Jan Hannes Johanczyk

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Jan Hannes Johanczyk, genannt Jens (* 28. Dezember 1968 in Sprockhövel) ist ein deutscher Fußballprofi.

[Bearbeiten] Kindheit

Geboren als fünftes Kind eines Gebäudereinigers und einer Innenarchitektin, musste Johanczyk sich bereits in jungen Jahren damit abfinden, dass er körperlich stets hinter anderen Kindern zurückbleiben würde. In seinem ersten Jahr an der Grundschule Hattingen-Niederbonsfeld kam es zu einem folgenschweren Unfall, als der kleine Jan Hannes mit seinem linken Bein in die Bohnermaschine des Vaters geriet, der zu dieser Zeit an seiner Schule als stellvertretender Hausmeister tätig war. Der Junge musste sich in der Folge mehreren Operationen unterziehen, und letztlich blieb das linke Bein auf Dauer einige Zentimeter kürzer als das rechte.

Dennoch war Sport neben der Religion stets das Lieblingsfach des Jungen, und auf beiden Gebieten entwickelte er großen Ehrgeiz und besondere Leistungen. Gerade sein Laufvermögen nahm erstaunliche Formen an, er konnte sowohl schnell als auch ausdauernd rennen, nur dabei in der Bahn bleiben, das konnte er nicht. Nach zahllosen Konflikten mit seinen Sportlehrern wurde ihm gestattet, stets auf der ganz rechten Bahn zu starten, dann jedoch nach und nach weiter nach innen zu gehen, bis es nach hundert Metern in die Kurve ging, in der er sich wieder nach außen tragen lassen konnte. Auf diese Weise bewältigte er Kurz- und Langstreckenläufe sehr erfolgreich, fiel jedoch wegen zu häufigen Verlassens der Aschenbahn meist aus der offiziellen Wertung jeder Sportveranstaltung heraus und erhielt nur mäßige Noten.

Trost fand Johanczyk stets im Gebet, und sowohl bei Klassenarbeiten als auch bei Sportveranstaltungen sah man ihn zu Anfang und Ende das Zeichen des Kreuzes schlagen. Als Papst Paul VI. im Jahre 1977 Solingen und Wuppertal besuchte, war der kleine Jan Hannes für das Kinder-Ehrenspalier vor dem Wuppertaler Dom vorgesehen, wurde jedoch wegen seiner Unfähigkeit, stundenlang gerade zu stehen, kurz vor Beginn der Veranstaltung gegen einen Mitschüler ausgetauscht. Dies empfand er als persönlichen Schicksalsschlag und haderte noch Jahrzehnte später mit dem verantwortlichen Prälaten. Dennoch, oder gerade deshalb, traf man ihn nie ohne eine kleine Bibel an.

[Bearbeiten] Jugend und erste sportliche Erfolge

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Der Aschenplatz des Schulzentrums Solingen-Süd heute

Trotz aller Rückschläge betrieb Johanczyk die Leichtathletik mit Feuereifer weiter. Im Jahr 1981 fiel sein unkonventioneller Laufstil einem Fußballtrainer auf, der sich zufällig auf dem Sportfeld des Schulzentrums Solingen-Süd aufhielt. Es war Kalle "Stumpen" Broders, der gerade seinen Cheftrainerposten beim Wuppertaler SV verloren hatte und in seiner Freizeit die Jugendmannschaften der Schulen betreute, eigentlich nur deshalb, weil sein Sohn Freddy Broders dieselbe Schule besuchte. Johanczyk kannte Freddy Broders flüchtig, man kam ins Gespräch, und der Zwölfjährige wurde aufgefordert mitzukicken.

Schnell zeigte sich, dass Johanczyk der geborene Rechtsfuß war. Seine Schusstechnik war ein Naturwunder. Johanczyk hatte bereits jahrelang konzentriert Laufen trainiert und dabei stets mit dem rechten Bein das schwächere und kürzere linke ausgleichen müssen. Seine Schüsse waren wie Granaten. Allerdings gingen sie meistens in den grauen Himmel oder die benachbarten Fischteiche. "Stumpen" Broders behielt den Jungen im Auge, und ein Jahr später, als Broders die Mannschaft von Union Solingen übernahm, holte er Johanczyk in die dortige Jugendabteilung.

Der Laufstil des Jungen blieb ein Problem. Allerdings waren seine Laufwege dadurch auch völlig unvorhersehbar. Mit Ball konnte er nur wenige Meter geradeaus zurücklegen. Er brachte seine Mannschaftskameraden zur Verzweiflung, aber "Stumpen" Broders hielt an ihm fest und beförderte ihn systematisch durch die Jugendmannschaften nach oben. Zwei oder drei Mannschaftskameraden mussten auf den Laufstil Johanczyks eintrainiert werden, dann wurde er zum unschlagbaren Rechtsaußen. Er lief sich frei (wobei er oft über den Rand des Spielfelds geriet), wurde angespielt, lief ein paar Schritte mit dem Ball und vollführte dann eine wahnwitzige Drehung auf dem kürzeren linken Bein, die in eine unmögliche Flanke überging. Seine Flanken hatten eine enorme Wucht und gleichzeitig einen ungewöhnlichen Überschnitt, mit dem die meisten Stürmer nicht zurechtkamen. Aber wer sich auskannte, brauchte nur noch den Fuß richtig hinzuhalten und der Ball war im Netz.

