er hingegen, dass die Mauern eine mindestens genauso feste Burg sein mögen wie die Kirchen, die ihre Herzen vor dem Bösen schützten.

In einem eiligst einberaumten Interview mit der UnNews-Redaktion enthüllte Margot Honecker, dass auch 1961 der Politführung der entsprechende Befehl nicht leicht gefallen sei: „Sie müssen verstehen, unser einziges Anliegen war doch, die Lebensverhältnisse der Menschen zu verbessern. Entsprechend tat es uns schon sehr weh, ihre Freiheit einschränken zu müssen. Aber sie müssen auch verstehen, dass, wenn wir sie hätten ziehen lassen, das Wenige, was wir bereits erreicht hatten, – womöglich für immer – verloren gewesen wäre. Ich hege auch keinerlei Zweifel daran, dass auch die Politiker, die heute diese wahrscheinlich aus ihrem Blickwinkel ziemlich schwere Entscheidung getroffen haben, damit etwas schützen wollten, wovon sie glauben, dass es menschliche Existenzen wesentlich verbessern soll – genau wie wir damals daran geglaubt haben. Heute hingegen wissen wir, dass der Glaube zumindest an eine dauerhafte Verbesserung menschlichen Daseins eine ziemlich hoffnungslose Angelegenheit ist. Leider!“

Und in der Tat, die Zunahme der Montagsdemos westlich des Grenzzaunes lässt Schlimmes erahnen: Das europäische Zentralkommitee in Brüssel könnte wie einst Schabowski das Handtuch werfen und in letzter Verzweiflung den Anschluss Europas an die Türkei beschließen. Das System des Westens ist historisch gescheitert, da hilft auch der nächste Bailout nichts.

Heute erreichte den Hafen von Piräus eine Lieferung von 500.000 türkischen Spitzhacken. Damit soll der griechische 0-€-Arbeitsdienst ausgestattet werden, um sämtliche griechischen Inseln zu Schotter zu zerkleinern. Dadurch entsteht eine Win-Win-Situation: Griechenland bekommt eine Menge Schotter, und die Türkei braucht sich nicht der von den griechischen Inseln rüberschwimmenden Flüchtlinge zu erwehren.

Quellen Bearbeiten