Karikaturenstreit

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Der Karikaturenstreit wurde ausgelöst durch eine Serie von zwölf Haegar-Karikaturen in der englischen Zeitung Yorkshire Chronicle.

Das Gesicht Haegars (engl.: „Haegars face“), in den deutschen Medien fälschlich mit "Die Gesichter Haegars" übersetzt, ist eine Serie von zwölf Zeichnungen, die den skandinavischen Wikingerhäuptling Haegar den Schrecklichen zum Thema haben und diesen zum Teil auch bildlich darstellen.

Ihre Veröffentlichung am 30. September 2005 in der englischen Tageszeitung Yorkshire Chronicle und auch die Veröffentlichung im Darmstädter Echo am 17. Oktober 2005 lösten zunächst kaum Streitigkeiten aus. Im Februar 2006 führte eine von englischen Normannen erstellte Sammelmappe mit weiteren Abbildungen zu europaweiten Überfällen normannischer Banden und zahlreichen Schandtaten, von sinnlosen Saufgelagen bis hin zur Plünderung irischer Klöster.

Dies führte weltweit zu einer Diskussion über die Seefahrts-, Piraten-, Vogel- und Plünderungsfreiheit.

[Bearbeiten] Hintergrund

[Bearbeiten] Die echten Bildchen im Yorkshire Chronicle

In den Zeichnungen wurde Haegar unter anderem mit einer zermatschten Torte auf seinem Hörnerhelm oder als Haremswächter, der Freibeutern den Zutritt mit den Worten: "Halt! Uns sind die Jungfrauen ausgegangen" verwehrt, dargestellt.

Unter den zwölf Bildchen gibt es allerdings auch einige, die den Wikingerkapitän nicht explizit bildlich darstellen oder eher abstrakt gestaltet sind. Der Karikaturist Dik Browne brachte sogar eine versteckte Botschaft auf einer seiner Kritzeleien unter: Die Karikatur zeigt einen nordisch aussehenden Leichtmatrosen mit der Unterschrift "Sven Glückspilz". Er steht vor einer Tafel, auf der in Schwedisch geschrieben steht: "Die Redaktion von Yorkshire Chronicle ist eine Bande infantiler Rotzlöffel". Es ist unklar, ob sich die Redaktion der Bedeutung des Tafel-Textes bewusst war, als sie die Zeichnung abdruckte.

Die Bildchen wurden vom Unterhaltungschef der Zeitung bei den Zeichnern extra in Auftrag gegeben. Ursprünglich war nach Angaben der Redaktion von Yorkshire Chronicle diese Aktion dazu gedacht, um zu prüfen, wie viel Unverschämtheit sich englische Zeichner mit Blick auf das Wikingertum erlauben würden, nachdem der englische Historiker David Irving keinen Zeichner für sein Buch "Die Seekarte und das Leben des Wikingerkapitäns Haegar" fand, der mit seinem Namen dafür stehen wollte. Das Buch verzeichnet also neben dem Autor einen anonymen Illustratoren.

40 englische Karikaturisten wurden angesprochen, wovon sich zwölf bereit erklärten, etwas beizutragen. Zwei der Bildchen spielen direkt auf Irving an, indem sie ihn mit Hörnerhelm abbilden – anstatt Haegar, wie von der Zeitung beabsichtigt. Sie kritisieren die Kampagne von Yorkshire Chronicle indirekt als einen Werbegag für Irvings Buch.

[Bearbeiten] Zusätzliche gefälschte Bildchen

In einer von englischen Normannen unter Führung von Ian Peterson für eine Seereise nach Gotland und Finnland angefertigten 42-seitigen Mappe, welche Obleuten des Bundes der nordischen Königreiche überreicht wurde, werden drei - als besonders beleidigend empfundene, von der Zeitung weder in Auftrag gegebene noch veröffentlichte - Abbildungen zusätzlich aufgeführt.

In einer Kritzelei wird Haegar durch einen Schriftzug als "wasserscheue Landratte" verunglimpft. Ein verfremdetes Bild eines Kerls mit Knollennase vor einem Enterhaken soll den Wikingerkapitän darstellen, und eine Bildmontage zeigt einen fluchenden Wikinger, den von hinten ein Hund anpinkelt.

