Fitnessstudio

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Ein durchschnittliches Fitnessstudio.

Das Fitnessstudio bezeichnet einen Ort, an dem sich Menschen um die Verbesserung ihrer allgemeinen Physis, das Anschwellen ihrer Muskulatur, das Abschwellen ihrer Fettschichten und die Akquisition potentieller Lebensabschnittspartner bzw. One-Night-Stands bemühen. Je nach Ausstattung und den angebotenen Leistungen wird das Fitnessstudio auch als Muckibude oder Wellness-Oase bezeichnet.

[Bearbeiten] Gesellschaftlicher Stellenwert

Viele Menschen streben nach einem Schönheitsideal, das ihnen von der Fernseh-, Mode- und Kosmetikindustrie tagtäglich eingehämmert wird. Um diesem Ideal ansatzweise nahe zu kommen, schinden sich die so Gehirngewaschenen in Fitnessstudios und arbeiten ehrgeizig an der Perfektion ihres Körpers. In der gesellschaftlichen Oberschicht ist der regelmäßige Besuch einer Wellness-Oase schlicht ein Muss und die Präsentation sündhaft teurer Trainingskleidung ist mindestens ebenso wichtig wie die Straffung der Problemzonen. Männer aus der Unterschicht besuchen mindestens sechs mal wöchentlich eine Muckibude und trainieren sich dort den für ihre Wirtshaus- und Straßenschlägereien nötigen Muskelpanzer an, den sie aber auch benötigen, um die ebenfalls dort trainierenden Unterschichts-Schlampen in Diskotheken und Trinkhallen zu beeindrucken. Ganz normale Mittelständler besuchen das Fitness-Studio meistens auf Anraten ihres Hausarztes und kämpfen diszipliniert gegen ihre Wohlstandsbäuche und Herz-Kreislauf-Erkrankungen an.

[Bearbeiten] Aufbau

Fitnessstudios können - je nach Preislage und Schwerpunkt - sehr unterschiedlich im Angebot der Trainigsgeräte und Wellness-Bereiche ausfallen.

[Bearbeiten] Muckibude

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Ein paar Jahre in der Muckibude, ein wenig Anabolika und es macht: Plopp!

Muckibuden tragen so sinnfällige Namen wie "Muskelkater" oder "Rudis Folterkammer" und sind meistens in Hinterhöfen oder Souterrains versteckt. Das Ambiente ist ein wenig schmuddelig, auf dem Tresen im Eingangsbereich stehen Aschenbecher und die Gäste werden mit House- und Technogestampfe dauerbeschallt. Der Inhaber ist meistens irgendwie mit der lokalen Mafia verbandelt und betreibt sein Geschäft oft nur aus Gründen der Geldwäsche. Unter dem Tresen verkauft der Betreiber auch gerne polnische Zigaretten, Anabolika, Plagiate aller Art aus chinesischer Produktion und gecrackte Premiere-Receiver, die er für einen Bruchteil des Orginalpreises an seine finanzschwache Kundschaft weitergibt.

Die Klientel setzt sich aus vom übermäßigen Anabolikakonsum gezeichneten Muskelmännern in Muskel T-Shirts und sonnenbankgegrillten Thekenschlampen zusammen, die zwischen ihren Trainingssätzen gerne mal ein Piccolöchen schlürfen und eine Marlboro light rauchen. Diese Studios haben oft nur wenig Platz und im komplett verspiegelten Freihantelraum quälen sich die meisten Body-Builder unter lautem - an die Folterkammern von Abu Ghraib erinnerndes - Gestöhne an den verrosteten Lang- und Kurzhanteln. Die Lautstärke der Folterschreie korreliert dabei mit der Anzahl der anwesenden weiblichen Personen. Dialoge wie: Ey Digga check mal ab, Bauch kommt, Arsch kommt, Bizeps krass fett - voll geil ey!! sind an der Tagesordnung und einige der besonders trainierten Muskelberge entblößen ihre Oberkörper vor den Spiegeln und überprüfen unter den lüsternen Blicken der Thekenschlampen die Schwellung ihres achten Bauchmuskels, der fast so dick wie ihr Oberschenkel daherkommt.

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Auch die Damen trainieren sich in Muckibuden beachtliche Schwellungen an!

