Namedropping

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Das Namedropping (deutsch: Namen fallen lassen) ist eine weitverbreitete, sehr beliebte Praxis, um Produkte, Dienstleistungen und Biographien durch die Erwähnung berühmter Namen oder prominenter Zeitgenossen aufzuwerten.

[Bearbeiten] Anwendung

[Bearbeiten] Werbung

  • Das Namedropping wird in der Werbung als wichtiges Mittel zur Kundenbindung an ein Produkt verwendet. Durch die Verknüpfung mit einem großen Namen kann auch der letzte Ramsch gewinnbringend verkauft werden. Ungenießbarer, Brechreiz erzeugender Rahmspinat z.B. wird durch die Einbindung der Werbeikone und Sexbombe Verona Pooth in die Spinatwerbung zur blubbernden Gaumenfreude, die besonders Männer - entgegen ihrer genetisch bedingten Spinatallergie - in Scharen an die Kühltheken der Supermärkte treibt.
  • Mittelmäßige Hotels werben in ihren abgehalfterten Lobbys oft mit signierten Fotos prominenter Zeitgenossen, die angeblich schon einmal freiwillig eine Nacht in ihrem Etablissement verbracht haben sollen. Nicht erwähnt wird, dass der Prominente gegen seinen Willen in dem betreffenden Betonkasten untergebracht war, da entweder alle besseren Hotels der Stadt ausgebucht waren oder der Rechnungsträger aufgrund von Sparmaßnahmen den Prominenten dazu zwingen konnte, die keineswegs repräsentative Absteige zu bewohnen („Es ist ja nur für eine Nacht...“).

[Bearbeiten] Biographien

  • In Biographien wird das Namedropping eingesetzt, um einer langweiligen und unspektakulären Vita etwas Glamour und Relevanz einzuhauchen. Besonders zweitklassige Künstler und Musiker vertrauen auf die Erwähnung ihrer Idole, Mentoren, Lehrer und bekannteren Mitmusiker, um der Öffentlichkeit die eigene Wichtigkeit zu verdeutlichen und der eigenen Vita einen Hauch von Avantgarde einzuhauchen. Selbst wenn Musiker XY seinem großen Vorbild YX nur einmal zufällig im Vorbeigehen am Flughafen nahe gekommen ist, wird er in seiner Vita behaupten, eine Tournee mit dem Weltstar YX unternommen zu haben, die ihn in seinem künstlerischen Werdegang sehr geprägt habe.
  • Ein namenloser Boxer, der sich von prominenten Berufskollegen freiwillig das Gesicht zertrümmern lässt, kann als Belohnung für die nachhaltigen physiognomischen Entstellungen, die ihm durch diese Kämpfe beigebracht werden seine überlegenen Rivalen in seiner Vita erwähnen und bekommt dadurch wenigstens ein bisschen von dem Glamour seiner Kollegen ab. Dieses Namedropping wird ihm dabei behilflich sein, noch ein paar weitere „Aufbaukämpfe“ bestreiten zu dürfen und er wird so lange von seiner Verliererprominenz zehren, bis eine Gehirnblutung seiner bedauernswerten Karriere ein Ende setzt.
  • Kein Bewerbungsschreiben kommt ohne die Erwähnung prominenter Namen oder bekannter Firmen aus, mit denen der Bewerber angeblich schon mal zu tun hatte. Je mehr Namen fallen gelassen werden, desto besser sind die Chancen für eine Einladung zum Bewerbungsgespräch.

[Bearbeiten] Beispiel einer durch das Namedropping aufgewerteten Bewerbungsbiographie

