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Dramatis Personae: Schantalle, Schayenne und Schennifer, 3 15jährige Gymnasiastinnen,

Torben und Kevin, 2 15jährige Schüler,
Walther, ein 23jähriger Theologiestudent,
Vladimir und Estragon, 2 Vagabunden
Stomper, Bomber und Kalle von der Kampfgruppe Nordsüdwestostmitte
2 nichtgenannte Uncyclopediaautoren, die den Frust über ihre Schreibblockade wegspülen wollen


Locus: Eine deutsche Provinzstadt


PraeludiumBearbeiten

19:00
Schantalle, Schayenne und Schennifer sitzen im Zimmer von Schantalle. Vor ihnen, auf einem kleinen Tischchen, stehen eine Flasche Asti und eine Flasche Erdbeerlimes. Asti fast leer, Limes noch nicht geöffnet. Sie tratschen. Eigentlich ist es kein richtiges Tratschen, nein, eigentlich geben sie nur eifersüchtige Kommentare zu den weiblichen Kandidatinnen der Castingshow, die sie gerade im Fernsehen verfolgen ab. Oder himmeln die männlichen Kandidaten an, für die sie ohne Frage die optimale Frau wären. Schantalle und Schayenne geraten in Streit. Sie finden beide, dass sie besser zum männlichen Spitzenkandidaten, einem 27jährigen Großstädter, der von seinen Geschlechtsgenossen schon längst das Prädikat "Schwuchtel" erhalten hat, als ihre jeweilige Freindin. Da kennen sie kein Erbarmen. Schennifer beteiligt sich nicht an dem Streit. Sie hat anderes im Sinne.
Schennnifer:„He, ihr Zicken, könnt ihr ma' aufhörn?!“
Schantalle und Schayenne: -- Blödes Kichern, der Laut kann leider nicht schriftlich wiedergegeben werden --
Schennifer:„Och Menno, ihr seid echt doof!“
Schantalle und Schayenne: -- Blödes Kichern, der Laut kann leider nicht schriftlich wiedergegeben werden --
Schennifer (schon etwas weinerlich):„Menno...“
Schayenne (nimmt Schennifer in den Arm):„Eh nicht weinen, wir wollen doch alle, dass dein großer Abend heute ein voller Erfolg wird.“
Schennifer:„Ooch du bist soooo lieb.“
Jetzt umarmen sich alle drei und kichern blöde.


19:15
Walther sitzt in seinem Zimmer. Er ist an diesem Wochenende heimgekommen und will die Zeit nutzen um den Sündenpfuhl, in dem er aufgewachsen ist, zu einem etwas besseren Ort zu machen. Er hat sich die Zähne geputzt und schaltet seinen Computer ein. Dabei blickt er auf die gerahmten Bilder Karl Kardinal Lehmanns und Bischof Walther Mixas, seinen großen Idolen. Seine Mundwinkel verziehen sich zu einem schadenfrohen Lächeln, als er aus dem Radio die neueste Meldung in Sachen Käßmann hört. Für diese Sünde betet er schnell drei Ave Malaria.


19:30
Stomper, Bomber und Kalle köpfen eine weitere Bierflasche. Seit ihr großer Widersacher Mehmet seinen Doktor in Politologie gemacht hat und ins weit, weit entfernte Hammünchengart umgezogen ist, ist es ruhig geworden an der Heimatfront, da die gefühlten 80% Kanacken, Molucken und Kaffer sich seit dem einfach nicht mehr vor die Tür trauen.
Kalle blickt versonnen zu der mit MS Paint erstellten Hakenkreuzflagge an der Wand und seufzt.
Kalle:„Das waren noch Zeiten. Prost, Kameraden!“
Bomber:„Ja. Mein Großvater...“
Stomper (ziemlich genervt):„Ja, ja, dein Großvater. Der Held mit dem Ritterkreuz. Ich kann es nicht mehr hören.“
Bomber (aggressiv):„Ja, mein Großvater. Der war wenigstens ein echter Deutscher. Dein Großvater hat schließlich nur ...“
Er wird unterbrochen, weil Kalle die Flasche auf den Tisch knallt.
Kalle:„Schnauze ihr Arschlöcher! Heut' Nacht hau'n wir auf die Kacke. Will sagen, heut Nacht hau'n wir auf'n Kanacke.“
Zustimmendes Gröhlen von Bomber und Stomper.
Stomper:„Können wir erst noch bei Burger King vorbei?!“
Kalle, Bomber:„Ja, können wir...warum auch nicht...leerer Magen kämpft nicht gern...Deutschland!“
Sie versetzen sich in Kampflaune, indem sie die erste Strophe des Deutschlandliedes absingen.

