Paul Wesenich

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Paul Dagobert Jay Wesenich (* 13. 5. 1943) ist ein deutsch-schottischer Regisseur, Künstler und TV-Panel-Show-B-Prominenter.

[Bearbeiten] Kindheit und Jugend

Paul Wesenich wurde als Sohn einer Deutschen und eines schottischen Kriegsgefangenen in Bad Pyrmont geboren. Seine Mutter war als ausgebildete Mitläuferin in einem Gefangenenlager tätig, wo sie sich neben ihrer üblichen Tätigkeit als Aufseherin, Suppenausgabehilfe und Beauftragte für wehrkraftzersetzendes deutsches Liedgut auch einen soliden Ruf als "Matratze" erarbeitete. Der Vater Wesenichs, ein 17jähriger Unterläufel des 122. Glasgower Kanonenfutter-Batallions, starb noch vor der Geburt seines Sohnes, als er im Zuge einer verlorenen Wette betreffs des Ausgangs des Afrika-Feldzuges bei einem Schubkarren-Rennen gegen einen gemauerten Grill des Aufsichtspersonals (90x90x110 cm) prallte. Paul Wesenich wuchs in äußerst bescheidenen Verhältnissen bei wechselnden Bezugspersonen auf (Mutter; Großmutter; andere ältere Damen mit dubiosem Leumund und bedenklichem Konsum filterloser Zigaretten; Trinkhallen-Besitzer Karl-Heinz "Ralf" Kaschuppke) und wurde durch den unsteten Lebenswandel seiner Mutter sowie in Ermangelung eines funktionsfähigen Jugendamtes früh dazu gezwungen, den Lebensunterhalt seines gesamten Umfeldes (zu Zeiten ca. 23 erwachsene Personen und mehrere teils exotische und in der Haltung anspruchsvolle Tiere) zu bestreiten. Dies tat er in häufig wechselnden (prekären) Beschäftigungsverhältnissen im örtlichen Einzelhandel oder als Erntehelfer im 250 km entfernten Gurkenanbaugebiet Klein-Niederschnabrichhausen. Doch bereits in jungen Jahren galt Wesenichs gesteigertes Interesse der Kunst, insbesondere dem Film. Mit einer sowjetischen Militärkamera, die die Rote Armee nach dem Dreh eines propagandistischen Frontfilms ("Genosse Boris auf Freiersfüßen") auf einem Feldweg stehen gelassen hatte, drehte er erste Kurzfilme und sorgte damit für erstes Aufsehen bei einem der zahllosen Filmfestivals, wie sie in den ersten Nachkriegsjahren in mittelgroßen deutschen Städten an der Tagesordnung waren. Eine Schule besuchte Wesenich bis zu seinem 10. Lebensjahr nicht, durch einen Verwaltungsfehler und im Zuge eines umstrittenen landesweiten Projekts im Vorfeld der anstehenden Landtagswahlen ("Wer zuerst kommt, mahlt zuerst") wurde er dann jedoch auf das Theodor-Herzl-Gymnasium (bis 1945 "Alfred-Rosenberg-Gymnasium") in Lüneburg aufgenommen. Aufgeschlossene Lehrer ermöglichten ihm auch weiterhin, sich seiner aufkeimenden künsterlischen Begabung zu widmen.

[Bearbeiten] Studium und Frühwerk

Das Studium an der Kunsthochschule Meppen ab 1964 wurde Wesenich durch ein Stipendium der "Peter-Alexander-Stiftung" ermöglicht. In der ostfriesischen Provinz sammelte er die entscheidenden Eindrücke für sein erstes Werk in Spielfilmlänge, den Italo-Western "Den letzten hängen die glorreichen Hunde". Gedreht in der pittorsken Umgebung von Meppen, ausschließlich mit Laiendarstellern und hauptsächlich inspiriert von Kinoplakaten, die Wesenich bei Ausflügen in nahegelegene Großstädte gesehen hatte, muss der Film nach heutigen Maßstäben als unrealistisch bis hilflos gelten. Es folgten das Kammerspiel "Wenn der Kamin raucht" und die Verfilmung des Romans "Explosionen der Fleischeslust", beides waren mäßige kommerzielle Erfolge und wurden von der Lokalpresse vernichtet ("Unfug"!, "Primitiv", "undeutsch").

