Harald Schmidt

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KarlMarx.jpg

Der King. Nur recht und billig, dass es ihm auf Kosten der Gebührenzahler vergönnt ist, in Würde zu altern.

Oliver Pocher:

"Es heißt doch immer, Late Night kann nur einer."

Schmidt:

"Ja, das stimmt. Aber das ist kein Grund für dich, es nicht zu machen.."


Harald Schmidt (* 18. August 1957 in Neu-Ulm; vollständiger Name Harald Franz Schmidt) ist ein deutscher Schauspieler, Kabarettist, Kolumnist, Entertainer, Schriftsteller und Moderator, vor allem aber "Mr. Late Night" vom Dienst. Zuletzt von brüllend komisch auf nur noch semiwitzig abgeschlafft, war er lange das Maß aller Dinge. 2014 wurde seine Fernsehexistenz beendet: "Mein Vorteil gegenüber Hoeneß: Ich werde heute entlassen. Wir haben auch viele Gemeinsamkeiten: Wir haben beide Millionen verzockt: Er Euro, ich Zuschauer."

[Bearbeiten] Beginne bei der ARD

Schmidt verlebte eine langweilige katholische Jugend (wollte Priester werden) im finsteren Nürtingen, über das schon Robert Gernhardt geseufzt hatte, "dich will ich loben, Hässliches, du hast so was Verlässliches." Andere sind in Nürtingen Nihilisten geworden (einige davon sind in Big Lebowski zu sehen, alles Nürtinger Buben), Schmidt bleibt hingegen bis heute gut mit dem Heiland befreundet, stellt sich das Jenseits als "Licht" vor.


Seine dicken Murmeln bewogen ihn als Jugendlichen, sich in Richtung Komiker zu entwickeln: "Ich wollte die Aufmerksamkeit der Mädchen erregen, aber da ich scheiße aussah, Akne hatte und im Sport eine totale Niete war, habe ich es mit lustigen Sprüchen versucht." Die ersten Gehversuche beim Theater scheiterten, er durfte nur den zweiten Mameluk in Lessings Nathan der Weise spielen mit dem Satz „Nur hier herein“, daher war Mr. Great Balls of Fire letztlich gezwungen, Entertainer zu werden, um mal einen wegstecken zu können.
1990 wurde sein TV-Debut gleich der ganz große Knaller: In "Schmidteinander" malträtierte er den armen Feuerstein ("Für dich ist Rinderwahn doch ne Verbesserung") nach Herzenslust, das Paar war eines der großen Highlights der deutschen Fernsehgeschichte.
Schmidt braucht kongeniale Partner, um zur Höchstform aufzulaufen, das merkte man schon damals nach dem Ende der Sendung. Ohne den Kleinen an seiner Seite wirkte er unmotiviert und selbstbezogen, mit anderen Formaten lief es daher weniger rund. Nachdem er völlig lustlos "Verstehen Sie Spaß?" runtergewirtschaftet hatte ("Da hätte ich weg sein können. Aber ich war halt der Meinung, nicht ich habe versagt, sondern das Publikum hat sich geirrt"), ging er zu Sat.1.

[Bearbeiten] SAT1 Schmidt Show

Schmidt-Cartoon.jpg

Damals bartlos, heute zahnlos

Von Ende 1995 bis Dezember 2003 (bis 1998 unter Brainpul-Flagge, dann unabhängig) moderierte Schmidt die im Kölner Capitol produzierte "Harald Schmidt Show", sein zweiter Karrierehöhepunkt. Mit Manuel Andrack, Madame Nathalie Licard aus Frohnkraisch, Helmut Zerlett, Ralf Husmann, Bernd Zeller und der geilen Kroatin Suzana Novinšcak im Bunde, die ihm munter die Bälle zuspielten, war er nicht zu stoppen und nahm mit seinem charakteristisch rüden Sarkasmus alles, was den Political-Correctness-Fuzzis heilig ist, unter schweres Feuer (z.B. "ohne Churchill hätte die Dresdner Frauenkirche keine neue Orgel"; man denke auch an sein Lob anlässlich der Aberkennung der Mainzer Ehrenbürgerwürde des Führers: "Zumindest haben sie nichts überstürzt").
Alles wurde durch den Kakao gezogen, selbst Kultstars wurden gnadenlos verarscht ("Die große, alte Dame des Indianerfilms wird 70 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch, Pierre Brice"), und auch die Bundesliga bekam ihr Fett ab ("Das haben die Bayern vom Franz gelernt: kurz vor Schluss noch einen reintun") .
Ein Dauerbrenner waren natürlich die Medien ("72 Prozent sagen: Zuviel Sex im Fernsehen! Viele würden gerne umschalten, aber sie haben keine Hand mehr frei!"). Aus seiner Meinung über die Glotze macht er keinen Hehl, früher hat er nur abgekotzt, heute hat sich sein Empfinden bei gedämpftem Weltekel "Das Fernsehen ist zwar immer noch scheisse. Aber es stört mich nicht mehr." eingependelt.

