Straßenmusiker

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Als Straßenmusiker bezeichnet man einen abgehalfterten oder aufstrebenden Musikanten, der sich durch das Absondern von musikalisch anmutenden Geräuschen den Verdienst von etwas Geld für seine tägliche Dosis an psychotropen Stoffen, den Unterhalt einer zehnköpfigen Familie, oder der Finanzierung seines Afrikanismus-Studiums erhofft.
Es gibt auch Kinder und Jugendliche mit Integrationspotential, die von ihren Eltern oder der Straßenmusikmafia dazu gezwungen werden, ihren kindlichen Charme über ihr musikalisches Talent zu stellen und die Passanten in den Fußgängerzonen bzw. Fahrgäste in U- und Straßenbahnen mit enervierendem Akkordeongequäke so lange zu quälen, bis ein angemessenes Schweigegeld gezahlt wird.

[Bearbeiten] Vorkommen und Ausprägung

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Dieser verzottelte Bob-Dylan-Imitator wurde unlängst von einem Uncyclopedia-Reporter in einer U-Bahn fotografiert. Bezeichnend ist der lethargische, sinnentleerte Gesichtsausdruck des Künstlers.

Der Überbegriff Straßenmusiker gilt für alle Musiker, die sich im öffentlichen Raum ihrer Profession oder ihrem Hobby hingeben. Das kann der Musikwissenschaftsstudent im 18. Semester, der sich im Stadtpark auf einem Clavinova-Plastikklavier an „Für Elise“ vergreift und nach der 26. Wiederholung des Stückes immerhin 60 Eurocent in der vor sich aufgebauten Spendenbörse hat ebenso sein, wie der Russlanddeutsche, der in einem Berliner U-Bahn-Tunnel so leidenschaftlich und virtuos Bearbeitungen von Bach-Fugen auf seinem Akkordeon herunterorgelt, dass die Passanten sich verwundert fragen, warum so ein talentierter Musiker nicht schon längst auf den großen Bühnen der Welt zu Hause ist.
Auch der klassische, allen Straßenmusikerklischees entsprechende, langhaarig-verzottelte Bob-Dylan-Imitator, der mit seiner ungeübten Stimme selbst erdachte Folterlieder mit sozialkritischem Inhalt zum Besten gibt und sich dabei auf seiner ungestimmten Gitarre mit einem der drei ihm zur Verfügung stehenden Akkorde begleitet gehört zur Spezies der Straßenmusiker - in seinem Dilletantismus nur noch überboten von einem Angehörigen einer mobilen ethnischen Minderheit, der auf einem total verstimmten Hackbrett nicht mehr erkennbare ungarische Volksweisen präsentiert und die Passanten dadurch zur Zahlung ungeheurer Mengen an Schweigegeld oder Schweigenaturalien animiert, falls er nicht von einem schlechtgelaunten Fahrgast vorher tätlich angegriffen und seines Hackbretts entledigt wird.

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Dieser Sportstudent trommelt gedankenverloren auf seiner Isomatte herum und singt dazu in Suaheli, in der Hoffnung, man möge ihm ein Schweigegeld bezahlen, mit dem er sich die für sein Studium nötigen Lehrmittel beschaffen kann.

Besonders in der Vorweihnachtszeit erlebt man im westlichen Kulturkreis eine inflationäre Ausbreitung der durch Straßenmusiker verursachten akustischen Umweltverschmutzung. Die ohnehin schon überlaufenen Fußgängerzonen der Großstädte werden dann von ganzen Horden fiedelnder, piepsender, trötender, hupender und gar singender Musiker überrannt, alle in der Hoffnung, in ihrer unschuldigen Kunst gehört und mit ein paar Almosen bedacht zu werden.

Auch immer mehr Studenten aller Fachrichtungen entdecken die Straßenmusik für sich als Einnahme- und Resonanzquelle. Nicht nur Violinstudenten im ersten Semester martern auf Anraten ihres Professors die Stadtbewohner mit ihrem Gefiedel („Herr Mühlenkamp, Sie brauchen Praxis, Praxis, Praxis!“) sondern auch vollkommen unmusikalische BWL-Studenten stellen sich gelegentlich in den öffentlichen Raum und probieren die Maxime „Aus Scheiße Gold machen“ im realen Leben aus, was nicht selten mit ihrer physischen Beschädigung durch terrorisierte Passanten endet.

[Bearbeiten] Akzeptanz

Viele Mitmenschen empfinden Straßenmusiker als Plage und wenden sich angewidert ab, wenn sie ein peruanisches, vom dauerhaften Kokainkonsum gezeichnetes Panflötentrio vor ihrem Lieblingskaufhaus stehen und flöten sehen. Andere Zeitgenossen versuchen, in denen ihn unfreiwillig zu Ohren kommenden unbeholfenen Tonfolgen das Gute zu sehen und überlisten sich mit autosuggestiven Übungen, sodass ihr Abwertungsreflex ausgehebelt und die Darbietungen als schön oder zumindest als erträglich empfunden werden können. Der Griff zur Geldbörse angesichts eines kleinen verschmuddelten Akkordeonspielers ist bei vielen Gutmenschen antrainiert, auch wenn sie sich selbst nicht eingestehen können, dass ihr Almosen eher ein Schweigegeld als eine pekuniäre Würdigung der dargebotenen Kunst darstellt.
Für den ausübenden Künstler stellt jede Wahrnehmung seiner Kunst durch einen Passanten oder Ordnungshüter eine wichtige psychologische Aufwertung seiner Persönlichkeit dar. Dabei ist es dem verkannten Genie egal, ob ihm ein Schweigegeld bezahlt, oder ob er wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses von seinem Stammplatz in der Fußgängerzone vertrieben wird. Hauptsache, er wird gehört und kann seine oftmals selbstkomponierten Weisen der Öffentlichkeit präsentieren.


[Bearbeiten] Siehe auch


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