FANDOM


Der SprengstoffexperteBearbeiten

Komm schon, Komm schon, verdammt; jetzt komm doch!
Es wird langsam brenzlig. Fünf Minuten gewartet, zehn, fünfzehn, aber immer noch nichts passiert. Oh Mann, wie konnte das denn passieren?! Was ist da schief gelaufen?! Jetzt liegt da dieser Blindgänger, dabei hat doch alles gepasst. Die einzelnen Reagenzien waren in Ordnung; nach Vorschrift gelagert; das Mischungsverhältnis hat auch gestimmt. Hat doch sonst immer funktioniert. Alles bis aufs My eingewogen. Der gleiche Ablauf wie immer. Verdammt, alles umsonst. Aber es hätte doch funktionieren müssen. Was ist da schief gelaufen?! Die Homogenisierung? Die Reaktionszeit? Die Waage vielleicht nicht richtig tariert? Es hilft nichts. Dieser Blindgänger von einem Hefeteig kann nur noch entsorgt werden. Da muss Tante Gerda sich wohl mit einem gekauften Geburtstagskuchen zufrieden geben.

Der KriegerBearbeiten

Alarm ist gegeben. Größte Wachsamkeit. Aber da kommt schon der erste von ihnen; der Tanz geht los. Er springt; der Hund ist gewitzt, ein harter Gegner. Ein würdiger Gegner. Der wird nicht so schnell aufgeben. Drückt mich Zentimeter für Zentimeter nieder. Also, mit aller Kraft dagegen gehalten. Langsam, quälend langsam geht es wieder aufwärts. Ich krieg dich; ja ich krieg dich. Hey, was ist das?! Hat sich einer von hinten angeschlichen und sitzt mir jetzt im Nacken! So ist das also; wenn du merkst, du packst mich nicht, dann kommt dein dreckiger kleiner Kumpel! Von hinten festhalten, von oben würgen; das haben wir ja gern. Schluss mit dem Gestrampel. Saftiger Ellenbogenstoß nach hinten. Saftiger Tritt hinterher; wie ein bockendes Maultier. Schulter hochreißen, genau wie ein Wrestler vorm Count Out. Luft, frische, süße Luft in den Lungen. So, jetzt, millimeterweise geht es aufwärts. Geschafft, da liegen die Hunde und winseln um Gnade.
Hm, bisschen kalt, aber immerhin, der Kampf ist gewonnen. Jetzt aber schnell weg, bevor Matratze und Bettdecke wieder zu sich kommen.

Der FeuerwehrmannBearbeiten

Durch die dichten Schwaden. Maske hinüber, also ohne die rein. Der Rauch beißt in den Augen und die Hitze ist bald unerträglich. Kein Wunder, sind gefühlte 10.000 Grad. Schweiß perlt, tropft und verdampft zischend auf glühend heißem Metall. Das ist der Preis, den du zahlen muss, wenn du das hier tun willst. Aber hinterher jubeln sie dir zu, wenn du einen – oder besser noch eine – gerettet hast, oder gleich ein paar. Dann bist du der Held, für die nächsten paar Tage, danach haben alle dich wieder vergessen. Los vorwärts, diesmal gibt es kein Heldentum; es gibt diesmal nur verkohlte Überreste. Und wenn du hier nicht bald rauskommst, geht es dir selber genauso! Ein letzter beherzter Tritt gegen eine geschlossene Tür. Geschafft, im Freien, endlich!
Jetzt aber bloß schnell auf die Balkonfliesen, mit diesem glühend heißen Bräter, mit dem verschmorten Gockel drin.

Die OrdnungshüterBearbeiten

So, jetzt haben wir den Salat! Da haben sie sich zusammengerottet und überlegen, wie sie gegen uns vorgehen sollen. Tunichtgute. Hooligans. Unnützes Pack. Kommt schon, gebt lieber gleich auf! Und vor allem macht nicht so einen Lärm! Das hilft euch gar nichts! Oh ja, ihr seid in der Überzahl, aber wir halten zusammen! Und wir sind echte Kameraden! Wir haben uns noch nie einschüchtern lassen; bringen euch schon Zucht und Ordnung bei! So, direktemang in die Menge, gleich den Größten von euch Randalierern gegriffen! Feste druff, hinter die ungewaschenen Löffel; ja da kommt Freude auf! Einfach die öffentliche Ordnung stören, wo kommen wir denn da hin?! Da, jetzt wisst ihr nicht mehr, was ihr tun sollt und tretet den ungeordneten Rückzug an. Na gut, diesmal noch Gnade vor Recht, aber nächstes Mal seid ihr dran! Das schwöre ich euch!
Die drei Zwölfjährigen trollen sich murrend, während einer von ihnen sein schmerzendes Hinterteil reibt, da wo ihn der treue Gehstock des rüstigen Rentners getroffen hat. Nur der Altglascontainer ist Zeuge, wie sich der Rentner nach seiner Heldentat zurück in sein Domizil begibt um sein so unverfroren unterbrochenes Mittagsschläfchen fortzusetzen. Nicht, ohne seinem treuen Gehstock, seinem langjährigen Kameraden, noch einen liebevollen Blick zuzuwerfen.

Der LiebhaberBearbeiten

Oh, Baby, du machst mich echt an. Oh, wie du dich an mich schmiegst, so schön warm und weich. Ich hab’s doch immer gesagt, im Bett sind die Roten die besten! Oh ja das tut gut; mach nur weiter so. Oh, so schön warm und weich, eine echte Wohltat. Ich hätte dich schon viel früher mit ins Bett nehmen sollen. Oh ja…
Und der Liebhaber schläft mit einem wohligen Grunzer ein, während die rote Wärmflasche ihre Wärme an seine Füße abgibt.

AdW
Dieser Artikel ist