Flohmarkt

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"I bought my brain on a flee market."

~ Paris Hilton über Flohmärkte

"Wolle kaufe? Ganz frisch, noch warm!"

~ Flohmarkthändler zu Paris Hilton über Gehirne
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Ein typischer Flohmarkt mit hohem Schrottumsatz

Ein Flohmarkt ist ein öffentlich zugänglicher Markt, an dem Privatleute ihren aussortierten Müll und muselmanische Fliegende Händler Handyzubehör, billig produzierte Raubkopien von Ton- und Filmträger und gebrauchte Kleidung verkaufen.

[Bearbeiten] Veranstaltungsort

Flohmärkte finden meistens auf Parkplätzen von kurz vor der Insolvenz stehenden Baumärkten oder Möbelhäusern statt. Die Gebühr zum Aufstellen der Verkaufsstände wird in Euro pro Meter berechnet. Es ist dabei erstaunlich, wieviel Abraum und Schrott ein erfahrener Flohmarktverkäufer auf einen einzigen Meter unterbringen kann.

[Bearbeiten] Zeitlicher Rahmen

Die Veranstaltung findet ausschließlich an einem Sonntag statt und beginnt um 7 Uhr früh. D. h., der Einlass der Käuferschar beginnt um 7 Uhr. Die Händler sind bereits um 4 Uhr am Aufbauen in der Hoffnung, den besten Stand ergattern zu können.
Der Flohmarkt endet in der Regel am späten Nachmittag. Viele enttäuschte Verkäufer fangen aber bereits am frühen Nachmittag an, ihre Stände abzubauen. Sie sind über die mageren Einnahme so enttäuscht, dass sie sich überlegen, mit ihren vollbeladenen Fahrzeugen auf der Hafenbrücke einen kurzen Zwischehalt zu machen, um dort „den Kofferraum ein wenig durchzulüften“.
Das Ende des Flohmarkts wird durch die sogenannte 50-Cent-Phase eingeläutet. Verkäufer, die besonders wertlosen Kram angeboten haben, fangen eine Stunde vor Ende an, ihren Krempel zu je 50 Cent zu entsorgen. Allenthalber hört man sie rufen: „Jede Teil nur funfsisch Sent! Egal wie groß.“ Der erfahrene Flohmarktbesucher weiß nun, dass es langsam Zeit wird, die Veranstaltung zu verlassen.

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Ein typisch ausgelegter Verkaufstisch mit wertloser Ware

[Bearbeiten] Angebotene Ware

Regelmäßig erschrecken Erstbesucher beim Betreten des Flohmarkts. Fassungslos stellen sie sich die Frage, ob sie sich bei der Adresse vertan haben und vielleicht auf eine Müllhalde gelandet sind. Erst bei genauerem Betrachten stellen sie fest, dass der Verkauf der abertausenden Zinnbecher, gammeligen Bücher und des kaputten Kinderspielzeugs aus Zeiten des Kalten Krieges tatsächlich ernstgemeint ist. Es gibt nichts, was es nicht gibt.
Nur das wirklich interessante findet der Kunde nicht: Pornohefte aus der eigenen Jugendzeit, gefährliche Klingenwaffen und HiFi-Geräte aus der Zeit nach der Euroumstellung.

[Bearbeiten] Mangelware

Sammler preisgünstiger, gefälschter Markenklamotten sowie von Rolexuhren unter 5 Euro werden auf europäischen Flohmärkten regelmäßig enttäuscht. Sie seien an Standorte weiter östlich liegender Zeitzonen oder auf den internationalen Hauptumschlagsplatz für Plagiate verwiesen.

[Bearbeiten] Teilnehmer

[Bearbeiten] Verkäufer

Bei den Verkäufern handelt es sich auf der einen Hand um Privatpersonen, die zu blöd für eBay sind, oder die zu gerissen für eBay sind und dort ein gesperrtes Konto haben. Auf der anderen Hand gibt es persische Händler, die die üblichen Konkursmassen oder Waren aus Versicherungsschäden verkaufen: Handyzubehör, koreanisches Kinderspielzeug, billigstes Audio- und Videozubehör und als neuwertig angepriesene Oberbekleidung, die noch vor Eintreffen der Rettungskräfte verunglückten Autofahrern von ihren sterbenden Leibern gerissen wurde.

