Therapismus

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Therapismus ist eine Neurose, die überwiegend zusammen mit einem ausgeprägten Wohlstandssyndrom auftritt. Als besonders anfällig für den Therapismus gelten die Eltern verhinderter Nachwuchsgenies. Nimmt der Therapismus fanatische, fast fundamentalistische Züge an, ist er unheilbar und mitunter gefährlich.

[Bearbeiten] Auftreten

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Das freche Grinsen kriegst du auch noch therapiert!

Der Therapismus entwickelt sich in der Regel kurz nach der Geburt des geplanten Nachwuchsgenies und tritt zwischen Wochenbett und ersten Besuchen der - heute praktisch obligaten - PEKiP-Gruppe. Hier werden den Neueltern unter dem Deckmantel des gemeinsamen Lernens und Erfahrungsaustauschs die Defizite ihres zukünftigen Versagers vor Augen geführt. Je basisneurotischer das Elternpaar, desto schneller entwickelt sich der Therapismus. Der kleine Julius krabbelt schneller als der einen Tag ältere Kasimir?! Kasimir muss eindeutig eine motorische Störung haben! Die sechs Monate alte Juliane fängt an zu heulen, wenn der gleichaltrige Ruben auf dem Arm seines Vaters in den Raum kommt?! Der Kleinen fehlt es an dem nötigen Selbstwertgefühl sich später mal in der feindlichen, männlich dominierten Berufswelt durchzusetzen. Entsprechend heißt das kinderpsychologische Betreuung für Juliane und motorisches Förderprogramm für Kasimir.

[Bearbeiten] Kindergartenalter

Wenn die kleinen Lebensversager mal so irgendwo zwischen KiTa und Grundschule ihr erstes halbes Dutzend Therapien hinter sich gebracht haben, können auch gleich die nächsten Therapien ausgesucht werden. Die fünfjährige Gertrud kann schon - in großen schrägen Hieroglyphen - ihren Namen malen, während der viereinhalbjährige Tiberius mit den lustigen Kringelchen noch so gar nichts anfangen kann, leidet er eindeutig an Dyslexie. Der Kindergarten ist wahrhaftig das erste große Sieb, in dem sich die Spreu so langsam vom Weizen trennt. Aber auch völlig von der Spur gekommene Einstellungen zur eigenen Persönlichkeit werden hier in die richtige Bahn gelenkt. Klettert die kleine Estefania auf das Klettergerüst und springt herunter, so hat sie offenbar keine Empathie für die armen Kindergärtnerinnen, denen man - verletzt sie sich am Ende noch bei einer solchen Aktion - eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorwerfen könnte. Packt der dreijährige Eusebius seinen Schniepel aus und strullert in die Kindergartenhecke, so ist er eindeutig ein Chauvieschwein und gehört therapiert, um nicht irgendwann respektlos gegenüber Frauen zu werden. Und hört der kleine Vincent der Erzieherin mal nicht so genau zu, sieht sogar vielleicht gerade mal gar nicht vom Malbuch auf, wenn er angesprochen wird, oder hüpft er weiter mit seinen Spielkameraden im Kreis herum, hat er - wie könnte es anders sein - ADHS.

[Bearbeiten] Grundschulalter

Erreichen die Kleinen dann austherapiert das Grundschulalter wird so manches Kindlein bald Maßnahmen gegen die Dyslexie über sich ergehen lassen dürfen. Manche bereits zum zweiten Mal seit dem Kindergarten. Spätestens dann, wenn sie nach vier Wochen noch nicht mal einen Bento-Artikel fehlerfrei lesen können. Oder es winkt die Therapie gegen die Dyskalkulie, wenn nach selbiger Frist noch nicht ordnungsgemäß logarithmiert werden kann. Da wäre ja die Chance auf das Gymnasium dahin und somit die Chance, "irgendwas ohne Mathe" studieren zu können.