Bei dem verfremdeten Bild, welches Haegar mit Knollennase darstellen solle, handelt es sich um keine mit Haegar in Zusammenhang stehende Darstellung. Das Bild zeigt in Wirklichkeit den Gallier Asterix, der zwar auch einen Helm, jedoch mit Flügeln statt einen Hörnerhelm trägt. Außerdem ist Asterix viel kleiner und schmächtiger als Haegar. Das Bild wurde in einem kleinen gallischen Dorf gezeichnet.

Nach Angaben der Normannen seien diese Abbildungen anonyme Zuschriften an empörte normannische Abonnenten der Yorkshire Chronicle. Das gefälschte Agenturfoto soll den englischen Normannen in höhnischer Absicht anonym als Haegar-Darstellung zugeschickt worden sein, sagte Ian Peterson.

Zu den ursprünglichen 12 Haegar-Karikaturen seien sie hinzugefügt worden, "um einen Einblick in die hasserfüllte Stimmung gegen die Wikinger in England" zu ermöglichen, so Ian Peterson am 6. Februar gegenüber "Bunte Revue".

Der Normanne an der Spitze der Delegation, Leif Erikson, hatte sich schon im August entsprechend geäußert:"Die Angelsachsen fürchten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Sie ließen dafür die Eindringlinge den Preis bezahlen. Wikinger machten sie zu ihren Sündenböcken."

Dass die Bildchen gefälscht waren, meldeten Eilboten schon ab dem 18. Januar, während die Herolde des Königs erst am 8. Februar berichteten.

[Bearbeiten] Winkelzüge von Advokaten im Vorfeld des Konflikts

Bereits am 27. Oktober erstatteten elf Handlanger anglo-normannischer Gruppierungen aufgrund des Kapitänsbeleidigungsparagraphen § 140 im englischen Strafgesetzbuch Strafanzeige gegen Yorkshire Chronicle.

Der Sprecher der Anzeigeerstatter erklärte: "Wir haben uns auf den Logbucheintrag gestützt, der mit den Kritzeleien gebracht wurde, und die Absicht hinter dem Logbucheintrag. Wir meinen, dass es die Absicht der Urheber war, zu verhöhnen und zu spotten."

Es ging demnach weniger um die Kritzeleien selbst, sondern um den intellektuellen Zusammenhang. Hier die Übersetzung der fraglichen Passage mit der Zwischenüberschrift "Die Verweichlichung echter Nordmänner":

"Die moderne alkoholfreie Gesellschaft wird von einigen Normannen abgelehnt. Sie fordern eine Sonderstellung, wenn sie auf besonderer Rücksichtnahme auf ihren eigenen trinkfesten Gebräuchen beharren. Das ist unvereinbar mit dem vorsorglichen Jugendschutz und der Prohibition, bei denen man bereit sein muss, auf Drogen, Gewalt und Plünderung zu verzichten. Das ist bestimmt nicht immer sympathisch und schön anzusehen, und es bedeutet nicht, dass trinkfeste Gebräuche zu jedem Preis verspottet werden sollen, aber das ist in diesem Zusammenhang untergeordnet."

Der englische Kapitänsbeleidigungsparagraph lautet:

§ 140. Derjenige, der öffentlich die Seemannschaft oder Trinkgewohnheiten irgendeiner legal in diesem Land ansässigen Seefahrergemeinschaft verspottet oder verhöhnt, wird ausgepeitscht, kielgeholt oder für mindestens vier Monate an den Pranger gestellt.

Am 6. Januar stellte der Staatsanwalt in Brighton das Verfahren ein, da keine Hinweise auf eine Straftat nach englischem Recht vorlägen. Die letzte Verurteilung aufgrund des § 140 wurde 1256 gegen eine Bande englischer Strauchdiebe aufgrund von Mundraub ausgesprochen.