Schantalle, Schayenne und Schennifer präparieren sich für ihre große Sause. Nachdem sie ihre Pickel mit Schminke im Stil einer Mietfreundin überdeckt haben, helfen Schantalle und Schayenne Schennifer den neu erworbenen Push up in Form zu bringen, den sie sicherheitshalber noch mit einigen Lagen Klopapier ausgestopft hat.
Schayenne:„Du, Schennifer, zieh doch die Hose noch 'was runter, sonst kann der Kevin ja gar nicht den neuen Tanga sehen.“
Schennifer sieht an sich runter. Über der viel zu engen Hüfthose hat sich bereits ein Ringwulst gebildet, das Shanghai Bordell - T-Shirt droht hochzurutschen und den Blick darauf freizugeben.
Schennifer:„Meinst du?“
Schayenne:„Ach, bei deinem Knackarsch kannst du das. Der Kevin soll sich ja schließlich in dich verlieben.“
Dreifaches Seufzen
Schennifer steht mit dem Rücken zu Schantalle. Sie kann deren hämisches Grinsen, beim Blick auf ihren prall gefüllten Hosenboden nicht sehen.
Schennifer:„Och Mist, der Läimis ist gleich auch leer. Ich frag' mal meine große Schwester, ob die uns noch was an der Tanke holt.“

1. Akt - Die Fahrt ins StadtzentrumBearbeiten

Es ist jetzt so gegen 21:00 Uhr. Walther sitzt bereit zum christlichen Blauhelmeinsatz im Bus, Linie 1. Er hat gehört, dass im Stadtzentrum die satanistische Rockgruppe Iron Manosabbatallihead auftritt. Er hofft, die Jugendlichen, die dieses Konzert besuchen wollen, durch seine selbstgedruckten Flugblätter, gute Gespräche und Einladungen ins Pfarrzentrum vor der ewigen Verdammnis retten zu können. Er muss lächeln, als er an den Pfarrer denkt. Ein wirklich guter Menschenkenner, wenn auch etwas tapsig. Damals, als er noch Messdiener war, sind dem Herrn Pfarrer jedes Mal die Hostien heruntergefallen. Und da er sich wegen seinem schlimmen Rücken nicht bücken konnte, musste Walther das machen. Zur Belohnung durfte er sich dann immer ein Bonbon aus der Hose nehmen, die der Pfarrer unter seiner Soutane trug. Walther zieht den neuesten Hirtenbrief aus seiner Jackentasche und sucht Erbauung in den Worten des heiligen Vaters.
Schennifer sitzt auf dem Beifahrersitz des Autos ihrer großen Schwester. Scheyennne und Schantalle haben es sich auf dem Rücksitz bequem gemacht. Sie sind etwas gekränkt, da die große Schwester ihnen die gewünschten Alkopops nicht kaufen wollte. Sie hat den Fahrdienst nur übernommen, da sie als Langzeitstudentin (Philosophie und Germanistik, jew. etwa 18. Semester, zuvor den Studiengang Biologie im 14. Semester abgebrochen) auf finanzielle Zuwendung ihrer Eltern angewiesen ist. Außerdem nagt der handfeste Ehekrach mit ihrem Gatten (Nordistik und altägyptische Philologie im 35. Semester) an ihr. Zu allem Überfluss hat sie gerade auch noch ihre Tage bekommen. Sie grantelt Schennifer an, nicht so auf dem Beifahrersitz herumzuhampeln, worauf es dieser gerade eben so gelingt, die darob aufkommenden Tränen zu unterdrücken. Schließlich soll das Make Up nicht verlaufen. Es ist ihr Abend.
Scheyenne:„Ey, was sind'n das für Assis?!“
Sie bezieht sich auf ein paar Iron Manosabbatallihead - Anhänger, die lederbekuttet und langhaarig und mit einem der Situation angemessenem Dosenbierpegel ihres Weges zum Stadtzentrum ziehen.
Auch Walther hat es gesehen, der im Bus hinter dem Golf 6 von Odette (das ist Schennifers große Schwester) sitzt. Angesichts der hochgereckten Pommesgabeln, Patronengurte und langen Mähnen wird ihm etwas mulmig. Er ruft den heiligen Watzlaff um Hilfe an und bittet Sankt Blasius, dass im schlimmsten Falle die Schmerzen nicht allzu schlimm sein mögen.
Schennifer:„Ach so'n paar doofe Möchtegern-Mätelhäts. Hab' so einen ma' gefragt, ob er denn auch Shanghai-Bordell kennt, da hat der nur gelacht.“
Der namenlose Uncyclopedia-Autor trottet an einer Bank vorbei. Er schenkt den beiden verwahrlosten Gestalten darauf keine besondere Beachtung und überlegt, ob er nach dem Besuch seiner Stammkneipe, Willis Kellerloch, noch ins Stadtzentrum latschen soll. Is'n Konzert heute. Vielleicht mal wieder nicht so verkehrt. Mal sehen.
Estragon:„War er das?“
Vladimir:„Wer?“
Estragon:„Godot
Vladimr:„Nein. Godot kommt mit dem Bus.“

