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Hamburg (Deutschland), 23.11.2007: Wie heute bekannt wurde, lässt sich der europäische Flugzeugbauer Airbus seine Flugzeuge in US-Dollar bezahlen. Diese Information löste bei Wirtschaftsexperten Überraschung und Kopfschütteln aus. Die Fachleute sind sich einig, dass es für ein Wirtschaftsunternehmen besser ist, sich seine Leistung mit echtem Geld vergüten zu lassen und nicht mit wertlosen grünbedruckten Zetteln.

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UnNews wollte es genauer wissen und befragte den Wirtschaftsfachmann Hans-Werner UnSinn zu diesem Thema.

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Hans-Werner UnSinn, Wirtschaftsexperte

UnNews: „Herr UnSinn, haben Sie gewusst, dass ein international eigentlich renommiertes Unternehmen wie Airbus seine Qualitätsprodukte für Spielgeld verkauft?“

Hans-Werner UnSinn: „Gewusst nicht, aber geahnt.“

UnNews: „Ist das ein Einzelfall? Oder verschenken auch andere größere deutsche und europäische Unternehmen ihre Produkte?“

Hans-Werner UnSinn: „Nun, es gibt da sicherlich eine gewisse Dunkelziffer ... Meine langjährige Erfahrung mit Dunkelziffern lässt mich allerdings annehmen, dass sie nur sehr schwer ermittelbar sein wird.“

UnNews: „Können Sie uns sagen, was hinter dieser Strategie steckt, wenn man sie überhaupt so nennen kann? Eigentlich kann man das Unternehmen damit doch nur in den schnellen Ruin führen?“

Hans-Werner UnSinn: „Damit haben Sie grundsätzlich recht. Es ist allerdings heute noch so, dass manche Menschen in einigen Teilen der Welt den US-Dollar noch für echtes Geld halten. Wenn Sie also einen Dummen finden, der Ihnen Ihre Dollars wieder abnimmt, dann sind Sie wieder aus dem Schneider. Offenbar verfolgt das Airbus-Management diese Idee. Damit wandern diese Herren allerdings auf sehr dünnem Eis, und einigen ist das jetzt offenbar bewusst geworden.“

UnNews: „Wie kommt es eigentlich, dass der Dollar so wertlos geworden ist? Früher waren sich doch die meisten Menschen einig, dass es sich bei den Dollars um richtiges Geld handelt. Warum ist das heute nicht mehr so?“

Hans-Werner UnSinn: „Nun, Sie und ich wissen, dass alles, was man landläufig als Geld bezeichnet, eigentlich nur bedrucktes Papier ist. Damit es einen Wert bekommt, müssen bestimmte Leute mit großer Ernsthaftigkeit heilige Handlungen vollziehen, das ist ähnlich wie beim Weihwasser, erst wenn der Priester seinen Weihrauchkanister darüber hin und her geschwenkt und Beschwörungsformeln gemurmelt hat, ist es etwas Besonderes, sonst können Sie auch Ihre Blumen damit gießen. Beim Geld läuft es genauso: In einer mystischen, rituellen Geheimzeremonie machen Druckereiarbeiter und Bankiers aus gewöhnlichem Papier, Druckerschwärze und Spucke einen begehrten Wertgegenstand. Alle, die an diese Zeremonie glauben, nehmen das Ergebnis anschließend als Geld an. Genau wie beim Weihwasser, wenn man daran glaubt, dann heilt es auch Krankheiten.“

UnNews: „Interessanter Vergleich. Aber ist Geld wirklich reine Glaubenssache? Woran hapert es beim Dollar denn nun?“

Hans-Werner UnSinn: „Stellen Sie sich einmal vor, Ihr kleiner Gemeindepriester bekommt vom Dorfbürgermeister nun den Auftrag, ganze Tanklastzüge voller Wasser mit seinem Segen in Weihwasser zu verwandeln. Womöglich gleich den ganzen örtlichen Feuerwehrteich oder Baggersee, so dass im ganzen Umkreis alle Krankheiten geheilt und alle Teufel vertrieben werden können. Würden Sie annehmen, dass so etwas funktioniert? Wenn man eine solche heilige Handlung missbraucht, dann fehlt den Gläubigen irgendwann der Glauben. So geht es momentan den USA. Nur dass es sich bei denen weniger um die Gläubigen handelt als um die Gläubiger.“

UnNews: „Moment, dass wir uns da richtig verstehen. Wer ist der Priester und wer der Bürgermeister?“

Hans-Werner UnSinn: „Der Priester, das ist das, was die Amerikaner scherzhaft als ihre Zentralbank bezeichnen, die für den US-Dollar zuständige Federal Reserve. Übrigens eine reine Privatbank. Sie besitzt dort tatsächlich die Lizenz zum Gelddrucken. Und der Bürgermeister, Sie ahnen es, das ist der Präsident. Der US-Präsident hat die Neigung, für seine kriegerischen Hobbys eine Menge Geld auszugeben, das ständig nachgedruckt werden muss. So etwas hatten wir hierzulande auch schon einmal, unseren guten alten Kaiser Wilhelm. Der hat auf Pump Krieg geführt. Hinterher war in Deutschland auch plötzlich alles Geld zu Spielgeld geworden.“

UnNews: „Was raten Sie den Unternehmen, die noch US-Dollars besitzen?“

Hans-Werner UnSinn: „So schnell wie möglich ausgeben oder in Euro tauschen, solange sie noch einen Dummen finden, der ihre Dollars nimmt.“

UnNews: „Ist der Euro denn tatsächlich besser? Die Euroscheine sind doch auch nur aus Papier, wenn man sie genau betrachtet.“

Hans-Werner UnSinn: „Da kann ich Sie beruhigen. Die Geheimzeremonien der Europäischen Zentralbank sind sehr, sehr mächtig.“

UnNews: „Herr UnSinn, wir bedanken uns für dieses Gespräch.“


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