Im Hinterzimmer der Muckibude stehen ein paar schlechtgewartete Fitnessgeräte und Stepper, auf denen sich besonders die weiblichen Gäste die gewünschte Knackigkeit der Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur antrainieren oder am Butterfly die silikonunterstütze Brustmuskulatur reizen. Trainer oder Fachpersonal gibt es nicht, da die Kundschaft absolut beratungsresistent bzgl. der gesundheitsschädigenden Überreizung ihrer Muskulatur ist. Betritt man die Umkleidekabinen, kann man gelegentlich entblößte Fleischberge dabei beobachten, wie sie sich Spritzen mit soeben beim Inhaber erworbenem Anabolika direkt in die geschwollene Muskulatur rammen, um danach sofort die nächsten zehn Übungssätze Brustmuskeltraining mit 140 kg Startgewicht an der Flachbank anzugehen. Überhaupt sind die übertrainierten Muskelprotze sehr anfällig für den Konsum von Aufputschmitteln und Happypillen, den nur durch diese Muntermacher und Stimmungsaufheller können sie die durch das Anabolika verursachten Depressionen kompensieren und die brutalen Trainingsschmerzen aushalten. Durch die ständige Muskelüberreizung leiden die meisten der Muckibudenbesucher unter ständigem Muskelkater, was sie aufgrund ihrer intellektuellen Unterbelichtung allerdings für gesund halten. Die durch viel zu hohe Trainingsgewichte und mangelnde Ruhepausen zwischen den Trainingsserien ausgelösten Muskelfaserrisse interpretieren sie als Anzeichen für ihre Trainingserfolge und erst wenn ihnen mit lautem Knall eine Schultersehne reißt oder das Handgelenk unter der Last einer 65-Kg-Kurzhantel zerbricht, fällt ihnen auf, dass sie eventuell falsch trainieren.

Ist in der Muckibude ein Saunabereich vorhanden, wird dieser hygienisch bedenklich sein und sollte zur Vermeidung einer Pilzinfektion nur ganzkörperverhüllt und mit Aldiletten an den Füßen betreten werden. Studios dieser Klasse kosten zwischen 25 und 40 Euro im Monat, Anabolika und sonstige Aufbaupräparate nicht inbegriffen. Dafür hat aber der Inhaber gegen den Willen aller Mitglieder ein All-Inclusive-Paket eingeführt. Obwohl sich alle Mitglieder darüber beschweren, glaubt er hartnäckig, sie auf diese Weise davon abzuhalten, in das benachbarte normale Studio zu wechseln.

Kündigt ein Mitglied, schickt der Inhaber den Türsteher der benachbarten Diskothek zu diesem, um den Eingang der Kündigung zu bestätigen. Noch nicht geklärt ist, wieso die meisten Mitglieder ihre Kündigung schon nach wenigen Tagen wieder zurückziehen.