2. Akt - Ärger am EingangBearbeiten

Kalle, Bomber und Stomper marschieren nach dem Besuch der lokalen Burger King Filiale auf ihr Ziel zu. Den Busbahnhof, wo sich bekanntlich ständig Kanacken und anderes Gesocks herumtreiben. Doch heute Fehlanzeige. Lediglich ein paar schwarz gewandete Gestalten, denen ihr Interesse aber nicht gilt, sind vor Ort. Sie ernten ein paar unwillige Blicke und ziehen ihres Weges. Seis drum, Kanacken finden sich überall. Es ist so gegen 22:00. Aus der Stadthalle dringen harte Gitarrenakkorde, eine Polizeistreife langweilt sich im Vorhof und zwei Sanitäter bandagieren einen verstauchten Knöchel. Schantalle, Scheyenne und Schennifer laufen auf den Eingang der Diskothek zu, in der sich bereits ihre halbe Schulklasse versammelt hat. Schennifers T-Shirt ist jetzt doch noch hochgerutscht.
Walther steht in der Nähe der Polizisten auf dem Hof der Stadthalle. Man weiß ja nie. Er wundert sich etwas. Niemand zu sehen. Vielleicht sind die Jugendlichen in seiner Heimatstadt ja doch nicht so schlimm.
Polizist 1:„Na, Jung, kannet sein, dass de hier falsch bist?!“
Walther (etwas pikiert):„Wieso?“
Polizist 1:„Na, dat Konzert hat schon lang angefangen. Aber bei denen hier gibt dat selten Ärger.“
Walther (um Fassung ringend):„Aber diese Verirrten, das sind doch Diener und Huren Satans. Die ewige Verdammnis...“
Er verstummt als er sieht wie Polizist 2 an seinem Schlagstock herumnestelt.
Polizist 1:„Na, na Jung, so schlimm sind die nicht. Die wollen nur ein bisschen feiern.“
Walther:„Aber ich...“
Polizist 2;„Gräm dich nicht. Wenn du ein paar Seelen retten willst, dann geh doch ma' rüber zur Disko.“
Polizist 1:„Ja, gute Idee. Da tragen sie jeden Abend ein paar Komatöse raus.“
Sanitäter aus dem Hintergrund:„Dat kannste laut sagen, Egon. Drei Stück, allein letzte Woche.“ Zu dem Besitzer des nun bandagierten Knöchels gewandt:„Sach ma', wie haste dat eig'n'lich hingekriegt?“
Walther macht sich auf zur Disco. Diesen Jüngern Satans ist ohnehin nicht mehr zu helfen. Also lieber ein paar Seelen in der Disco retten. Auf dem Weg begnet ihm die Kampfgruppe. Walther will sie ansprechen, doch dann sieht er den Aufnäher Mit Gott fürs Vaterland auf Kalles Jacke. Er freut sich, denn diese jungen Herren sind gute Menschen, denn sie glauben an Gott. Er nickt ihnen freundlich zu und beeilt sich weiter zu kommen.
Stomper: „Was war das'n für'n Spasti?“
Kalle:„ Auf jeden Fall hatter ziemlich Schiss vor uns, sonst würd' er nicht so rennen.“
Sie rufen Walther noch ein paar Beleidigungen hinterher und stoßen mit einer Pulle Oettinger auf den ersten Erfolg des Abends an.