[Bearbeiten] "Verflucht und vergessen" (1969)

Schon während seines Studiums hatte Wesenich die Idee für einen Film über das zu Unrecht verschwiegene Thema "Stofftaschentücher im Nationalsozialismus", fand jedoch keine Geldgeber für das heikle Sujet. Erst die Bekanntschaft mit dem egozentrischen Großindustriellen-Sohn Karl "Carl" Gerbenbacher aus Ulm ermöglichte Wesenich die Realisierung seines Traumprojektes. Für "Verflucht und vergessen" konnte neben der Abschlussklasse einer privaten Goldschmied-Akademie, die zufällig unter der Wohnung Wesenichs lag, auch der damals noch weitgehend unbekannte spätere Kurzfilm-Stummfilm-Stop-motion-Star Gerd Wieslohner gewonnen werden. Der Film selbst zeigt in eindringlicher Weise die Verstrickung der deutschen Stofftaschentuchindustrie in die Rüstungspolitik des Dritten Reiches und illustriert am aussichtslosen Kampf des einfachen Landstreichers Kalle (Wieslohner) das stille Heldentum im Angesicht des Todes. Der Film gilt als früher Höhepunkt des sozialkritischen Außenseiter-gegen-jede-Art-von-Industrie-Films und lieferte entscheidende Anregungen für so unterschiedliche Filme wie "Theo gegen den Rest der Welt" oder "Daniel der Zauberer".

[Bearbeiten] "Ein kleiner Mann" (1972)

Das Thema des kleinen Mannes im Kampf gegen irgendwas ließ Wesenich auch weiterhin nicht ruhen, und mit dem bescheidenen Gewinn von "Verflucht und vergessen" (1500 DM "Mark damals noch" nach Steuern) konnte er "Ein kleiner Mann" realisieren. Im Umfeld der damals gängigen Antiwitze und des permanenten selbst- und rückbezüglichen Humors fiel es Wesenich schwer einzuschätzen, ob ein Film mit dem Titel "Der kleine Mann", der dann in der Tat von einem kleinwüchsigen Mann handelte, als lustig, sozialkritisch, dadaistisch oder menschenverachtend aufgefasst werden würde. Er entschied sich für das Offensichtliche und erzählte in eindrucksvollen Sechs-Farben-Bildern - für die damals spezielle osteuropäische Kameralinsen im Austausch gegen enttarnte Doppelspione und Knax-Hefte besorgt werden mussten - die Geschichte eines augenscheinlich sehr kleinen Mannes (Günter Kaufmann, durch neueste "Computer"-Technik verkleinert) der noch dazu schwarzer Hautfarbe war. Der kleine Mann kämpfte sich durch eine episch angelegte Rahmenhandlung mit weit über 85 namentlich genannten Nebenfiguren und scheitert - bereits jetzt ein Markenzeichen von Wesenichs Werk - an gesichtslosen Behörden und Ämtern. Das Publikum reagierte verstört, Kleinwüchsigen- und sonstige Interessengruppen verdammten das Werk als zynisch und langweilig. Das Lexikon des Internationalen Films urteilte zehn Jahre später altersmilde: "Ein zähes Machwerk, in dem die überflüssige Gewalt nur noch aufgesetzt wirkt und inhaltliche Schwächen mit schlecht ausgeleuchteten weiblichen Brüsten bedeckmäntelt werden. Kaufmann ist eine Offenbarung."

[Bearbeiten] "Düppeler Schanzen - Eine Liebe ohne Grenzen" (1977)

Als im sogenannten "deutschen Herbst" anscheinend keiner an etwas anderes denken kann als RAF und das verlorene Elfmeterschießen bei der EM gegen die Tschechoslowakei zaubert Wesenich seinen ersten ambitionierten Historienfilm aus dem Hut. Die Schlacht auf den Düppeler Schanzen - als eine der wenigen bis dato noch nicht verfilmten Schlachten - kombinierte er zu einer einfühlsamen Liebesgeschichte zwischen einem dänischen Richtkanonier und einem deutschen Kriegsberichterstatter. Für die Rolle des Ove konnte mit Lee van Cleef ein bekanntes Gesicht gewonnen werden, Siegbert wurde dargestellt von Herbert Grönemeyer. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern soll Gerüchten zufolge sehr sehr gut gestimmt haben. Die Kritik feierte Wesenichs unverhohlene Zurschaustellung von Schwulen-Klischees (die Filmzeile "Hachchen, du hast da was an deiner Pluderhose, Süßer" war zur damaligen Zeit ein beliebter "running gag" auf deutschen Schulhöfen) und primitive Effekthascherei als "schonungslose Abrechnung mit diesem gottlosen Treiben" (FAZ) und "lustige Kriegsschnurre" (Mainpost). Hollywood wurde auf Wesenich aufmerksam, als dieser bei Johnny Carson irgendein nicht näher identifizierbares deutsches Volkslied auf einem Kamm zu blasen genötigt wurde.