[Bearbeiten] Normales Studio

In einem durchschnittliche Fitnessstudio geht es etwas gesitteter zu. Ab und zu trifft man zwar auch hier auf übermäßig angeschwollene Muskelprotze, doch das Gros der Kunden sieht absolut durchschnittlich aus und betreibt den Sport mehr aus gesundheitlichen und sozialen Gründen. Am großzügig gestalteten Tresen wird die Kundschaft von überfreundlichen Bediensteten begrüßt, aus den Lautsprechern rieselt seichte RTL-Soße und an den Wänden hängen Bilder von durchgestylten Schönheiten in engen Stretchhosen. In diesen Studios gibt es die Tageskundschaft, bestehend aus Hausfrauen, Arbeitslosen und Lebenskünstlern sowie die Abendkundschaft, die sich aus Berufstätigen und Spätaufstehern zusammensetzt. Besonders die Klientel der Hausfrauen nimmt gerne an den angebotenen Aerobic-, Stepper oder Bauch Beine Po-Kursen teil, in denen eine wild gewordene, laut keifende Diplom-Sportlehrerin die Damen zu Höchstleistungen antreibt. Die Luft in den mit Parkettboden und Spiegeln ausgestatten Trainigsräumen ist grenzwertig schlecht und riecht nach Schweiß und hormonellen Ausdünstungen der Trainierenden.
Für die etwas weniger ambitionierten Sportler gibt es die sogennanten Check the Back-Kurse, deren Schwerpunkt mehr auf einer ruhigen Form der Bandscheibenrehabilitation und Rückenstärkung liegt. Die weiblichen Kursteilnehmer schätzen es besonders, wenn der smarte Trainer ihnen bei der Demonstration der diversen Übungen auch schon mal zärtlich über die Rückenmuskulatur streichelt oder aus Versehen ihre erogenen Zonen berührt. In diesen Studios gibt es allerlei moderne Geräte zur Muskulaturstraffung, der Freihantelbereich ist dafür etwas kleiner gehalten und wird nur von den in diesen Etablissements unterrepräsentierten Kraftprotzen regelmäßig frequentiert und mit ihren Urschreien erfüllt.
Im einigermaßen gepflegten, gemischten Saunabereich treffen sich die Hausfrauen nach der überstandenen Tortur und besprechen die aktuellen Klatschgeschichten aus Funk und Fernsehen oder fachsimpeln über ihre Problemzonen. Betritt ein Mann mit eingezogenem Bauch und hervorgestreckter Brust die Sauna, verstummen die Gespräche und Mann und Frau glotzen einander verstohlen auf die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale. Aus dem Geglotze entwickeln sich gelegentlich auch zaghafte Annäherungsversuche, die in Einzelfällen zu einer Verabredung außerhalb des Studios führen können.
Der Vormittagstarif in Studios dieser Klasse kostet etwa 40 - 60 Euro, der Ganztagstarif ca. 50 - 90 Euro, Getränkepauschale inbegriffen.

Der Inhaber träumt seit seiner Kindheit davon, als Fitnessstudio einen Wellnesstempel zu betreiben. Leider sieht er sich aufgrund schwindender Mitgliederzahlen außerstande, hierfür die finanziellen Mittel aufzubringen.

Auf eine Kündigung reagiert der auf Seriosität bedachte Inhaber, indem er sofort telefonisch, anschließend per Fax und zusätzlich per Einschreiben den Eingang der Kündigung bestätigt. Allerdings beruft er sofort eine Krisensitzung seines Personals ein, weil er den Untergang seines Fitnessstudios unmittelbar bevorstehen sieht.

[Bearbeiten] Wellness-Oase

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Wellness der Luxusklasse für Körper und Geist.

Studios dieser Klasse sind sozusagen die Bentleys unter den Fitnessstudios. Sinn und Zweck einer Mitgliedschaft ist das Sehen und gesehen werden und wer etwas auf sich hält und die finanziellen Mittel dazu hat, trainiert seinen Manager- oder Jet-Set-Körper in diesen Etablissements. Es herrscht eine strenge Kleiderordnung, proletarische Muskel-Tshirts sind verpönt, da die Zurschaustellung übermäßig geschwollener Muskelberge die reichlich vorhandene ältere Kundschaft desillusionieren bzw. frustrieren könnte. Der Eingangsbereich gleicht der Lobby eines 5-Sterne Hotels und uniformierte Hostessen begrüßen die Kundschaft überschwenglich freundlich und gut gelaunt. Mit dem Aufzug geht es in die verschiedenen, nach Problemzonen gegliederten Etagen des Wellness-Tempels, überall schwirren Diplom-Trainer durch die Gegend und beraten die Trainierenden bei der Ausführung ihrer Trainingseinheiten. Betritt man den Raum mit den State-of-the-Art-Kardiogeräten, schlägt einem der Duft von teurem Channel-Parfum und Boss-Rasierwasser entgegen. Auf den Laufbändern, Steppern, Rudergeräten und Cross-Trainern bewegen sich durchgestylte Menschen mit Gucci-Stirnbändern und Dior-Röckchen und trainieren gerade so viel, dass ihnen der Schweiß nicht zu sehr über die botoxgeschwängerte Stirn läuft. Der Freihantelbereich in diesen Studios ist relativ klein gehalten, denn die wenigsten Mitglieder wollen sich übermäßig belasten, sondern ganzheitliches Wellness-Training praktizieren. Der ein oder andere ältere Herr versucht sich zwar gelegentlich an dillettantisch ausgeführten Freihantelübungen, doch die dabei verwendeten Gewichte würde ein waschechter Body-Builder nicht mal sehen, geschweige denn spüren. Der Gerätepark ist ansonsten auf dem neusten Stand der Fitnesstechnik, die Maschinen werden täglich gewartet und lassen keine Muskelgruppe unberücksichtigt. Die angebotenen Kurse tragen dem gehobenen Ambiente angemessene Namen wie "Ganzheitliche Körpererfahrung mit Nathalie". Die Kurse beeinhalten aber die gleichen Übungen, die Nathalie in den darauffolgenden Stunden in ihren "Bauch-Beine-Po-Kursen", in den benachbarten normalen Fitnessstudio anbietet.