3.Akt - Vor der DiskoBearbeiten

22:15 Uhr. Die Mädchengang hat ihr Ziel fast erreicht. Die Party, die sie mit ihrer Anwesenheit zu bereichern gedenken, läuft seit gut zwei Stunden, aber das ist irrelevant. Je später der Abend, desto schöner die Gäste. Und sie sind die Schönsten. Für das nächste Jahr ist die Teilnahme bei Germany's next Topmodel fest eingeplant. Ein komischer Mann, der sie angesprochen hat, hat eine großzügige Dosis von Schennifers CS-Gas zugeteilt bekommen. Die Dose ist jetzt leer.
Schennifer, Scheyenne und Schantalle besprechen noch mal ihre Taktik. Während Schennifer vor dem Eingang wartet, sollen Schantalle und Scheyenne Kevin auf den Parkplatz direkt in Schennifers Arme lotsen. Schantalle und Scheyenne betreten den Partyraum, nachdem der gelangweilte Türsteher lieber die Personalausweise ein paar bärtiger Herren in den frühen Dreißigern kontrolliert hat. Ordnung muss sein.
Walther torkelt über die Straße. Sankt Blasius hat ihn nicht gehört; seine Augen brennen höllisch. Auch Sankt Watzlaff hat heute wohl dienstfrei.
Stomper pinkelt hinter einen Altkleidercontainer und beschimpft Bomber, der mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Bordstein hockt. Er hat sich eine Blase gelaufen. Kalle blickt melancholisch auf das in einiger Entfernung liegende Discogebäude. Damals, als er sich mit vierzehn da rein geschlichen hatte..."
Bomber:„ Scheiße, tut das weh. Kalle...he, Kalle, was'n los?!“
Kalle (blickt sinnierend zu Bomber):„Ach nix. Nur schade, dass Heldentum nicht erblich ist.“
Stomper (kommt hinter dem Container hervor):„Ich hab' keinen Bock mehr. Geh'n wir heim.“
Bomber versucht seinen Fuß wieder in Socken und Stiefel zu quetschen. Unter einigem Ächzen und Stöhnen gelingt ihm das sogar.
Bomber:„Ja. Geh'n wir einfach.“

Inzwischen haben Schantalle und Schayenne Torben in der Menge ihrer alkoholisierten Mitschüler ausgemacht. Torben; Kevins bester Freund und mutmaßlicher Lochschwager. Im Moment betanzt er ziemlich ungelenk eine den beiden unbekannte Gleichaltrige.
Schayenne:„Was'n das für 'ne Schlampe?!“
Schantalle:„Weiß ich doch nicht. Lass mal den Torben fragen, wo der Kevin eigentlich steckt.“
Schayenne watschelt (der viel zu enge String kneift doch mehr, als sie zugeben will) auf Torben zu. Der gibt die Auskunft, Kevin habe sich zu den anderen zum Ausgang begeben, was Schantalle und Schayenne zu spitzen Entsetzensschreien animiert und hektisch in eben diese Richtung stöckeln lässt. Nicht ohne Torben vorher darauf hinzuweisen, dass er jetzt gefälligst ihren Mindestverzehr berappen müsse.