[Bearbeiten] Aktionskunst und politisches Engagement

Nach dem großen Erfolg von "Düppeler Schanzen" orientierte sich Wesenich eine Zeit lang um und widmete sich seinem zweiten Herzensthema, der Aktionskunst. Erstmals machte er mit der Aufstellung eines rosafarbenen Hinkelsteins auf der A9 zwischen Pfaffenhofen und Langenbruck auf sich aufmerksam. Kontroverse Diskussionen in der Kunstszene, wozu oder wogegen das gut sei, spornten Wesenich dazu an, sich in diversen westdeutschen Fernsehtalkshows, in denen man noch rauchen durfte und die Moderatorinnen hellbraune Stiefeletten trugen, um Kopf und Kragen zu reden. Im Jahre 1985 hatte er die öffentliche Meinung geschlossen gegen sich, als er in irgendeiner mitternächtlichen Diskussionsrunde im Dritten Programm den Eindruck erweckte, er habe Hitler mit Himmler verglichen. Bundespräsident von Weizsäcker mahnte irgendwas an, andere führende Politiker mahnten mit, riefen auf zu, erinnerten an, gedachten diesem und jenem und zwangen Wesenich, öffentlich zu erklären, niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten. Im Zuge der allgemeinen Aufregung ging vollkommen unter, dass Wesenich als Bundespräsidentenkandidat der SPD im Gespräch war, jedoch wegen diverser umstrittener Äußerungen ("Ich will jeden jeden Tag ein kleines bisschen besser machen", "Willy Brandt hat nen künstlichen Darmausgang, glaub ich") wieder zurückgezogen wurde.

[Bearbeiten] "Holz und ich" (1991)

Das Opus magnum Wesenichs brach mit sämtlichen Konventionen der damaligen und heutigen Zeit. Das Drehbuch zu "Holz und ich" hatte Wesenich schon seit den frühen Siebziger Jahren im Kopf, hatte es jedoch immer wieder verschoben mit der Begründung, ihm fehle noch der geeignete Hauptdarsteller. Diesen fand er in dem Synchronsprecher und New-Age-Musiker Kai Taschner. "Holz und ich" handelt von Morgowitsch, einer undefinierbaren Inkarnation des Bösen mit einer Sowjetuniform, dessen Gliedmaßen Miniguns sind. Sein Plan, eine Maschine zu bauen, die die gesamte Liebe der Menschheit absorbiert und in ihn reintut, muss von Kai Taschner (gespielt von Kai Taschner) vereitelt werden. Diese simple Rahmenhandlung wird erst durch das dem Film zugrundeliegende Konzept des "endless loop gags" zugänglich. Dieses Konzept sieht vor, durch mehrere pausenlos wiederholte Witze den Zuschauer von der Handlung abzulenken und zu enervieren, wodurch Emotionen freigesetzt werden (Hass, Zerstörungswut), die den Zugang zum Film überhaupt erst ermöglichen. Zu diesen „Gags“ zählten:

  • sobald Kai Taschner nicht im Bild ist, fragen alle anderen oder eine Erzählerstimme (gesprochen von Theo Waigel) "Wo ist Taschi?"
  • sobald eine Person das Bild verlässt, kommt sie wieder von irgendwo andersher ins Bild
  • Personen, die nicht mehr für den Fortgang der Handlung essentiell sind, explodieren beim Stichwort "Jägermeister" (was die Konstruktion absurder Dialoge notwendig machte, die das Wort Jägermeister enthielten)
  • Personen ziehen sich ihr Gesicht ab, das eine Maske ist und darunter erscheint dasselbe Gesicht erneut

Über den Sinn, das Ende, den Anfang und den Soundtrack des Films besteht bis heute keine Einigkeit. Die Feuilletons überschlugen sich und sahen in Wesenich den neuen Fritz Lang. Vergleiche mit "Texas. Doc Snyder hält die Welt in Atem" bis zu "Harry&Sally" wurden gezogen.

[Bearbeiten] Rückzug ins Private

Seit dem Erfolg von "Holz und ich" warten Fans, Kritiker und Kai Taschner auf einen neuen Film, doch Wesenich lebt seitdem zurückgezogen auf seinem Landsitz in Irlahüll. Über eine Frau in seinem Leben wurde verschiedentlich spekuliert, Wesenich selbst äußerte sich hierzu stets unnötig rätselhaft und weitschweifig, unter dem Strich wollte er aber wohl darauf hinaus, dass er aufgrund einer recht stigmatisierenden Hauterkrankung im Genitalbereich für das andere Geschlecht uninteressant sei. Derzeit ist Wesenich nur noch gelegentlich als "Promi" in TV-Shows wie "Die 100 größten Staatssekretäre aller Zeiten" zu sehen.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

  • Golden Globe - Nominierung "Best adapted screenplay for a Nazi-related movie" 1969
  • Golden Globe - Nominierung "Best minor war movie including gays and/or Nazis" 1977
  • Goldenes Palmwedel Fürstenfeldbruck für das vorläufige Lebenswerk 1980
  • Krawattenmann des Jahres 1988 (für eine fliederfarbene Schlieren-Hahnentritt-Krawatte, die er bei einem Gastauftritt in der Rudi-Carrell-Show trug)



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