[Bearbeiten] Gymnasiastenzeit

In Fachkreisen heißt diese Gymnasium über alles Mentalität auch Gymnasiasmus

Da das Gymnasium inzwischen in für den Therapismus anfälligen Kreisen die einzige anerkannte Schulform ist, braucht sich dieser Artikel nicht weiter mit anderen Schultypen befassen. Für Hauptschüler ist der Zug eh abgefahren und Realschüler sind einfach nur zu faul, sich für das Gymnasium anzustrengen. Ist hingegen der Gymnasiast und somit angehende Polittalkshowdauergast (oder wenigstens Manager eines Großkonzerns) seinerseits einfach nur stinkfaul, so ist das eindeutig eine auf ein Burnoutsyndrom zurückzuführende Antriebslosigkeit. Selbiges gilt für die Müdigkeit, die gelegentlich am späten Nachmittag zwischen Nachhilfeunterricht (der Einserschnitt muss gehalten werden; Zweier sind indiskutabel), dem Gespräch mit dem Lehrkörper über die Lernfortschritte durch die Nachhilfe, der freiwilligen sozialen Arbeit (gut für den Lebenslauf) und

Zu schade, dass BWLer kaum mehr als einen gewöhnlichen Dreisatz rechnen können müssen. Immerhin vermitteln die Busines-schools sehr kreative Wege, zu dem gewünschten Ergebnis zu gelangen.

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Nach statistisch 13,71 Therapien pro Jugendlichem bis zum 18. Lebensjahr haben so ziemlich alle jungen Erwachsenen die gleichen Eigenschaften und Charakterzüge...

der Gruppentherapie, die als Maßnahme für die Steigerung der Toleranz des Nachwuchses angesetzt wurde, als dieser sich kritisch zu einer soziologischen These des Lehrkörpers bezüglich des Integrationspotentials diverser ethnischer Volksgruppen äußerte, auftritt. Aber immerhin, ist der Jungmensch müde und ausgezehrt von der Therapienlast, lernt er wenigstens das Maul zu halten und seine Meinung - weicht sie vom weichgespülten Mainstream ab - für sich zu behalten. Ist das Gegenteil der Fall - der Vertreter des Jungvolks erhebt die Stimme und stellt sich widerborstig gegen alle, die doch nur sein Bestes, nämlich ihr eigenes Prestige wollen - Wird er (oder sie) chemisch therapiert oder gleich in die fähigen Hände des nächsten Psychiaters übergeben. Ist die Mischung aus Therapie und Leistungsdruck richtig gewählt, so kann der der Nachwuchsmanager bereits vor dem Abitur (G8) sein erstes Entschleunigungsseminar buchen und ist es damit wert, auf eine teure private Business-school geschickt zu werden. Ist das nicht der Fall, wird trotzdem ein Entschleunigungsseminar gebucht, schließlich soll ja niemand mitkriegen, dass der nichtsnutzige Nachwuchs irgendwo im zensurentechnischen Mittelmaß versackt ist. Oder die Dyskalkulietherapie nicht angeschlagen hat, oder das Balg ganz einfach keinen Bock auf Schule hatte. Außerdem sollte ihm die in der Therapie verlorene Lebenszeit ein Ansporn sein, wenigstens Jahrgangsbester an der gesichtslosen Massenuni, an der Spross jetzt studieren muss, zu sein.

[Bearbeiten] Studentenzeit

Solche untherapierten Vormenschen werden in Therapistenkreisen gerne nach Nea Ander-Tala "Neandertaler" genannt.

