Ruhm

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Der Ruhm ist neben Milch, Brot und Fleisch eines der essentiellsten Lebensmittel der menschlichen Spezies und kann, schon in homöopathischen Dosen verabreicht, die Existenzberechtigung eines Menschen maßgeblich begründen.

[Bearbeiten] Typologie

Es gibt verschiedene Geschmacksrichtungen des Ruhms, die meisten Menschen bevorzugen den langlebigen Ruhm, andere, weniger wählerische Zeitgenossen geben sich mit dem zweifelhaften Ruhm, dem kurzlebigen Ruhm oder der Viertelstundenprominenz zufrieden. In welcher Ausprägung auch immer führt der Konsum von Ruhm dazu, dass der Konsument ein außergewöhnliches Ansehen bei seinen Mitmenschen genießt, wodurch ihm zahlreiche Privilegien und Vorzüge des menschlichen Daseins zuteil werden.

[Bearbeiten] Langlebiger Ruhm

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Sein Ruhm ist langlebig und unangefochten: Albert Einstein.

Um in den Genuss langlebigen Ruhms und damit einer uneingeschränkten Bewunderung durch seine Mitmenschen zu kommen, muss ein Mensch über besondere Fähigkeiten verfügen, mit deren Hilfe er Taten vollbringt, die für das Wohl seiner Mitmenschen scheinbar oder tatsächlich wichtig sind. Dazu gehören insbesondere sportliche oder schauspielerische Höchstleistungen, mutige kriegerische Vorstöße, wissenschaftliche Entdeckungen oder künstlerische Werke. Besonders große Feldherren und Staatenlenker wie Napoleon, Adolf Hitler, George Washington, Lenin oder Stalin haben der Menschheit vorgemacht, wie man durch mutige und kompromisslose Entscheidungen zu großen Portionen langlebigen Ruhms kommen kann, auch wenn dieser Ruhm auf dem Tod und der Vertreibung zahlreicher Menschen fußt und von nörglerischen Betrachtern auch als zweifelhafter Ruhm angesehen wird.

Langlebiger Ruhm wird auch Wissenschaftlern zuteil, deren Errungenschaften zweifelsfrei zum Wohle der Menschheit beitragen. So wird sich kaum ein Mensch wagen, die ruhmvolle Entdeckung der Relativitätstheorie durch den Physiker Albert Einstein anzuzweifeln und auch Professor Doktor Mergnus Werst kann seinen durch zahlreiche wichtige Erfindungen erworbenen Lorbeerkranz mit Stolz tragen.

Gedopte Sportler, die durch die aufopfernde Kasteiung ihres Körpers unglaubliche sportliche Höchstleistungen vollbringen, können extrem langlebigen Ruhm erlangen und werden von vielen Menschen wie Heilige verehrt. Der Sport ist auch eine Möglichkeit für absolute Durchschnittsmenschen, aus der breiten Masse herauszutreten und Bewunderung zu erlangen, was besonders im Bereich des Fußballs zu beobachten ist, wo viele intellektuell minderbemittelte Herrschaften dadurch berühmt werden, dass sie einen Lederball besonders kunstvoll in ein eckiges Aluminiumgehäuse befördern oder durch mutige Blutgrätschen den gegnerischen Mitspieler ins Krankenhaus befördern.

Ebenso kommen gedopte Musiker, die durch das Absondern besonders kunstvoller oder besonders lauter Tonfolgen ihre Mitmenschen verzaubern bzw. verstören immer wieder zu sehr großen Portionen langlebigen Ruhms. Dabei gilt der Grundsatz: Je zerrissener und kaputter das psychologische Innenleben des Musikers ist, desto größer und unantastbarer wird sein erworbener Ruhm sein. Ein ausschweifender Lebenswandel kann dabei dem Ruhmerwerb zuträglich sein, da viele nichtkünstlerische Menschen es für unabdingbar halten, dass ein großer Künstler seine Angst vor dem Scheitern nur durch die Einnahme psychotroper Substanzen lindern kann. Die Drogen- und Alkoholsucht eines Künstlers wird somit zum Beweis für seine künstlerische Größe.

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Sein Ruhm ist zweifelhaft aber unerreicht: Der Postkartenmaler Adolf Hitler.

[Bearbeiten] Zweifelhafter Ruhm

Die Übergänge vom uneingeschränkten zum zweifelhaften Ruhm sind fießend, da nicht alle Menschen die gleiche Sichtweise auf gesellschaftspolitische Vorgänge teilen und auch der Kunstgeschmack unter den Erdenbewohnern divergiert. Ein Präzedenzfall für den zweifelhaften Ruhm ist der Fall des Postkartenmalers und Endlösers Adolf Hitler. Von vielen Menschen verehrt, von noch zahlreicheren verteufelt gilt sein Ruhm als besonders zweifelhaft und hat einen extrem faden Beigeschmack, da ein ganzes Volk dem offensichtlich manischen Österreicher devot zu Füßen lag und ihm grenzelosen Ruhm zuteil kommen ließ.