[Bearbeiten] Käufer

Auf Käuferseite sind verschiedene Typen auszumachen. Da gibt es zunächst die sozialhilfeempfangende Hausfrau und Mutter mit Integrationspotential, die ihr karges Einkommen für das Überleben sehr genau planen muss und auf dem Flohmarkt Kriegsspielzeug für den Letztgeborenen kauft.

Dann gibt es noch den anonymen Messie, der an seinen zittrigen Händen und schlürfenden Gang zu erkennen ist. Er würde am liebsten den ganzen Flohmarkt aufkaufen, was ihm aber nicht möglich ist, da er zum einem nicht ausreichend Bargeld dabei hat, und zum anderem in seiner vom Amt finanzierten Wohnung Platz schaffen müsste. Das würde aber bedeuten, er müsste etwas wegwerfen. Und das geht ja bekanntlich bei Messies gar nicht. So schlürft er also mit hängendem Kopf über den Flohmarkt; und wenn man ganz genau hinhört, kann man ein leises Wimmern hören.

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Selbst der Fachmann erkennt nicht immer, wann es sich um Müll oder um Ware handelt.

Daneben gibt es auch den gewöhnlichen unrasierten deutschen Hartz 4-Empfänger in 5-Euro-Jogginghose und mit der ganzen Sippschaft im Schlepptau, der der Meinung ist, die bekannte Redewendung lautete „Der Kunde ist Despot“. Entsprechend verhält er sich. Ihm sind z.B. die 50 Cent für das Kartenspiel ein persönlicher Angriff auf seine Ehre. Er schimpf dann mit seiner vom morgendlichen Schnaps aufgerauhten Stimme auf all die Halsabschneider und das ganze Ausländerpack.

Außerdem sind die Fliegenden Händler in geheimer Einkaufsmission unterwegs. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie in Allerherrgottsfrühe dem aufbauenden Verkäufer zwischen den Kartons und dem Tapeziertisch dazwischenwuseln. Sie versuchen noch vor jedem anderen Interessenten vermeintliche Schnäppchen klarzumachen. Diese Schnäppchen stellen sie anschließend gleich auf den eigenen Verkaufstisch auf, um sie zum vierfachen Preis weiterzuverkaufen.

Schließlich gibt es da noch die normale Durchschnittsfamilie, die mit Mama, Papa, Kind einen schönen Sonntag verbringen will, und die höchstens ein Erinnerungsstück aus Papas Kindheit, für Mama eine langgesuchte CD ihrer Lieblingskünstlerin und für das Kind ein schönes Kinderbuch und ein Eis kauft. Der Flohmarktbesuch könnte so angenehm sein, würde es den anderen Käuferabschaum nicht geben.

[Bearbeiten] Taschendiebe, Hütchenspieler und sonstiges Gesindel

Wo sich Menschen mit gefüllten Brieftaschen aufhalten, sind gut organisierte Trickdiebe nicht fern. Schließlich gilt der Flohmarkt als das Mekka des Taschendiebes. Bestohlene Zeitgenossen können sich mit dem Gedanken trösten, hungernden Familien in Jugoslawien durch einen harten Winter geholfen zu haben.

[Bearbeiten] Rahmenprogramm

Um die Käuferschar bei Laune zu halten, bieten die meisten Flohmarktveranstalter ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Die einfachste Form ist eine lieblos hinplazierte Frittenbude mit unmotiviertem Würtschenverkäufer oder ein Eiswagen mit suboptimalen hygenischen Bedingungen und betrunkenem Verkäufer im Unterhemd. Engagierte Veranstalter bieten daneben noch unterhaltsame Vorführungen der hiesigen SoKo „Raubkopie“, die sich mit den Fliegenden Händler interessante Unterhaltungen und spannende Verfolgungsjagden liefern. Sehr beliebt ist auch das Kinderwagen-Hindernisrennen, bei dem junge Müttern versuchen, in möglichst kurzer Zeit möglichst vielen Mitmenschen den Kinderwagen in die Ferse zu rammen.