Der Student ist durch seine zahlreichen Therapien zum Menschen geworden. Alles was im jetzt noch fehlt, ist die nötige Aufgeschlossenheit für die Belange jeder noch so bedeutungslosen Minderheit, für die er die er durch Asten, Seminare und zahlreiche Workshops und Arbeitsgruppen sensibilisiert wird. Einen allerdings nicht zu unterschätzenden Störfaktor stellen hierbei die in ländlichen Regionen teils immer noch verbreiteten völlig untherapiert aufgewachsenen Komilitonen dar, die zuweilen ihre Mitstudierenden auch mal anmotzen, wenn diese das Feierabendbier mit dem Hinweis noch lernen zu müssen ablehnen oder gar Witze auf Kosten von Minderheiten machen. Politisch unkorrekter geht es ja gar nicht. Zum Glück hat aber jede Universität eine Psychosoziale Beratungsstelle, bei der man sich den Schrecken über dergestaltes Verhalten und auch noch jeden anderen Unbill von der Seele reden kann. Aber keine Sorge, liebe künftige Studierende, meistens treibt sich solches vormenschliche Volk an Fachhochschulen herum (an denen ihr eh nicht studiert) und da meistens in Studienfächern, die ihr eh nicht studiert. Und statt in stylischen Lounges hängen die nach Feierabend (Das ist die Zeit zwischen der letzten Vorlesung am Abend und der ersten am Morgen) eh lieber in Kneipen herum. Ihr begegnet denen also ganz, ganz selten...wenn überhaupt.

[Bearbeiten] Effekte

Der Therapismus zielt darauf ab, ein angepasstes, aus der Masse nicht herauszufilterndes Individuum zu erschaffen. Ecken und Kanten werden konsequent weggeschliffen um ein ganz besonderes charakterliches Profil ohne Auffäligkeiten der Wesensart zu erschaffen. Dabei bringt er meistens stromlinienförmige Drohnen hervor, die so etwas wie ein Profil nur bei Facebook haben. Allerdings auch nur so ein gleichgeschaltetes, nichtssagendes, wie alle anderen Therapismusopfer, das aus der Masse identischer massenmedialer Peepshow nur durch seine völlige Unauffälligkeit hervorsticht. Damit ist der therapierte Nachwuchs praktisch für jede Nachwuchsführungsposition geeignet; er muss, hat er (sie) diese erst inne, nur noch auf die Corporate Identity der Companie justiert werden.

Bundesarchiv Bild 102-03591A, Berlin, Appell der -Pimpfe-.jpg

So sieht es aus, wenn wenn man die kurzen zu Therapiezombies degeneriert. Foto aus einem Bogenhausener Kindergarten

[Bearbeiten] Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind unter anderem:

  • Einheitskleidung kombiniert mit Einheitshaarschnitt und Einheitsvisage
  • latente Vaginitis
  • latente Oktandemenz
  • Medikamentenmissbrauch
  • Suizidale Tendenzen bei allem, was gerade nicht in die vorgesehene Erfolgskurve passt

Gelegentlich entwickelt sich auch ein überbordender Selbsthass ob der eigenen Unzulänglichkeit, der sich im sog. Ritzen Ausdruck verleihen kann. Besorgte Therapisteneltern schließen oft fälschlicherweise auf ein Abgleiten ihrer Sprösslinge in die Emoszene und verordnen - nach Aufführen einer gehörigen solchen (jede Menge Vorwürfe und Unverstandene-Eltern-Getue) auch eine Therapie gegen das Emotum. Einen beträchtlichen Gewinn haben die also Nebenwirkungen in jedem Fall, geben sie doch Anlass zu weiteren teuren, schmerzhaften und vor allem zeitintensiven Therapien.
Schlägt der geistige Zustand des Therapismusopfers jedoch ins Gegenteil des Selbsthass um, das heißt, erlebt das Opfer, beginnt es sein Studium ausreichend weit von seinen Therapisteneltern entfernt, kann der erstmalige Genuss der großen Freiheit zu unkontrolliertem, exzessiven ausleben der selben führen. Das Therapismusopfer wird so ziemlich alles von Partymachen über Drogenkonsum bis hin zu ausgiebigen Bordellbesuchen durchführen, ohne sich an der Uni überhaupt noch blicken zu lassen. Letztendlich wird es irgendwann in einem Pappkarton unter einer Brücke erfrieren oder von anderen Therapismusopfern im Rahmen eines Gewaltexzesses totgeprügelt werden, während es verzweifelt versucht, den eingetrockneten Rest vom abgeschlagenen Boden einer Flasche Pennerbier zu lecken. Ist das Therapismusopfer in diesem Fall auch noch das erstgeborene Kind, werden Therapisten sich in ihrer Auffassung bestärkt fühlen und ihr verderbliches Tun bei sämtlichen - so vorhanden - Geschwistern noch ausweiten.