4.Akt - Das FinaleBearbeiten

Schantalle und Schayenne erreichen den Eingang (bzw. den Ausgang) der Diskothek. Dort sehen sie es. Die Katastrophe ist eingetreten. Es ist so unfassbar, wie grauenhaft, zumindest so grauenhaft, wie ... also man stelle sich vor, man habe sein gesamtes liquides Vermögen in todsichere rhodesische Staatsanleihen investiert, weil man das Prinzip der Inflation zu spät verstanden hat, außerdem im Suff der Zwillingsschwester seiner Ehefrau beigeschlafen, was diese ihrer Schwester nun unter die Nase reibt und festgestellt, dass der Junior, in den man seine ganzen Hoffnungen als Stammhalter und Shooting-Star am Finanzhimmel gesetzt hat, ein schwuler Studienabbrecher ist, der jetzt - dicklich und ungelenkig - an einer Karriere als Musicaldarsteller arbeitet. Nur noch schlimmer. Viel schlimmer. Nicht mal der bevorstehende Weltuntergang könnte eine größere Katastrophe sein.
Kevin küsst ein Mädchen. Aber nicht Schennifer. Die steht etwas abseits davon und beobachtet die Szene mit schierem Entsetzen. Tränen laufen ihre Pausbacken herunter. Das geht so nicht. Schantalle und Schayenne müsen handeln. Sie stürmen auf das Pärchen zu. Und da beginnt das eigentliche Drama. Der zweite Uncy-Autor sieht es und beobachtet die Szenerie lange genug, sie in einer schlechten Satire zu verarbeiten. Eigentlich hat auch er sich nur betrinken wollen. In dem Bowlingschuppen neben der Disco, den er zwar nicht ausstehen kann, aber eingewilligt hat, mit seinen Kumpels (ja, das gibts wirklich) den Abend abzuhängen. Und wenn wir gerade dabei sind, ja, alles was vorher kam, war frei erfunden, um die an sich blöde Geschichte noch irgendwie aufzubauschen.
Jedenfalls wird es jetzt interessant, denn Schantalle und Schayenne stürzen wild mit den Armen rudernd auf Kevin zu. Und während sowohl er, als auch seine Sparringspartnerin noch verdattert auf die beiden Kampfhennen starren, fangen diese bereits an, die Lage aufzuklären:
Schantalle (mit einer Stimme schrill wie eine verstimmte Blockflöte):„Ey, sag mal, spinnst du, du Penner?! Da hinten steht deine Freundin und du knutschst hier mit der Körtni rum!“
Kevin (ziemlich verwundert, aber noch ziemlich ruhig):„Freundin? Eh Alde, was für 'ne Freundin?“
Körtni (halbhysterisch):„Du hast 'ne Freundin?!“
Kevin (immer noch ruhig mit einer leichten Spur Hektik in der Stimme):„Eh, Baby, isch hab' nur disch, ey isch schwöa.“
Schayenne (hysterisch):„Doch hast du wohl. Die Schennifer!“
Kevin (jetzt langsam aus der Fassung geratend):„Ey, wer is...“
Körtni (mit einer Stimme, die Tote erwecken könnte, wäre der Friedhof nicht am anderen Ende der Stadt):„Ausgerechnet die fette Kuh?!“
Mit diesen Worten dreht sie sich um und rennt, so schnell sie das in ihren Stöckelschuhen vermag, Richtung Straße. Ihre beste Freundin, sowie ein Klassenkamerad folgen ihr. Damit verschwinden sie auch gleichsam aus dieser Geschichte.
Schantalle winkt inzwischen Schennifer heran. Die hat sich die Tränen abgetrocknet und hektisch Lidschatten und Lippenstift nachgezogen. Sie sieht jetzt in etwa aus, als hätte sie ein farbenblinder Clown geschminkt.
Schennifer (zu Kevin):„Hallo!“
Kevin ignoriert Schennifer, denn er ist viel zu sehr damit beschäftigt, Schayenne aufs Schmutzigste zu beschimpfen. Schayenne keift zurück, weswegen auch sie Schennifers Annäherungsversuch zunächst nicht bemerkt.
Schennifer (schon wieder etwas weinerlich):„Hallo?“
Weiterhin keine Reaktion. Kevin und Schayenne sind weiterhin in ihr Macker/Tussie Streitgespräch vertieft, in das sich jetzt auch Schantalle einbringt. Keiner kümmert sich jetzt mehr um Schennifer, die dieses mit einem hysterischen Schreikrampf quittiert. Kevin dreht sich jetzt langsam zu ihr um.
Kevin (aggressiv):„Ey, bist du Spasti oder was?“
Schennifer unterbricht sich selbst für ein paar Augenblicke. Sie hatte zwar auf die Aufmerksamkeit Kevins gehofft, aber in einer ganz anderen Art und Weise. Sie erstarrt und fängt an Kevin zu beschimpfen. Auch Schayenne, die einspringen wollte um die Situation vielleicht doch noch zu retten, wird mit einem gekrischenen "Du dumme Schlampe, das ist alles nur deine Schuld" bedacht.
Schennifer will sich umdrehen und ebenfalls wegrennen, dabei stößt sie gegen einen weiteren Mitschüler. Sie missinterpretiert dies als Tröstungsversuch und schlingt ihre Arme um ihr neues Opfer. Das blickt erstmal verwirrt drein und trägt die immer noch konvulsivisch schluchzende Schennifer zu einer Treppe etwas abseits der Szenerie. Kevin streitet derweil wieder mit Schantalle und Schayenne. Die Trageszene hat inzwischen einige unbeteiligte Zuschauer (das sind mittlerweile gut zwei Dutzend) dazu animiert, sie zu imitieren, angefangen bei zwei jungen Frauen in ihren frühen Zwanzigern, bis hin zu dem nicht genannten Autoren und einen seiner Kumpels - wie alt die sind, geht keinen etwas an.
Inzwischen hat Schennifer verstanden, dass der Junge, der sie Abseits trug, überhaupt nicht in die Angelegenheit involviert werden wollte, was jetzt dazu führt, dass sie auch dieses arme Opfer der Umstände beschimpft und auf es einschlägt. Schantalle und Schayenne sehen dies und eilen ihrer Freundin zu Hilfe. Kevin steht im ersten Moment etwas verdattert da. Dann merkt er, wie Torben ihm eine Flasche Kinderbier (so'n buntes Zeug auf Bier(?)basis in einer Weißglasflasche) in die Hand drückt. Wortlos setzt er diese an und schafft es fast, sie ohne abzusetzen leer zu trinken. Vermutlich hat er gerade in diesem Moment den Wert eines guten Freundes zu schätzen gelernt, denn die beiden verziehen sich wortlos in die Disco, wo noch viel mehr von dem Zeug wartet.
Inzwischen hat sich eine Traube Halbwüchsiger um die sich jetzt wieder untereinander streitenden Mädchen gedrängt. Schennifer heult wie ein Schlosshund, Schayenne zetert wütend auf sie ein und Schantalle hat sich daran erinnert, dass sie noch eine halbe Flasche Asti in ihrer Handtasche hat.