Mit 17 wechselte er in die Profiabteilung von Union Solingen, doch bei den Profis tat er sich zunächst schwer. Es ging ihm wie mit jeder neuen Mannschaft, wenn sie nicht auf ihn eingestellt war, konnte nichts gelingen. So saß er zwei Jahre frustriert auf der Bank, holte in der Zeit seinen Hauptschulabschluss nach und engagierte sich in der katholischen Kirchengemeinde.

[Bearbeiten] Profikarriere

Im Jahr 1988 schließlich kam seine große Stunde. Sein alter Schulkamerad Freddy Broders hatte es nach intensiven Bemühungen und gegen viele Widerstände auch in die Profimannschaft geschafft, woran Vater Broders natürlich nicht ganz unbeteiligt war. Freddy hatte eigentlich nicht das Zeug zum Profi, aber er kannte noch alle Tricks von Johanczyk, und zusammen sorgten sie in mehreren Spielen für Verblüffung. Zunächst wurden sie nur aus der Not heraus eingewechselt, aber in der Rückrunde der Saison 1988/1989 spielten sie viele Partien gemeinsam von Anfang an, und später waren sich die Experten einig, dass der Klassenerhalt in der 2. Liga diesen beiden zu verdanken war. Was auch dem alten Broders noch einmal den Job rettete. Legendär der Ausruf des alten Broders in der Nachspielzeit gegen Bayer Uerdingen: "Jens, wie du renns'!" Daran schrieben sich die Sportreporter der WAZ noch monatelang die Finger wund.

Es folgten zwei gute Jahre, in denen Union mit Broders und Johanczyk jeweils nur knapp am Aufstieg in die 1. Liga vorbeischrammten. 1991 musste sich Trainer Broders dann einer Lungenoperation unterziehen und den Trainerjob für einige Monate an den Nagel hängen. Das war natürlich sein Aus bei Union Solingen, und gleichzeitig hatte Johanczyk Angebote aus der 1. Bundesliga erhalten. Er entschied sich schließlich für Wattenscheid 09, die zu dieser Zeit in der 1. Liga im Dauerabstiegskampf lagen und händeringend einen Außenspieler brauchten.

Trotz vieler guter Worte wollte Wattenscheid aber den mittelmäßigen Freddy Broders nicht auch übernehmen. Freddy brach daraufhin seine Fußballerkarriere ab und eröffnete mit seinem Vater einen Tabakwarenladen in Velbert, den Johanczyk noch oft besuchte. Ohne Freddy war Johanczyk nur die Hälfte wert, eigentlich überhaupt nichts, das merkte man in Wattenscheid schnell, und so verbrachte er die erste Saison wieder fast ausschließlich auf der Ersatzbank. Erst in der zweiten Saison waren einige andere Spieler etwas auf ihn eingespielt, so dass er dann öfter zum Einsatz kam, aber wenige lichte Momente standen vielen Misserfolgen gegenüber, und das Wattenscheider Publikum mochte ihn nicht. Mangels anderer Rechtsaußen ließ man ihn dennoch meistens auflaufen.

Wattenscheid war eine Sackgasse, das erkannte er schnell, und so begann er, beim Lokalrivalen VfL Bochum vorzufühlen. Dort war man zwar von seinen Leistungen nicht überzeugt, aber der Gedanke, den Wattenscheidern eins auszuwischen, reichte den Bochumern schon, und sie verpflichteten Johanczyk daher zur Saison 1993/94.

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Die Fans stehen seit Jahren konsequent hinter Jan Hannes Johanczyk.

Und weil die Wattenscheider ihn so oft ausgepfiffen hatten, beschloss das Bochumer Publikum, ihn zu mögen. Bochums Trainer wechselten im Jahrestakt, aber jeder war gezwungen, Johanczyk einzusetzen. Saß Johanczyk einmal auf der Bank, konnte man sich auf Fanproteste und eine baldige Trainerentlassung gefasst machen. Spielte er aber, so waren seine Leistungen bestenfalls durchwachsen, weil ihm kongeniale Partner fürs Anspiel und Verwerter für seine Flanken fehlten. Die Fans liebten ihn trotzdem. Sein Markenzeichen, die kleine Bibel in der Gesäßtasche, wurde von vielen Fans nachgeahmt.

Das bemerkenswerteste Ereignis aus seiner Spielerkarriere in den 90er Jahren ist eine Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht im Jahr 1998. Johanczyk hatte zum ersten Mal in seiner Profizeit eine rote Karte gesehen, wegen einer Grätsche gegen Christian Wörns im Spiel gegen Bayer Leverkusen. Bochum protestierte anschließend gegen die verhängte Sperre von 3 Spielen. Die Bochumer argumentierten, mit seinem schwächeren linken Bein könne Johanczyk Wörns keine erwähnenswerten körperlichen Schäden zufügen, der Vorwurf der Unsportlichkeit sei also verfehlt. Die Sperre wurde daraufhin auf ein Spiel reduziert.

[Bearbeiten] Karriereende

Johanczyk ist noch heute im Kader des VfL Bochum (Stand 2007). Mit seinen inzwischen 38 Jahren kommt er jedoch nur noch in Ausnahmefällen zum Einsatz und denkt daher "ernsthaft über ein Karriereende nach", wie er von Journalisten seit Jahren zitiert wird. Gelegentlich wird er an die Amateurmannschaft ausgeliehen, und wenn Freddy Broders gerade von einer Kur gegen sein Asthma zurück ist und auch mitspielen darf, dann erleben ein paar Hundert Fans der Amateure noch einmal die Kabinettstückchen der beiden alten Recken.

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