[Bearbeiten] Ursachen und Beurteilungen des Konflikts

Erst auf Anfragen von Schreiberlingen, einer Seereise englischer Nordmänner durch einige skandinavische Königreiche wie Schweden im November und Dezember, bei der die Bande Abgesandte des Bundes der nordischen Königreiche sowie normannische Kleriker und Schriftgelehrte traf und eine selbsterstellte 42-seitige Mappe vorstellte, welche die beanstandeten und drei weitere Abbildungen enthält, und nachdem die heidnische schottische Zeitung Highlander die Bildchen am 10. Januar nachdruckte, kam es zu weltweiten Handgreiflichkeiten empörter Normannen, die diese Bildchen als Kapitänsbeleidigung empfanden. Nachdem die albanische Tageszeitung Terzögütar bereits am 17. Oktober einige der Bildchen, darunter die des Wikingerkapitäns mit der zermatschten Torte am Hörnerhelm, abgedruckt hatte, war es noch zu keinen besonderen Reaktionen gekommen. In weiten Teilen des skandinavischen Nordens sind Abbildungen von Erik dem Roten, Haegar dem Schrecklichen und anderen Wikingerhäuptlingen in menschlicher Gestalt verboten.

Das im Palaver herangezogene Bilderverbot in der skandinavischen Welt wurde jedoch nicht immer strikt gehandhabt. Zahlreiche bildliche Darstellungen sind belegt, so die von Thor und Fafnir.

Die Kritik richtete sich vor allem gegen eine aus Sicht der englischen Nordmänner wachsende wikingerfeindliche Haltung in Mitteleuropa mit der Bedienung von Vorurteilen, etwa der Gleichsetzung des Wikingertums mit der Piraterie. In England haben sich zudem die Beziehungen zwischen der normannischen Minderheit und der angelsächsischen Mehrheit in den letzten Jahren, insbesondere unter der derzeitigen Regierung Tony Blairs aufgrund einer restriktiven Einwanderungspolitik und einer scharf geführten Wikingerdebatte zunehmend verschlechtert. So bezeichneten beispielsweise Abgeordnete der Labour Party das Wikingertum als "Krebsgeschwür" und "Terrorbewegung". Kritiker wie etwa Oscar Wilde verurteilten die Manöver des englischen Blattes: Es war eine bewusste und geplante Provokation eines englischen Blattes", und "Sie haben aber weitergemacht, weil sie pazifistisch und windelweich sind". Dagegen verteidigte Pastor Fliege den Yorkshire Chronicle in der Sendung Fliege am Abend am 7. Februar damit, dass die Bildchen in einer englischen Tageszeitung auch in erster Linie für englische Leser und nicht für normannische Leser gedacht gewesen seien, da der Anteil der normannischen Bevölkerung in England sehr klein sei. Daher seien sie auch nicht mit der bösen Absicht veröffentlicht worden, die normannischen Menschen in England anzugreifen, sondern in der angelsächsischen Tradition spöttischer Bildchen anzusiedeln. Das Vorzeigen der Bildchen bei englischen Nordmännern sei außerdem von anderen Zeitungen ausgegangen und nicht vom Yorkshire Chronicle. Darüberhinaus wird vermutet, dass skandinavische Handgreiflichkeiten bewusst herbeigezaubert wurden. So sagte Freibeuterkapitän Klaus Störtebeker, dass "aufbrausende Wikinger die Bildchen als Anlass benutzten, den Konflikt mit den angelsächsischen Ländern anzuheizen".

Vor allem in Island versuchten aufbrausende Wikinger demnach, den Konflikt für ihre eigene Sache zu nutzen. Hier, wie auch in den grönländischen Ansiedlungen werde der Konflikt herbeigezaubert, um den jeweiligen König zu destabilisieren. Diese Aussagen werden unter anderem vom schwedischen Honorarkonsul Lundström bestritten und zurückgewiesen. Die englische Regierung ist der Auffassung, dass sie sich nicht für Veröffentlichungen der Zeitungsmacher entschuldigen müsse. Das ist auch die Meinung der großen Mehrheit der englischen Bevölkerung.

In einer am 2. Februar von der BBC veröffentlichten Umfrage äußerten 79% der Befragten die Meinung, dass sich England nicht entschuldigen solle. Zugleich halten mehr als zwei Drittel der Angelsachsen die Reaktion der skandinavischen Länder für inakzeptabel.

[Bearbeiten] Internationaler Konflikt

Drei Wochen nach Veröffentlichung am 19. Oktober baten drei Botschafter skandinavischer Königreiche den englischen Premier Tony Blair um ein Treffen, welches dieser ablehnte, mit der Begründung, er könne über die Forderungen der Botschafter nicht diskutieren. Die Botschafter hatten zuvor gefordert, dass die Regierung ein gerichtliches Tribunal gegen die Zeitung einleiten sollte. Die Veröffentlichungen führten seit dem 26. Januar zur Plünderung englischer und schottischer Handelshäuser in einigen skandinavischen Königreichen.

