Semikolon

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In Griechenland ein Werbestar, aber auch nur da.

Das ; oder auch Semikolon ist ein vom Aussterben bedrohtes Satzzeichen. Es steht auf der Roten Liste der Deutschen Gesellschaft für komplizierte Rechtschreibung & Grammatik (DGfkR&G).

Hinweis:
In diesem Artikel wird das ; sowohl als Satzzeichen, also auch im Sinne des Titels dieses Artikels genannt. Dabei ist zu beachten, dass bei der Verwendung als Satzzeichen kein Leerzeichen vorne an steht; bei der Verwendung als Artikelname allerdings schon.

[Bearbeiten] Herkunft

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Mitarbeiter der DGfkR&G auf Promo-Tour.

Die Menschheit besteht schon seit jeher aus Zweiflern und Zauderern. In der Sprache haben es diese Menschen einfach; sie können ihre Unsicherheit ausdrücken oder schlichtweg alles und jeden anstottern. Beim Schreiben stellt sich dies etwas schwieriger dar; ein Punkt beendet einen Satz unweigerlich; ein Komma wiederum mag nicht trennend genug sein. Es ist einfach zu schwer, sich zwischen einer Aneinanderreihung zweier Hauptsätze oder einen Hauptsatz-Nebensatz-Konstrukt zu entscheiden.

In diesem Zusammenhang hatte die DGfkR&G eine ebenso schlichte wie geniale Idee: Man verband einfach Punkt und Komma und kombinierte sie zu einem völlig neuen Satzzeichen; das ; ward geboren. Es stellt seitdem die perfekte Alternative dar, es ist ein Zwitter, ein Hybrid, ja sogar - man mag es kaum aussprechen - ein Bastard; das uneheliche Kind von Punkt und Komma, die genetisch missgebildete Kreuzung aus Mensch und Frau; es nimmt dem Schreiber eine lästige Entscheidung ab, verblüfft den Leser und lässt diesen völlig ratlos zurück.

[Bearbeiten] Etymologie

Wenn Sie sich den Eingangsatz dieses Artikels durchgelesen haben, könnte ihnen aufgefallen sein, dass der ausgeschriebene Name des ; Semikolon ist. Doch wo kommt dieser Begriff her?

Das Wort setzt sich aus zwei Silben zusammen, die entfernt dem Altgriechischen entlehnt sind. Die erste Silbe semi kommt vom altgriechischen Wort ςεμιουσος und bedeutet so viel wie Noch einen Ouzo bitte, aber eisgekühlt!. Die Silbe kolon wiederum stammt von κολομυχοξον ab. Die Bedeutung ist den Forschern hierbei weniger klar; man nimmt jedoch an es handele sich um Wo sind denn meine ganzen Ziegen heute? Zusammengesetzt ergeben diese beiden Worte die Bedeutung Strichpunkt.

[Bearbeiten] Bedrohung

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Na immerhin...

Obwohl derart vielseitig einsetzbar, hat es das ; schwer. Es häufen sich vermehrt die Berichte, dass deutsche Grundschulkinder das Satzzeichen gar nicht mehr gelehrt bekommen; sogar von einem schlechten Abschneiden in der PISA-Studie aufgrund von ;-Unkenntnissen ist die Rede. Viele Schüler, aber auch Leser von Büchern der Bestsellerlisten kennen das ; gar nicht mehr; sie versuchen es aus Büchern wegzuwischen, weil sie es für Miggeschiss Fliegendreck halten. Was natürlich nicht geht (you read it here first). Verlage sehen sich mit riesigen Umtauschwellen konfrontiert, da das lesende Volk Bücher mit enthaltenen ; für Fehldrucke hält; daraus resultierten sogar schon bei bestimmten Verlagen Anweisungen an die unter Vertrag stehenden Autoren, das ; ganz aus den Werken zu verbannen.

In China wurde das ; sogar von allen Tastaturen verbannt, da es angeblich die Moral unterwandere und eine potentielle Gefahr für den chinesischen „Staat“ darstelle. Es wurde durch für Europäer völlig unlesbare Schriftzeichen ersetzt.

All dies führt dazu, dass das arme bemitleidenswerte und irgendwie auch liebenswürdige (sofern man ein Faible für Außenseiter besitzt) ; immer mehr von der Bildfläche verschwindet. Die DGfkR&G setzte hier rechtzeitig ein Zeichen. Es bleibt das Beste zu hoffen.

Hoffnung besteht jedoch, seit das Informationszeitalter überall Einzug hält; in der allseits beliebten Chattersprache, die sonst nur von unterbelichteten Nerds und Internetfreaks eingesetzt wird, feiert das ; ein Revival; es ist Bestandteil von Smilies ;-) und wird damit - wenn auch aus seinem ursprünglichen Lebensraum herausgerissen - wenigstens nicht komplett von der Bildfläche verschwinden (so ähnlich wie Eisbären).

[Bearbeiten] Gesellschaftskritik

Das ; übt per se keinerlei Gesellschaftskritik aus, weswegen dies im vorliegenden Artikel auch nicht näher besprochen werden kann.

Man beachte jedoch die Konnotationen dieser beiden Beispielsätze:

Satz 1: Herr Wolfgang Schäuble ist ein deutscher Bundesminister, der mithilfe der Aushöhlung des Grundgesetzes auf sinnentleerte Art und Weise versucht, die Bürgerrechte zu beschneiden. Deswegen ist er ein Arschloch.

Satz 2: Herr Wolfgang Schäuble ist ein deutscher Bundesminister, der mithilfe der Aushöhlung des Grundgesetzes auf sinnentleerte Art und Weise versucht, die Bürgerrechte zu beschneiden; deswegen ist er ein Arschloch.

Das ; macht an exakt dieser Stelle einen gewaltigen Unterschied und gibt dem Satz eine andere Sinnrichtung. Haben Sie ihn gefunden?



Dieser Artikel ist Artikel der Woche 17/2008
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