[Bearbeiten] Gegenmaßnahmen

Justizwaage.png Bitte beachten Sie die Hinweise zu Rechtsthemen!
„Therapismus geht uns alle an! Scheuen Sie sich nicht gegen Therapisten mit aller gebotenen Härte vorzugehen!“
~ Nea Ander-Tala auf dem IX. Antitherapistenkongress 2016 in Ochtendung über Therapismus

[Bearbeiten] Opfer

Die Opfer des Therapismus haben eigentlich nur eine Chance. Da sie selbst gar nicht erkennen, dass sie Opfer sind - sind sie das ständige Herumgedoktere doch von kleinstauf gewöhnt - muss die Hilfe von außen kommen. Wer immer ein Therapismusopfer im jugendlichen Alter ausmacht, sollte über seinen Schatten und den klammen Geldbeutel springen und es gleich mit auf eine ausgedehnte Sauftour nehmen. Auch der Umgang mit schwerem Werkzeug, das Anschauen pornographischen Materials und das Erzählen rassistischer Witze kann heilsam wirken. Sollte festgestellt werden, dass die Eltern des Opfers rechtliche Schritte gegen Sie einleiten oder ihre therapistischen Anstrengungen gar steigern, nehmen Sie das Opfer umgehend vollständig in Ihre Obhut und sperren sie die Eltern in den tiefsten, dunkelsten, von den ekelhaftesten Spinnen bevölkerten Keller, den Sie finden können.

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Hier können die Therapisten mal in aller Ruhe über ihr Tun nachdenken. Für sehr lange Zeit!

[Bearbeiten] Therapisten

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Ist das Therapismusopfer noch minderjährig und sagt der/die TherapistIn Sätze wie "Das ist heute eben so" oder "Das machen heute alle so" dann hilft es meistens schon, das Therapismusopfer - ja, in diesem Falle sind die Therapisten selber Opfer - gehörig anzuschreien, ob sie denn Idioten wären, die nicht für sich alleine denken können. Im zweiten Schritt sollten Sie die Kosten für die "Ausbildung" an einer ach so schicken Busines-school parat haben und die Eltern dahingehend beruhigen, das ein Studium an einer Fachhochschule schlimmstenfalls einen Verfahrenstechniker hervorbringt. Das ist fast ebensowenig ehrbar wie Banker, aber immer noch viel besser bezahlt als "Irgendwas mit Medien".
Reagieren die Therapisten nur mit Trotz und faseln etwas von Verantwortungsbewusstsein, Karriere und sonst irgendwelchen kruden Scheiß, verfahren Sie wie oben beschrieben. Ab in den Keller. Notfalls unter Anwendung körperlicher Gewalt. Für gewöhnlich reicht schon die Drohung, das Smartphone mit dem Terminkalender des Nachwuchses aus dem Fenster zu werfen. Haben Sie keine Skrupel, Sie tun das Richtige und das Recht ist auf Ihrer Seite.

[Bearbeiten] Literatur

  • Heidi Heilsam: Super Spaß mit guten Zensuren - Wie man Schulversager zu Superstrebern therapiert. Zahlemann und Söhne, ISBN 4-7723-5591-8
  • Waldemar Weichspül: Therapistische Ansätze für die Elite von übermorgen. Verlag Blabberblöd, ISBN 8-0150-5379-7
  • Bert Backenbrech: Therapie?! - Ick wer zum Schweiiiin!. Berserker, ISBN 2-2815-6460-7
  • Nea Ander-Tala: Asozial für Anfänger. Pöbel&Gesocks, ISBN 3-0158-1514-8


Dieser Artikel ist Artikel der Woche 17/2016
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