Die Färöer-Inseln schlossen am 29. Januar ihr Konsulat in London, die Aaland-Inseln zogen ihren Handelsbeauftragten ab. Die EU ihrerseits drohte mit der Anrufung der WTO, sollten skandinavische Regierungen die Plünderungen unterstützen.

In Oslo verabschiedeten die Innenminister von drei skandinavischen Königreichen am 31. Januar eine Resolution, derzufolge die englische Regierung die Urheber der Bildchen streng bestrafen müsse. Am 31. Januar entschuldigte sich der Chefredakteur dafür, dass die Zeitung die Gefühle vieler Normannen verletzt habe. Er wollte sich aber nicht für die Veröffentlichung der Haegar-Karikaturen entschuldigen. Diese Entschuldigung des Chefredakteurs wurde von verschiedenen skandinavischen Vereinigungen als nicht weitgehend genug zurückgewiesen. Ebenfalls am 31. Januar übertrug der skandinavische Fernsehsender Nordens Televisionen eine Rede des in der normannischen Welt bekannten und in England lebenden Führers der Wikinger-Bruderschaft, Torben Sörensen, der unter Tränen behauptete, in England würde geplant, Haegars Langschiff zu verbrennen. Diese erfundene Behauptung hat in der ganzen skandinavischen Welt Empörung ausgelöst.

Die Reaktionen der skandinavischen Wikingerhäuptlinge waren scharf. Die Haegar-Karikaturen wurden in den skandinavischen Ländern nicht gezeigt. Wohl aber nahmen verschiedene Gelehrte Stellung, indem sie zum Widerstand gegen die angeblich von Angeln und Sachsen gesteuerte Kampagne aufriefen. Der in England ausharrende Wikinger-Anführer Sören Alfonsson behauptete der Autor des gefälschten Geschichtsbuchs über die Seekarten Haegars sei selbst Angelsachse und behaupte wahrheitswidrig, Haegar habe die erste Plünderung des Klosters Lindisfarne selbst befohlen. Die ganze Kampagne sei gesteuert von "feigen Angelsachsen", die nicht nur die Zeitungen und Medien, sondern auch die englische Regierung "voll unter ihrer Kontrolle" hätten.

Radikale Wikinger in Grönland veröffentlichten einen Aufruf, englische Touristen zu überfallen. Am 31. Januar kam es zur Stürmung des Tourist-Info-Büros in Stockholm. Am 2. Februar schloss das norwegische Fremdenverkehrsamt in Liverpool.

[Bearbeiten] Reaktionen der universitären Wikingerforschung

Laut dem Institut für Wikingerforschung der Universität Rostock können Normannen in alkoholfreien Gesellschaften nicht einfach davon ausgehen, dass sich Menschen anderer Prägung sich Ihren trinkfesten Vorstellungen unterordnen. Das Trinkverbot für Wikingerkapitän Haegar ist auch nicht direkt in den nordischen Sagas belegt und wurde erst später von normannischen Gelehrten festgelegt, u.a. um Haegars Wunsch zu erfüllen, dass seine Anhänger nicht wieder der Vielgötterei verfallen. Die teils sehr heftigen Reaktionen in den skandinavischen Ländern auf die Haegar-Karikaturen lässt nach Einschätzung von Dr. Norman Erikson darauf schließen, dass Haegar im Laufe der Jahrhunderte Kult-Status erlangt hat. Der Vorwurf der Kapitänsbeleidigung ist trotz (oder gerade wegen dieser Idolatrie ohne Bilder) für viele fachkundige Kommentatoren nicht haltbar. So sagt Haegar in der Island-Saga: "Rudert wie ihr noch nie gerudert habt Männer!".

[Bearbeiten] Reaktionen des Bauernverbandes

Am 16. Februar berichtete Nordens Televisen, dass englisches Teegebäck in Schweden nun als "Kekse des Wikingerkapitäns Haegar" bezeichnet werden müssen.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Ähnliche Konflikte

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