Kulturrevolution

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Kulturrevolution findet am wenigsten in Deutschland statt, denn was dort in den Köpfen erst einmal drinnen ist, kriegt man nur mit der Holzhammermethode wieder raus, was angesichts des Fachkräftemangels als unfein gilt. Geschmeidiger sind da andere Völker, z.B. das gesunde Mischvolk der USA. Da wird alle 20 Jahre das System umgestellt, koste es was es wolle, und trotzdem die Steuern gesenkt und die Militärausgaben erhöht. Selbst in China, wo die Mutter aller Kulturrevolutionen unter Mao stattfand als größte Massengehirnwäsche der Weltgeschichte mit Kollateralschäden bei der 1968er-Bewegung in Europa, selbst da ist man beweglicher als in der Besitzstandesrepublik Deutschland. Die Mao-Bibel wurde zu Maos Kulturrevolution hierzulande zum 5ten Evangelium der 5ten Kolonne auf dem langen Marsch durch die Institutionen, der mittlerweile mit der Einlösung der Renten- und Pensions-Ansprüche der Dutschkinesen als gottseidank beendet gelten kann.

Brauchte es früher noch neue Evangelisten für neue Bibeln von Marx Kapital über Maos Bibel bis zu Dale Carnegies "Sorge dich nicht", ist heute per Telekommunikation und Internet bei fast jedem Geld verdienenden Erdenbürger ein "drin seiendes" Smartphone oder Tablet in Griffweite und damit völlig neue Gehirnwaschgänge möglich bei noch viel mehr Menschen als es Chinesen und 68er-Bewegte zusammen gibt, Menschen, die über zahlreiche in den Kommunikationsnetzen vorhandene Informationsnetze ausgeforscht werden für die aberwitzigsten Zwecke. Auch dieser Uncyclopedia-Artikel ist Teil dieser permanenten Kulturrevolution. Das Prinzip wurde von der mexikanischen Zapatistenpartei der permanenten Revolution erfunden, aber es ist längst aus deren Händen entglitten. Nur Donald Trump hat noch Angst davor, dass seine Twitter-Orgien von Mexikanern zwecks perfider Verschwörung gegen ihn persönlich tiefenpsychologisch so ausgeforscht werden, dass bald heute schon in mexikanischen Zeitungen gedruckt stünde, was der Präsident morgen zu zwitschern gedenkt, was wiedermal beweist, dass er einen Vogel hat. Schließlich nutzt ihm gegen die von ihm angenommene Verschwörung alles andere als die von ihm dagegen geplante hohe Grenzmauer zu Mexiko. Vielmehr müsste er die erfolgreichsten Unternehmen Amerikas abschalten: Google, Twitter, Facebook, Wottsepp, tumbler, ebay, Amazon und Chinas Alibaba noch dazu.

Der kindgebliebene US-Präsident steckt noch mitten in der vorigen gescheiterten Kulturrevolution, deren Bibel ein Bestsellerchen von Stéphane Hessel war. "Empört euch!" hieß das Pamphlet und fand seinen größten Widerhall in Stuttgart beim Protest gegen einen neuen Bahnhof, der die ganze Stadt zu untergraben droht, bis nur noch einstürzende Neubauten die schöne Stadt in ein dystopisches Stuttgart 21 verschandelwandeln, und das für angeblich 5 Minuten kürzere Bahnfahrt nach Ulm. Trump empört sich ständig über irgendwen, den er nicht leiden kann, aber während die Stuttgarter Bahnhofsgegner gelassen ihre Argumente sammeln, entbehrt es den Zwitschereien Trumps jeglicher Argumente, und ihm selbst mangelt es an jeglicher Gelassenheit. Erstaunlicherweise bedient er sich mangels Fakten aus Fake News-Kanälen und bastelt sich ein abstruses Weltbild aus "alternativen Fakten", womit er die Kulturwissenschaftler auf den Plan rief, die das "postfaktische Zeitalter" ausriefen. Sollte es tatsächlich soweit gekommen sein, ist die permanente Kulturrevolution der genannten Konzerne scheinbar doch ganz erfolgreich, oder? Nichts gilt mehr was vorher galt, wie bei einer richtigen Revolution. Nun, dann kann man ja wenigstens wieder lachen über Unternehmen wie die Uncyclopedia, welche verrückterweise die Fakten über die Welt bereitstellen, die solchermaßen revolutioniert längst über solche Faktenhuberei hinaus gewachsen ist und lieber das gesammelte Fakewissen aus Wikipedia konsumiert wie in der Vergangenheit allenfalls bereits Bier und Kartoffelchips konsumiert wurden, die heutzutage vollständig durch Kaffee und Fake News ersetzt zu sein scheinen. Aber wo kommen dann die Pölsterchen her? Aus Dänemark? Frag mal bei Gute Frage.

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