Schmidt stilisierte sich von Anfang an als unsensibler Kotzbrocken/ Chauvi-Schwein im Alfred-das-Ekel-Stil, dem eigentlich alles am Arsch vorbei geht, und das ist vermutlich nicht weit von der Wahrheit entfernt. Frau und Familie hat er, fährt einen "englischen Mittelklassewagen", wozu noch groß in die Tiefe gehen, er will nicht konstruktiv wie ein Shaw oder ein Wilde sein, hat keinerlei Anliegen wie der liberale Alfred-Erfinder Wolfgang Menge. Die Gegenmoral Schmidts zur lachhaft-vordergründigen Gesellschaft ist die Nicht-Moral, er bezieht seine Souveränität nicht aus überlegener Einsicht sondern aus komplettem Desinteresse, regt sich nur über die kleinen Ärgernisse des Alltags auf (" Ich halte es nicht für ein Zeichen von mediterraner Lebensfreude, wenn der Zug einfach nicht kommt").
Gern gibt er sich tumb und kokettiert mit seiner Beliebtheit bei den Proleten "bei solchen Aktionen haben schon viele hinterm Bierzelt ihre Rolex verloren", bei guter Laune versprüht er glucksende biedermeierliche Spießerseligkeit, wenn seine Alte ihn ranlässt und er genug Kohle auf dem Konto hat, ist die Welt für ihn eigentlich in Ordnung.

Dazu demonstrierte er aber von Beginn an noch ein auf den ersten Blick gar nicht passen wollendes Hochkultur-Modul als Gegengewicht, das ihn im bildungshubernden Feuilleton und bei den Werbefritzen voll gesellschaftsfähig machte.
Diese beiden Facetten seiner Bühnenperson werden jedoch nur durch Misanthropie und die Falco-artig inszenierte unüberbietbare Arroganz zusammengehalten, das Problem an der ganzen Sache ist, dass aufgrund nicht vorhandenem Wertesystem und Anspruch an sich selbst seine Attitüde, in die er sich verliebt hat, ihn verleitet, sich hängen zu lassen und nicht die nötige Arbeit in die humoristische Qualität seiner Sendungen zu investieren.

Seine gewagtesten Ausflüge aus seinem Läster-Trott gehen in Richtung Avantgarde, so baute er etwa eigenwillig mit Playmobil Bibelszenen und das Leben Beckenbauers nach oder machte eine Sendung auf Französisch. Etwas anderes war schon in seinen besten Tagen nicht drin.

Wer gegen seine Art aufbegehrt, erlebt ihn als mauligen Diktator. Kritik an seinem Stil fegt er unwirsch mit "Hier ist Radio Saddam, ist jemand anderer Meinung?" beiseite, intern wurde schon mal mit "den Praktikantinnen stopfen wir auch noch das Maul" gedroht. Neben dem Pampigen gibt er den überzüchteten Neurotiker und thematisiert gerne seine behauptete Hypochondrie "Ich bin der Traum jedes Arztes: dem Mediziner absolut hörig, komplett kritikfrei, mit einem bedingungslosen Glauben an die Schulmedizin". Als letzte Steigerung präsentiert er Nestroys Motto "Wenn alle Stricke reißen, häng ich mich auf."


[Bearbeiten] Der etwas exaltierte Helmut Berger ist zu Besuch.

Harald Schmidt Show - Helmut Berger bei Schmidt Teil 109:28

Harald Schmidt Show - Helmut Berger bei Schmidt Teil 1

"Herr Berger, ich frag das mal...hatten Sie Sex heut nacht?"
Berger erstarrt 5 Sekunden, prustet dann kurz indigniert-amüsiert, hält nochmals fünf Sekunden inne und beugt sich hilfsbereit vor "Soll ich dir meine blauen Flecken zeigen?"
Jetzt zuckt Schmidt zusammen, seine Augen weiten sich "So hart?"
"Jaaa...im Intercontinental...im Aufzug und so..."
"Nein! Ja...heißt das...jetzt mal...haha....mit ner Frau oder beim Onanieren gegen die Wand geschleudert?"




