Indie Rock Auskenner

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Der Indie Rock Auskenner ist (in der Regel) ein in die Jahre gekommener Mann, der sich über seine umfangreiche Schallplattensammlung und sein lexikalisches Wissen über Musikgruppen abseits des Mainstream definiert.

[Bearbeiten] Charakterologie

Im Gegensatz zum Audiophilen, der eine 40.000 Euro teure High End Musikanlage in seiner umfunktionierten Garage betreibt und immer die gleiche Schallplatte (eine audiophile „Pressung“ von „Love Over Gold“ von den Dire Straits) zu Testzwecken hört, kommt es dem Indie Rock Auskenner auf den Inhalt der Musik, vor allem aber auf die Hintergründe des Musikschaffens an. Ein Kult bzw. eine Kultur zählt für den Indie Rock Auskenner nur dann, wenn es sich um eine (von „Spex“) approbierte Subkultur handelt. Bis in die späten 1990er Jahre war „Spex“ die einzige Referenz für den Indie Rock Auskenner, das Internet ist dem Indie Rock Auskenner suspekt, denn dort sind viele Beiträge „nicht gut recherchiert“ oder „abgeschrieben“ (von „Spex“!). Die Inflation von Subkulturen in den 2000er Jahren bis zur Gegenwart ist dem alternden Rockphilologen zu unübersichtlich geworden, alles „teenage wasteland“, alles schon dagewesen. Wie immer in solchen Fällen ist Rückbesinnung angesagt.

[Bearbeiten] Das Genre Indie/Alternative

Der schlichte Umstand, dass Musikerzeugnisse sich schlecht verkaufen und der Bekanntheitsgrad der Band entsprechend niedrig ist, reicht für die Gruppen meist aus, um im Genre Indie/Alternative unterzukommen. Für außen stehende Beobachter stellt sich diese existenzielle Notlage als etwas ganz Besonderes dar. Die betroffenen Musiker greifen diese Sicht der Dinge bereitwillig auf und redefinieren ihre Erfolglosigkeit als subversive Machenschaft wider den bösen bösen Mainstream. Wenn Indie Rockbands reüssieren, werden sie in aller Regel (es sei denn, „Spex“ sagt was Anderes) für den Indie Rock Auskenner uninteressant, sie verlieren ihre Glaubwürdigkeit und Authentizität. Ansonsten weist das Genre Indie/Alternative keine Besonderheiten auf, von strukturloser Lärmbelästigung (noise) bis zu studentischer Saumseligkeit mit Gitarrenbegleitung ist alles in diesem (Un)genre vertreten.

[Bearbeiten] Die unerreichbare Qualität des Debutalbums

Es gibt im Sammelsurium des Alternativmusikspezialisten nur eine handvoll Bands, die wirklich eine fundamentale und stilbildende Bedeutung für die Rockgeschichte haben und von denen unser Studienobjekt alle Platten besitzt. (Diesen Aspekt, die Moralhuberei um die Bedeutung einer Sache und ihre Stellung im Kontinuum einer (eingebildeten) Entwicklung kennt man so nur von bürgerlichen Historikern). Bei allen anderen Gruppen, denen nicht der Nimbus der Vorreiterrolle anhaftet, ist meist nur das Debutalbum gut, alle weiteren releases reichen nicht im Mindesten an das Debut heran. Auch hier gilt: Je erfolgreicher, desto unbedeutender.

[Bearbeiten] Dennoch

Der Indie Rock Auskenner ist meistens ein ganz oker Typ. Er unterscheidet sich wohltuend von High-End-Nerds oder 60-jährigen Bierbäuchen, die keine andere Band gelten lassen als „die guten alten Stones“ - würg. Er (es ist immer ein Mann, einen Frauenmusikgeschmack gibt es nicht) ist freundlich und borgt einem sogar die eine oder andere Schallplatte. Am liebsten würde man sich selbige auf eine gute Chromcassette überspielen, aber man hat sich ja schon den Blödsinn des Plattendigitalisierens angefangen..

[Bearbeiten] Verschiedene Musikliebhaber, Sympathieranking

  • Der Liebhaber Alter Musik: Er geniesst ein paar Liter guten Rotwein in seinem Landhaus in den Marken und zieht sich das „Fitzwilliam Virginal Book“ rein – tres chic!
  • Der Dubhead: Immer stoned, Frequenzen über 25 Hertz sind für Ihn „nerviges Gequengel“, Gesang lehnt er kategorisch ab – sehr sympathisch!
  • Der Indie Rock Auskenner: Er borgt mir Platten, ohne ihn würde ich Bands wie die „Able Tasmans“ sicher nicht kennen – dankeschön!
  • Der/Die „Ich hör alles so quer durch's Gemüse“-Typ/Typin: Hier handelt es sich um Leute, die während der Arbeit ständig Radio hören, ödeste Hits- und Oldies-Sender. Das kann nicht der richtige Weg sein!
  • Liebhaber von Volksmusik: Arme Menschen! Als Alternative zur real existierenden Scheisse können sie sich nichts aufregenderes vorstellen als eine Welt, in der die Kinder unermesslich brav sind, die Liebe rein und ewig ist und Omi immerfort geehrt und gewürdigt wird! - dürftig!
  • Missionarische Dreads/Globalisierungsgegner: Ungewaschenes Gesindel, politisch halbgebildet, Pseudo-Marxisten, Musik – naja, geht so..
  • Studentinnen, Psychologinnen, Esoterikerinnen, Gleichbehandlungsbeauftragte oder sonstige alternde Suffragetten mit Scheinmusikgeschmack: In ihren (relativ umfangreichen) Beständen finden sich immerhin Sachen von Black Flag oder den Melvins. Doch aufgepasst: Das ist alles von den vielen Ex-Freunden! Die haben immer CDs mitgebracht, voller Hoffnung, es könnte mal was anderes geben als Entspannungsmusik oder Siouxsie and the Banshees – brrrrr!
  • Ziemlich am Ende der Liste: Audiophile. Eigentlich haben sie keinen Musikgeschmack. Sie hören alles, wovon es „Audiophile Pressungen“ gibt. Sie verehren Mark Knopfler und Eric Clapton, vor allem die Sachen von „Dire Straits“ sind „unglaublich gut produziert“ - puke, vomit!
  • Ganz am Ende der Liste: Bauerndeppen, Polizisten und ähnliche Schnauzbartträger, die eine der folgenden 3 Bands voll super finden: Queen, The Rolling Stones, Michael Jackson. Ende.
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