  • Karl Meier, geboren am 12. März 1969 (das Jahr, in dem Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat) in Wolfsburg (Sitz des Volkswagen-Konzerns). Besuchte die Theodor Heuss-Oberschule und machte seine Fachoberschulreife 1981, das Jahr in dem der Song „Endless Love“ von Diana Ross & Lionel Richie mehrere Wochen auf Platz 1 der amerikanischen Charts stand. Studierte acht Semester lang verschiedene Fächer, schaffte es aber nicht, zu einem Abschluss zu kommen. Traf dafür 1985 in der Fußgängerzone in Bielefeld auf den Sohn von Dr. Oetker, Dr. Oetker jun. und streifte ihn am Ärmel. Kauft gerne bei ALDI ein und hat seine Wohnung mit Möbeln von IKEA eingerichtet. Trägt vorzugsweise Markenkleidung von Adidas und Nike und ernährt sich ausschließlich von Tiefkühlnahrung der Marke Bofrost. Hat 2001 dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank Joseph Ackermann einen Brief wegen seiner Kontosperrung geschrieben, die immerhin mit einem vorgedruckten Antwortschreiben beantwortet wurde. Bekommt außerdem regelmäßig Werbepost der Nordwestdeutschen Klassenlotterie und hat dort sogar einmal mitgespielt und 120 EURO gewonnen. Hielt sich in der Zeit von 1985 - 2007 mit Gelegenheitsjobs über Wasser und war u.a. als Gurkenzerteiler bei McDonalds in Wolfsburg, sowie als schwarzarbeitender Lagerist beim Schlecker-Markt in Braunschweig beschäftigt. Entschied sich im Jahre 2007, wieder eine geregelte Arbeit aufzunehmen, da er mit seinen Hartz IV-Zuteilungen nicht auskommt und sich außerdem einen Flachbildschirm mit Surround-Anlage von Toshiba zulegen möchte. Zu dem Bewerbungsgespräch würde Karl Meier mit einem ICE der Deutschen Bahn anreisen, auf der Reise würde er sich im Bordbistro eine Flasche Pils der Marke Warsteiner genehmigen, damit er die Bewerbung gelöst und entspannt absolvieren könnte.

[Bearbeiten] Beispiel einer durch das Namedropping aufgewerteten Musikerbiographie

  • Wolfgang Pachelbel, geboren am 5. Juni 1973 in Berlin (Heimatstadt der Berliner Philharmoniker), war schon als kleiner Junge sehr angetan, wenn seine Mutter ihre Bob Dylan-Platten abspielte. Er saß dann in seinem Kinderställchen und bearbeitete die Holzstangen mit seinen bloßen, niveagepflegten Händen. Ab dem Alter von sechs Jahren bekam Wolfgang, dessen Vornamen nicht zufällig mit dem des großen Wolfgang Amadeus Mozart übereinstimmt, Klavierunterricht bei Gerd Matutschek, der seinerseits einmal dem großen Pianisten Vladimir Horowitz nach einem Konzert die Hand geschüttelt haben soll. Relativ früh war klar, dass eine Solistenkarriere für Pachelbel nicht in Frage kam, da ihm die künstlerische Ausdruckskraft fehlte, doch für eine Korrepetitorenstelle an der Berliner Staatsoper reichte sein Talent durchaus. In der Opernkantine begegnete Wolfgang im Jahre 1993 einmal der großen Violinistin Anne-Sophie Mutter, deren Geigenkasten er für einige Momente halten durfte, während Frau Mutter sich am Kaffeeautomaten ein Heißgetränk besorgte. Pachelbel spielt am liebsten auf Steinway&Sons Konzertflügeln, nimmt aber zur Not auch mit Bechstein-Flügeln vorlieb. Er ist ledig und bewohnt eine Einzimmer-Dachgeschosswohnung im Künstlerviertel Berlin-Mitte, die er liebevoll mit Sperrmüllinventar einrichtete, welches ihm die Firma Zapf-Umzüge kostenlos überlassen hat.

[Bearbeiten] Das Namedropping in der Kulturszene

In der Theater- und Opernszene werden von unbedeutenden Angestellten aus dem zweiten Glied gerne Namen fallen gelassen, um ihre irrelevante Existenz aufzuwerten. So wird die Geschäftsführerin einer Staatsoper in Gesprächen mit Kulturschaffenden überdeutlich betonen, wie vertraut sie doch mit Christoph (Schlingensieff) sei und dass man sich bei der letzten Premierenfeier abgesetzt habe, um im Büro der Geschäftsführerin ganz privat einen Prosecco zu trinken. Auch der Jürgen (Flimm) sei ein ganz netter Kerl, mit dem man gut um die Häuser ziehen könne und der Daniel (Barenboim) habe ihr letztens einen Strauß Blumen geschenkt, worüber sie sich ganz besonders gefreut habe. Dass sie beim angeblichen Tête-à-tête mit Christoph nur die Gläser füllen durfte, bevor man sie bat, den Raum zu verlassen, den Jürgen nur mal von der Seite in einer Berliner Kneipe gesehen hat und Daniels Sekretärin den Strauß Blumen eigentlich dem Pförtner zu seinem 30. Dienstjubiläum geschenkt hat, wird die Geschäftsführerin natürlich unerwähnt lassen.

[Bearbeiten] Siehe auch

Spezialprojekte
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