Auch der Ruhm, den sich PornodarstellerInnen durch die besonders hemmungslose Darstellung des Geschlechtsverkehrs erwerben, gilt als zweifelhaft, da die Zurschaustellung sexueller Handlungen immer noch einen fragwürdigen gesellschaftlichen Stellenwert innehat. Dennoch haben einige weibliche Pornodarstellerinnen weltweiten Ruhm durch die besonders wagemutige Einatmung des männlichen Gemächts erworben und auch so mancher, penisverlängerter Darsteller konnte durch den sportlichen Einsatz seines überdimensionierten Arbeitswerkzeugs die lüsternen Massen zu Begeisterungsstürmen hinreißen und nachhaltigen Ruhm erwerben.

[Bearbeiten] Viertelstundenprominenz

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Die Viertelstundenprominenz kann schnell erworben und ebenso schnell wieder verloren werden.

Die Viertelstundenprominenz - auch als kurzlebiger Ruhm bezeichnet - gilt als Fastfood unter den Ruhmesarten. Talentfreie Starlets und ganz gewöhnliche Menschen ohne erkennbare Fähigkeiten wie etwa Paris Hilton oder Britney Spears bevorzugen diese Geschmacksrichtung des Ruhms, die ihnen kurzlebige Prominenz für den Preis der kompletten persönlichen Entwürdigung verspricht. Die Verfallsdauer der Viertelprominenz beträgt oft nur wenige Jahre, in Einzelfällen wie etwa bei Daniel Küblböck auch nur wenige Monate, doch das kurzfristige Gefühl, von ungeheurer Wichtigkeit zu sein, entschädigt die Viertelstundenprominenten für die darauf folgende totale Bedeutungslosigkeit.

In unserer von televisionärer Verdummung gekennzeichneter Wegwerfgesellschaft hat sich der Erwerb der Viertelstundenprominenz inzwischen zum Hauptlebensinhalt vieler unbedarfter Zeitgenossen gemausert. Zahllose Casting- und Talkshows spülen immer mehr Dilettanten und Dumpfbacken auf die Bildschirme und suggerieren dem verblödeten Zuschauer, diese Menschen hätten besondere Fähigkeiten, die es zu bewundern gelte.

[Bearbeiten] Posthumer Ruhm

Der posthume Ruhm ernährt seinen Besitzer zu Lebzeiten nicht und tritt oftmals erst einige Jahrzehnte nach dessen Ableben ein. Dieses Phänomen konnte z.B. beim niederländischen Absynthkonsumenten Vincent Van Gogh beobachtet werden, der zu Lebzeiten kaum eines seiner impressionistischen Meisterwerke verkaufen konnte, sich aus Frustration darüber ein Ohr abschnitt und elendig in einer Irrenanstalt verstarb. Heute gilt der berühmte Holländer als Mitbegründer der modernen Malerei und seine Bilder werden zu Höchstpreisen an den Kunstbörsen dieser Welt gehandelt.
Der posthume Ruhm wird auch immer wieder unbedeutenden Pfaffen und Nonnen zuteil, die erst Jahrhunderte nach ihrem Ableben von der katholischen Kirche heilig gesprochen werden, welche ihren Heiligenkult mangels heiligzusprechender Zeitgenossen durch diese Praxis am Leben erhält.

[Bearbeiten] Folgen des Ruhms

Wie jedes andere Lebensmittel muss auch der Ruhm maßvoll genossen werden, um seine wohltuende Wirkung zu entfalten. Ruhm stärkt das allgemeine Wohlbefinden, führt zu einer Straffung des Selbstbewusstseins und löst die Ausschüttung von Glückshormonen im menschlichen Organismus aus, die auf Dauer süchtig machen kann. Hohe Überdosen an Ruhm führen unweigerlich zu krankhafter Selbstüberschätzung, selektiver Wahrnehmung und machen den Berühmten süchtig nach immer höheren Ruhmgaben. Versiegt der Nachschub an Ruhm, fallen die ehemals Ruhmvollen in ein tiefes seelisches Loch, was nicht selten mit dem Suizid endet, da der Ruhmsüchtige eine schmachvolle Existenz als ganz normaler Bürger nicht erträgt und letztendlich daran zerbricht.
Berühmte Menschen haben auch Probleme damit, echte Freundschaften dauerhaft aufrechtzuerhalten, da es ihnen schwerfällt, die vielen falschen, durch den Ruhm wie Motten vom Licht angezogenen Freunde von den wenigen echten Freunden zu unterscheiden, die den Ruhmvollen auch schätzen würden, wäre er ein ganz normaler Mensch ohne besondere Talente oder Errungenschaften. Deshalb vereinsamen viele Berühmtheiten mit der Zeit, besonders wenn ihr Ruhm verblasst und sich kein Reporter, kein Paparazzo, kein Fernsehsender, kein Kunstsammler, keine Radiostation, kein Groupie und keine Zeitung mehr für sie interessiert.

Dieser Artikel ist Artikel der Woche 47/2007
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