15 Minuten später


Ein schwarzer BMW einer kleineren Baureihe fährt auf dem Parkplatz vor. Am Steuer: Schennifers zutiefst angefressener Vater, verpasst er doch so den Auftritt seiner Lieblingsband bei Wetten dass. Die Beifahrertür wird wie von Geisterhand geöffnet und ein scharfer Befehl fordert Schennifer auf, umgehend einzusteigen. Sie bringt nicht mehr die Kraft auf, sich dem Befehl zu widersetzen. Und außerdem, nachher wird Mami sie ins Bett bringen und ihr Kekse und heiße Milch hinstellen. Von der Tracht Prügel, die sie noch erwartet ahnt niemand etwas, ihre Mutter hat nämlich die leere Limusflasche gefunden.

Ein etwas enttäuschendes Ende für ein derartiges Drama. Zu schade. Hätten die Weiber auch noch angefangen sich zu prügeln, hätte man noch eine schöne Kommentation daraus machen können. Aber es finden sich ja auch noch andere Wege, eine Geschichte unnötig in die Länge zu ziehen.


Was danach geschahBearbeiten

Kalle, Bomber und Stomper: Die drei sind umgekommen, als sie zum Rudolph Hess Marsch nach Berlin fahren wollten. Im Gegensatz zu Heldentum ist Dyslexie nämlich durchaus erblich, so dass Bomber die drei beim Lesen der Straßenkarte in einen Fluß namens Ragöse lotste.


Walther: Walther hat sich aufgehangen, als Bischof Mixa seinen Rücktritt erklärte. In seinem Abschiedsbrief erklärte er, sein Märtyrertod sei ein Apell an Richard Dawkins und alle anderen Gottesleugner endlich damit aufzuhören, die heilige Katholische Kirche anzufeinden und Gottes demütigste Diener in den Schmutz zu ziehen. Im Vatikan wird derzeit seine Seligsprechung erwogen, was aber vermutlich an konservativen Kreisen in der Konklave scheitern wird. Selbstmord ist eine Todsünde, die mit dem Scheiterhaufen bestraft werden sollte.


Kevin: Hat eine Schreinerlehre gemacht. Er steht heute bei OBI an der Säge.

Torben: Hat eine Elektrikerlehre gemacht. Er steht heute bei Hornbach an der Säge.

Schantalle und Schayenne: Haben sich bei Germany's next Topmodel im ersten Casting über die Frage welche von beiden die jeweils andere kopiert gegenseitig totgebissen.


Schennifer: Wurde von ihren Eltern in ein Kloster verfrachtet. Sie nennt sich heute Schwester Dolorosa und ist eine bekannte Nonnenhockey-Nonne.


Vladimir: Verstarb kurz nach den geschilderten Begebenheiten an einer Überdosis Rasierwasser mit Brennspiritus.


Körtni: Sitzt beim ALDI an der Kasse.


Estragon: Wurde aufgegriffen, als er völlig verwirrt Passanten belästigte und sie fragte "Bist du es?". Zur Zeit befindet er sich in psychiatrischer Behandlung.


Namenloser Uncyclopedia-Autor #1: Keine Ahnung. Wird wohl weiterhin das Internet mit seinen Schmierereien verschandeln.


Namenloser Uncyclopedia-Autor #2: Hat sich mit diesem dilletantischen Machwerk vermutlich auf ewig die Feindschaft Marcel Reich-Ranickis, Samuel Beckets und der deutschen Bevölkerung unter 18 Jahren gesichert.