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In der finnischen Sauna kommen sich die Wellness-Menschen näher und so manch einer trinkt sich hier mit Büchsenbier den nötigen Mut für Annäherungsversuche ans weibliche Geschlecht an.

Die Wellness-Bereiche dieser Luxusstudios gleichen altrömischen Lustbädern. Es gibt eine Frauensauna, zwei finnische Saunen mit unterschiedlicher Temperatur, eine Biosauna, einen blubbernden Whirlpool, einen Kneipp-Gang und ein Dampfbad mit funkelnden Sternchen an der Decke und selbst unbekleidet sieht man den illustren Gästen ihren gesellschaftlichen Stand noch an. In der Wellness-Bar, die man nur bekleidet betreten darf, gibt es sündhaft teure, frischgepresste Fruchtsäfte und kleine kalorienbewusste Snacks, die an geschmackvollen Bistrotischen bei einem gepflegten Smalltalk über Aktienkurse oder Luxusurlaube verzehrt werden. Um auch den vom Dauershopping gestressten Luxusmüttern das Trainig zu ermöglichen, haben viele dieser Oasen Kinderhorte eingerichtet, in denen die Luxuskinder für die Zeit des Trainings umsorgt werden, so dass sich die Mütter ganz auf ihre narzisstische Betätigung konzentrieren können.

Das Geld für den Bau des Studios hat der wegen Steuerhinterziehung vorbestrafte Inhaber meist über einen betrügerisch erlangten Kredit finanziert. Sein Ziel ist es, irgendwann einmal die Weltherrschaft über den Fitnessmarkt zu erlangen. Zu diesem Zweck kauft der Inhaber nach und nach sämtliche Muckibuden und normale Fitnessstudios" seiner Region auf. Theoretisch ist es dem Inhaber aber gleichgültig, in welcher Branche er arbeitet. Hauptsache er verdient möglichst viel Geld.

Die Angestellten schätzen den Inhaber meist besonders, da er es ihnen ermöglicht, sich auch außerhalb ihrer Arbeitszeit unbezahlt zu regelmäßig stattfindenden Teammeetings zu treffen. Bei diesen versucht der Inhaber den Angestellten zu vermitteln, dass er dringend einen neuen Ferrari braucht und dass sie deshalb in Zukunft wöchentlich zwanzig unbezahlte Überstunden leisten müssen.

Mit sogenannten vergünstigten Sommer- oder Winter-Specials ködern diese Studios ständig neue Luxusmitglieder, um ihren kostenintensiven Betrieb aufrecht zu erhalten. Speziell für die Akquise engagierte Kommunikationsdesigner entwickeln ständig neue Werbestrategien, um den bewegungsfaulen Mensch von seiner Couch in die Lebensoasen zu locken. Wer einmal bei einem Gewinnspiel seine Adresse oder Telefonnummer hinterlassen hat, darf sich darüber freuen, dass er vom Studio zeitlebens über die grade aktuellen Specials informiert wird. Die Mitgliedschaft in einer Wellness-Oase kostet zwischen 160 und 300 Euro monatlich, goldener Mitgliedsausweis inklusive.