[Bearbeiten] Frauenfeindlich

Besonders bei Ausländern ("Wie sagt ein italienischer Kammerjäger, wenn er alle Kakerlaken vernichtet hat? 'Schabe färrtig'", "Eine tolle Sache: Mehr Menschen mit Migrationshintergrund im Fernsehen - und zwar nicht nur bei Aktenzeichen XY ungelöst.", "Der neue Aldi-Computer hat 'Üntel ünside'"), Ossis ("Unser Bundeskanzler hat mal gesagt: 'In fünf Jahren sind da drüben nur noch blühende Landschaften' - das wusste doch keiner, dass das Friedhöfe sind.") und Frauen war er in seinem Element, als etwa ein Frauenkongress anberaumt wurde, schwante ihm Böses für die Strohwitwer, "wie schnell hat man ein Tor verpasst, wenn man selbst das Bier aus dem Kühlschrank holt", "Frauen lachen, wenn sie meine langen Unterhosen sehen; das vergeht ihnen, wenn sie den Grund dafür erkennen.", "Frau sucht Mann mit Pferdeschwanz, Frisur egal", "Weltfrauentag - das hieß früher Frühjahrsputz" oder "Douglas, das ist sowas wie Obi für Frauen." Kindern gegenüber zeigte er sich eher fürsorglich "Jeder dritte Zwölfjährige raucht - der Rest ist bereits zu besoffen, um die Packung aufzumachen".

[Bearbeiten] Wieder ARD

Schmidt nahm in seiner Glanzzeit niemanden vom Spott aus, vielleicht war es ein taktischer Fehler von ihm, auch auf mächtige Widerlinge wie Michel Friedman keine Rücksicht zu nehmen. Als 2003 sein Freund Martin Hoffmann vom neuen jüdischen Besitzer Saban gefeuert und durch Roger Schawinski ersetzt wurde, wurde der Sudetendeutsche Schmidt heim ins ARD-Reich geholt, wo er aber auch mit Sprüchen wie "es muss doch möglich sein, eine Nazishow zu machen ohne politisch zu werden" bei den üblichen Verdächtigen gleich aneckte. Begleitet wurde er nur von Andrack, dann schleppte er Oliver Pocher und Eckart von Hirschhausen durch, jetzt versucht er es ganz solo, nur Co-Produzent Fred Kogel ist hinter den Kulissen noch im Boot.

[Bearbeiten] Sire, das ist zuviel Freiheit von Gedanken

Das Niveau ist mit Sicherheit gesunken, es ist ihm schnurz "Man muss sich auch mal eine kreative Schwächephase von fünf Jahren erlauben können, dann kommt vielleicht noch das Meisterwerk, oder es kommt nicht." bzw. "Wenn die Kraft nicht mehr für den schnellen Sprint reicht, geht man eben ins defensive Mittelfeld." Doch den Zuschauern und Kritikern geht allmählich auf, dass seine dekadente Selbstzufriedenheit doch allzu sinnentleert ist. Um davon abzulenken, dass ihm nicht mehr viel Neues einfällt und sein nicht altern wollendes Babyface dahinter zu verstecken, lässt er sich zuweilen einen stoppeligen Stachelschweinbart stehen (Als er sich zudem auch noch die Haare lang wachsen ließ, kam es zu spontanen Verwechslungen mit der anderen Pennervisage Helge Schneider). Was er und vor allem das Publikum eigentlich bräuchte ist ein Hella von Sinnen-artiger Partner mit Grütze und Bereitschaft, ihn in den Arsch zu treten, wenn er rumschlampt und dann auch noch als "großes Kind" patzig werden will.

Mit Pilgerstories wie Hape Kerkeling wird er seine Mitmenschen zumindest verschonen, denn "Pilgern ist die Kategorie ‚Hat’s nicht mal aufs Eis geschafft’ oder auch ‚Zu doof für den Dschungel’. Warum eröffnen wir nicht den großen Promi-Scheiterhaufen? Eines der ganz großen Erfolgsinstrumente der Kirche für viele Jahrhunderte."

Ganz was anderes zu machen und sich in Richtung politische Talk-Show zu verändern wie Günther Jauch , steht nicht auf dem Plan: "Dazu fehlt mir die Kompetenz, ein Satz, den Sie selten von einem Fernsehschaffenden hören, ich meine ihn auch nicht ehrlich, aber er klingt wahnsinnig gut."

[Bearbeiten] Weblinks


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