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Zum erfolgreichem Flohmarktbesuch bedarf es viel Verhandlungsgeschick

[Bearbeiten] Ablauf

Beim Verkauf bzw. Kauf kommt es sehr auf das Verhandlungsgeschick beider Seiten an. Es beginnt zunächst damit, dass der Verkäufer jeden Passanten anspricht, der mehr als 1 Sekunde den Blick auf einen Artikel fallen lässt. Der Verkäufer geht gleich in die Offensive. Er spricht den potentiellen Kunden mit „nur fünf Euro!“ an. Noch bevor dieser reagieren kann, schleudert der Verkäufer gleich hinterher: „alle zusammen nur zehn Euro!“. Der Verkäufer erkennt sofort eine drohende Ablehnung des Kunden und fährt ihm gleich ins Wort: „Schauen Sie, ist noch gut und sauber. Habe ich selber noch von getrunken.“ Kaufinteressierte Kunden gehen nun ihrerseits in die Offensive: „Ja, aber diese Blütenzeichnung ist nicht 100% symetrisch und außerden ist da Staub drauf. Mehr als 50 Cent zahle ich nicht.“ Nicht interessierte Besucher gehen dagegen mit Schuldgefühlen und stummen Verwünschungsblicken des Verkäufers weiter.
Besonders verhandlungsschwierig sind Käufer und Verkäufer mit Integrationspotential. Selbst wenn man die Kaffeemaschine von 10 Euro auf 90 Cent heruntergehandelt hat oder das alte Mobiltelefon statt für 50 für 40 Euro verkaufen konnte, hat man immer den Eindruck, der Verhandlungspartner habe bei der Bezahlung kaum merklich die Mundwinkel nach oben gezogen. Ein späterer Preisvergleich bei eBay bestätigt diesen Eindruck.

[Bearbeiten] Rechtliches

Auf Flohmärkten gilt teilweise noch mittelalterliches Faustrecht. Spricht ein Besucher die Reizworte „Garantie“ oder „Umtausch“ aus, so wird er von aufgebrachten Marktteilnehmern aus der Stadt gejagt. Ebenso gilt bei Meinungsverschiedenheiten, dass derjenige Recht bekommt, der lauter schreien und rumpöbeln kann.
Da die Transaktionen auf Flohmärkten ganz gewöhnliche Käufe bzw. Verkäufe sind, gelten eigentlich die Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Da man aber die Verkäufer in diesem Leben nie mehr wiedersieht, könnte man auch die aktuelle Ausgabe des Lustigen Taschenbuchs mit ähnlich erfolgversprechenden Aussichten heranziehen.

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Egon K. (76) aus Zwickau schaffte es mit seinem kleinsten Flohmarkt der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde.

[Bearbeiten] Soziologie

Flohmärkte erfreuen sich trotz der rasanten Entwicklung des Online-Handels großer Beliebheit, da sie sowohl jahrtausende alte Instinkte (Jäger- und Sammlertrieb) als auch modernes Konkurrenzverhalten (Geiz ist Geil) stimulieren. In der Göttinger Flohmarktstudie konnte 1986 diese These eindrucksvoll bestätigt werden.

[Bearbeiten] Statistik

  • Auf einem durchschnittlichen deutschen Flohmarkt werden ca. 8.000 Euro umgesetzt, davon sind ca. 900 Euro Falschgeld.
  • Der Anteil an Hehlerware wird auf ca. 20 Prozent geschätzt.
  • Die Erfolgsaussichten, bei Tonträgern, Spielfilmen und Software Originalversionen zu erhalten, liegen bei 8%.
  • Die gesamtwirtschaftlichen Folgekosten aus defekten Haushaltsgeräten, die auf Flohmärkten gekauft wurden, werden bundesweit auf jährlich 12 Mrd. Euro geschätzt.
  • Die durchschnittliche Halbwertszeit des Interesses an gekauftem Kinderspielzeug liegt bei 30 Minuten.
  • Die Wahrscheinlichkeit am Eiswagen an Salmonellen zu erkranken, ist zwanzig Mal höher als an einem illegalen Eisstand an der Küste Somalias.

[Bearbeiten] Besondere Höhepunkte

Ein ganz besonderes Erlebnis ist ein Flohmarkt dann, wenn jemand dort echte Flöhe verkauft oder sich das Inventar eines Flohzirkusses, der verkauft werden soll, verselbständigt.

[Bearbeiten] Siehe auch

Dieser Artikel ist Artikel der Woche 2/2007
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