Auf Wellnesstempel reagieren auf Kündigungen von Mitgliedern immer in derselben Weise: Gibt der Kündigende die Kündigung ab, wird er ins Hinterzimmer zu einer adrett gekleideten Dame gebeten. Diese trägt - wie alle Mitarbeiter des Wellnesstempels - stets den Titel Managerin. Hinter verschlossener Glastür versucht die auf Provisionsbasis beschäftigte Managerin den Kündigenden zu zwingen, die Kündigung zurückzunehmen. Hierzu verwendet sie allerlei psychologische Tricks, die der Inhaber ihr auf internen Schulungen vermittelt hat. Stets weist sie den Kündigenden darauf hin, dass er schon in wenigen Tagen um 20 kg zunehmen und gravierende Schmerzattacken im Rücken erleiden werde. Der Kündigende verlässt daraufhin meist frustriert das Büro. Überprüft er in den kommenden Monaten seine Kontoauszüge, stellt er fest, dass die Wellness-Oase auch nach Ablauf der Mitgliedschaft weiterhin Beiträge abbucht. Beschwert sich der Kündigende beim Studio, weist dieses in einem aus Textbausteinen bestehenden Schreiben darauf hin, die Kündigung nie erhalten zu haben. In seiner Frust googelt der Kündigende den Namen des Fitnessstudios. In Internetforen findet er zahlreiche Einträge von Gleichgesinnten, denen dasselbe wiederfahren ist.

[Bearbeiten] Psychologische Aspekte

Fitnesstraining ist ein unverzichtbarer Bestandteil des heutigen Lebens. Wer sich der Fitnesswelle verschließt, verpasst den Anschluss an die moderne Zeit und missachtet die Bedürfnisse seines Körpers. Übermäßiges Body-Building mag zwar nicht jedermanns Geschmack sein, doch eine gewisse äußerliche Form muss der moderne Zeitgenosse an den Tag legen, um erfolgreich und schön durchs sinnentleerte Leben zu schreiten. Das Fitnesstraining kompensiert auch hervorragend die im alltäglichen Leben erfahrenen Frustrationen und hilft dem gestressten Menschen, Aggressionen abzubauen und zu sich selbst zu finden. Das soziale Miteinander in Fitnessstudios ermöglicht auch einsamen Menschen den unverbindlichen Kontakt zu ihrer Außenwelt und der menschenverbindene Aspekt des Fitnesstrainings ist gar nicht hoch genug einzuschätzen.

[Bearbeiten] Fitnesstypen

Es gibt verschiedene Fitnesstypen mit sehr charakteristischen Merkmalen:

  • Der masochistische Typ - Quält sich mit viel zu großen Gewichten rum, gönnt sich keine Trainingspausen und schreit während der Selbstkasteiung seinen Schmerz hinaus.
  • Der Fitnessjunkie - Trainiert sieben mal die Woche und bekommt ein schlechtes Gewissen, wenn er mal einen Tag aussetzen muss. Er findet sein soziales Umfeld ausschließlich im Fitnessstudio und organisiert sein ganzes Leben nach den Öffnungszeiten desselbigen. Partnerschaftliche Beziehungen findet dieser Typ nur unter seinesgleichen.
  • Der dismorphomanische Typ - Hat eine dem gängigen Schönheitsideal zu 100% entsprechende Topfigur, meint aber dennoch, er sei hässlich, zu fett und weit von der körperlichen Perfektion entfernt. Schaut dauernd in den Spiegel um die Definition seiner Muskulatur zu überprüfen und lebt nach einer strengen Fitnessdiät.
  • Der anorektische Typ - Besteht nur noch aus Haut und Knochen, geht aber trotzdem 5 mal die Woche für 90 Minuten auf den Stepper oder das Laufband um die letzten, nicht mehr vorhandenen Fettschichten zu eliminieren. Sie oder er weicht den bemitleidenden Blicken seiner Trainingskollegen aus und ist zu Trainingsplaudereien nicht gewillt. Streichholzdünne Ärmchen versuchen sich zwar gelegentlich an diversen Kraftmaschinen, doch selbst das geringste Gewicht kann vom anorektischen Typ nicht mehr bewegt werden. Der anorektische Typ besucht mindestens drei Aerobickurse pro Trainingstag. Dort fällt er oder sie dadurch auf, dass er/sie auch in den Trinkpausen permanent in voller Bewegung bleibt. Zudem verlässt er oder sie meist 5 Minuten vor Ende bereits den Raum, da er/sie befürchtet, während den Dehnungsübungen nicht genügend Kalorien zu verbrennen. Er/sie zieht es vor, die Zeit sinnvoller auf dem Stepper zu nutzen.
  • Der Selbstbetrüger - Sitzt mit aufgeschlagener Zeitschrift auf der Adduktorenpresse und bewegt alle 10 Minuten ein paar mal unmotiviert die Gewichte. Bildet sich ein, mit diesem Weicheitraining könnte er/sie seine/ihre Problemzonen in den Griff bekommen, hat aber keinerlei Trainingserfolge. Dieser Typus versucht auch immer wieder, andere Fitnesssportler vom Training abzulenken und in Gespräche über das Tagesgeschehen zu verwickeln. Das Trainingsgerät räumt er auch auf Anfrage von motivierteren Trainierenden dennoch nur unwillig, da er sich genötigt fühlt, seinen bequemen Sitzplatz aufzugeben.
  • Die Fitnessschwester - Homosexueller Beau, der im Fitnessstudio hauptsächlich das Neuste aus der Dark Room-Szene besprechen will und willige Sexualpartner sucht. Hält sein Training kurz, um mehr Zeit für die anschließenden Saunagänge zu haben.
  • Der Zahlungswillige - Meldet sich meist Anfang Januar an und ist hochmotiviert. Er ist bereit, sein Leben vollständig zu verändern. Er schließt den Vertrag für die längstmögliche Laufzeit ab. Zwei Wochen lang trainiert er entgegen den Empfehlungen des Personals jeden Tag (Montag bis Sonntag). In der dritten Woche "kommt ihm etwas dazwischen", meist eine Geburtstagsfeier oder ein Straßenfest. Die Besuchsfrequenz nimmt daraufhin spontan auf Null ab. Auch in den kommenden Wochen und Monaten kommt ihm täglich permanent etwas dazwischen. Seinen Mitgliedsbeitrag zahlt er dennoch fleißig weiter, denn sobald er wieder mehr Zeit hat, will er wieder trainieren. Am Vortag vor Ablauf der Vertragslaufzeit, meist 20 oder 24 Monate, meldet er sich telefonisch im Fitnessstudio und möchte wissen, ob er nunmehr den Vertrag auch ohne Einhaltung der 3-monatigen Kündigungsfrist auflösen könne. Nachdem er hiermit keinen Erfolg hat, empfängt das Fitnessstudio in der folgenden Woche ein ärztliches Attest, in dem bescheinigt wird, dass das Herr/Frau X krankheitsbedingt auf unbestimmte Zeit keinerlei sportliche Aktivitäten mehr ausüben darf.
  • Der Spannertyp - Dieser meist dickleibige, frühverrentete Herr besucht das Fitnessstudio nur, um knackigen Frauen beim Training zuzuglotzen und seine sexuellen Fantasien schweifen zu lassen. Sucht sich seine Trainingsgeräte so aus, dass er immer den besten Überblick über das Geschehen hat, trainiert aber nicht wirklich. Gerne gibt er jüngeren Damen kostenlose Trainingstips und leistet auch ungefragt körperliche Hilfestellung.
  • Der gewissenhafte Typ - Führt alle Übungen akribisch genau so aus, wie vom einweisenden Fitnesstrainer empfohlen. Dabei schaut er immer auf seinen Trainingsplan, um die Höhe der Gewichte und Anzahl der Satzwiederholungen auch ja korrekt auszuführen. Gespräche vermeidet er, da sie ihn von seiner gewissenhaften Fitnessarbeit ablenken und die genau festgelegte Pausendauer zwischen den Übungen aus dem Rhythmus bringen würde.

[Bearbeiten] Trainertypen

Ebenso wie es bestimmte Mitgliedertypen gibt, gibt es auch bei den Trainern gewisse, immer wiederkehrende Charaktere.

  • Der Sorgfältige - Hat sich jahrelang intensiv mit Trainigslehre und/oder Physiotherapie beschäftigt. Wenn er Trainingspläne erstellt, hat er stets mehrere Lehrbücher neben sich liegen, um auch ja für jeden seiner "Patienten" die geeignetsten Übungen zu finden. Neuen Mitgliedern "verschreibt" er in seinem Trainingsplan mindestens 20 Übungen, damit sie auch ja jeden Muskel trainieren. Dafür braucht er drei Stunden, weil er jede Übung peinlichst genau erklärt. Fortgeschrittenen Mitgliedern verschreibt er bis zu 30 Übungen pro Trainingsplan. Stellt ein Mitglied dem Sorgfältigen eine Frage, beantwortet er sie niemals sofort. Erst sichert er sich noch anhand zweier Lehrbücher ab, um auch ja keine falsche Antwort zu geben. Seine Lösung überprüft er noch einmal in einer Online-Datenbank, ob es nicht neuere Trainingserkenntnisse gibt. Nachts träumt der Sorgfältige immer denselben Alptraum: Er träumt davon, einem Mitglied etwas falsch erklärt zu haben.
  • Die Wichtige - Hat die Hauptschule ohne Abschluss verlassen. Dann hat sie angefangen, nebenberuflich als Trainerin zu arbeiten. Da der Studioinhaber sonst niemand gefunden hat, hat er sie als Koordinatorin eingestellt. Die Wichtige nimmt ihre Aufgabe sehr ernst. Vor allem bei der Personalauswahl und bei der Personalführung hält sie sich für unübertrefflich. Dabei geht es ihr weniger um die Interessen des Studios oder des Inhabers. Ihr geht es vielmehr darum, sich selbst als wichtig zu präsentieren. Personal, das sich bewirbt, läd sie zunächst einmal ein. Dann prüft sie es - wie sie meint - eindringlich. Anschließend gibt dem - meist viel höherqualifizierten - Bewerber Ratschläge und lehnt ihn mit abschätzigen Bemerkungen ab. Dabei geht es ihr vor allem darum, den Bewerber von Angesicht zu Angesicht zu erniedrigen. Der Inhaber bemerkt von alldem meist nichts. Er ist gedanklich permanent bei seinen Bilanzen. Bei den Kollegen ist die Wichtige oft wenig beliebt. Das merkt sie aber zumeist nicht. Sie ist zu sehr damit beschäftigt, Anweisungen zu geben. Auf Kritik reagiert sie stets damit, dass sie das ihr unliebsame Personal entlässt. Nachts träumt die Wichtige oft davon, dass sie eine Königin ist.
  • Der Motivator - Redet gerne und viel mit den Mitgliedern. Ist bei diesen oft sehr beliebt. Für den Inhaber ist er ein zweischneidiges Schwert. Einerseits motiviert er die Mitglieder, im Studio zu bleiben. Andererseits schwätzt er lieber, als Trainigspläne zu erstellen. Letzlich ist der Inhaber aber auf den Motivator angewiesen, weil er seinem Studio eine lebendige Atmosphäre verleiht. Nachts träumt der Motivator oft von Partys.
  • Der Harte - Ist meist tätowiert und arbeitet vor allem in Muckibuden. Da deren Inhaber ihn aber oft nicht bezahlen, sieht man ihn auch ab und zu in anderen Fitnessstudios. Er betreibt selbst seit Jahren Bodybuilding, hat sich aber nie mit dem komplizierten Theoriekram befasst. Wenn er Übungen erklärt, dann meist mit lauter, energischer Stimme. Das mag an seinem extremen Brustkorbumfang liegen. Er erklärt eine Übung einmal und kein zweites. Wenn dann ein Neuling noch einen Fehler macht, wird dieser aufs Übelste beschimpft. Angesichts der Differenzen zwischen dem Umfang seines Bizeps und dem des Bizeps des Trainers traut sich der Neuling aber nicht, sich zu beschweren. Vielmehr wird der Neuling immer leiser und wirkt eingeschüchtert. Nebenbei arbeitet dieser Trainertyp noch als Türsteher. Dafür trainiert er mit seinen Trainigspartnern im Nebenraum des Studios häufig boxen. Nachts träumt dieser Trainertyp vor allem davon, wie er ein Mitglied voll zusammenschlägt.
  • Der Schöne - Dieser Trainertyp will vor allem eins: angehimmelt werden. Ihm geht es weniger um die Mitglieder als um sich. Wenn er einem Mitglied eine Übung vormacht, dann nur, weil er vom Mitglied für seine hervorragende Übungsausführung und perfekt geformte Muskulatur bewundert werden will. Im Fitnessstudio arbeitet er nur, weil er dort seinen Körper am besten präsentieren kann. Außerdem kann er die freien Minuten nutzen, um selber zu trainieren. In seiner Freizeit bereitet er sich auf Bodybuildingwettkämpfe vor. Nachts im Schlaf träumt der Schöne vor allem von sich und seinem schönen Körper.
  • Der Profi - Wollte schon immer Fitnesstrainer werden. Beschäftigt sich nie mit etwas anderem. Alle seine Gedanken drehen sich nur um Fitness. Er besucht jedes Jahr mehrere Fitnesskongresse. Wenn er Urlaub im Ausland macht, dann nur, um dort die Fitnessstudios zu testen. Wenn der Profi träumt, dann vor allem von den neusten Fitnessgeräten.
  • Der Umschüler - Hat früher einen anderen Beruf ausgeübt. Irgendwann hat er sich mal im Fitnessstudio angemeldet. Nach zwei Monaten Training beschließt er, dass er Trainer werden möchte. Er meldet sich für einen Lehrgang als Fitnessfachwirt bei einer privaten Ausbildungsorganisation zu horrenden Preisen an. Nach Abschluss seiner Umschulung arbeitet er noch zwei Monate im Fitnessstudio. Dann macht er wieder etwas anderes, weil ihm der Job zu langweilig ist. Wenn der Profi träumt, dann vor allem von einem Job, in dem er möglichst wenig arbeiten muss.
  • Der Auszubildende - Wusste nicht recht, was er später beruflich machen will. Fitnesstraining hat er nie betrieben. Ein Fitnessstudio hat er bislang auch nur von außen gesehen. Allerdings klang "Fitness" für ihn cooler als "Einzelhandel". Deshalb hat er sich für eine Ausbildung als Sport- und Fitnesskaufmann entschieden. Was er damit später machen will, weiß er selbst noch nicht so recht. Im Traum hört der Auszubildende manchmal eine Stimme, die ihm sagt, was der richtige Beruf für ihn ist. Leider kann er sich, wenn er aufwacht, nie daran erinnern, zu welchem Beruf die Stimme ihm geraten hat.

[Bearbeiten] Zahlen und Fakten

  • Deutschlandweit gibt es 5.554 Fitnessstudios (Stand 2006), die um die Gunst von ca. 7 Millionen regelmäßig trainierenden Fitnessdeutschen buhlen.
  • Europaweit trainieren 39 Millionen Menschen regelmäßig und machen damit den Fitnesssport noch vor dem Fußball zur Volkssportart Nr.1.
  • Der Gesamtumsatz (nur Mitgliedsbeiträge, ohne Getränke, Anabolika und sonstige Aufbausubstanzen) der Fitnessstudios in ganz Europa betrug 2006 ca. 20 Milliarden Euro, davon entfielen 2,9 Milliarden auf die deutschen Studios.
Sport
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Sportarten: Aikido | Baseball | Biathlon | Bikesurfen | Bodybuilding | Boxen | Breitensport | Bungee-Jumping | Eisprung | Elfmeterschießen | Fischtennis | Formel 1 | Frauenfußball | Freestyle-Fishing | Fußball | Fußball Advance | Fussball | Fütbohl | Golf | Karnickelwerfen | Kendo | Ketzerei | Maulwurf | Nonnenhockey | Nordic Walking | Obedience | Panikmache | Rubbel die Katz' | Rugby | Salatschleudern | Schach | Schneeballschlacht | Tai Chi | Tennis | Tischcurling | Turmspringen | Uathlon | Urban Camping | Wrestling | Yoga

Sportler: Muhammad Ali | Dieter Baumann | Floyd Landis | Axel Schulz | Ebby Thust | Mike Tyson | Jan Ullrich | Nikolai Sergejewitsch Walujew | René Weller | Tiger Woods

Vereine und Organisationen: Nationale Fahrrad Organisation | Welt-Antidoping-Agentur

Sportveranstaltungen: Berlin-Marathon | Bewerbungen für die Olympischen Sommerspiele 2020 | Olympische Spiele | Paralympische Spiele | Offizieller Informationsführer zu den Olympischen Spielen 2008 | Tour de France

Sonstiges: Doping | Fitnessstudio | Kosmischer Quarterback | Mountainbike | Sporting | War on Doping

Dieser Artikel ist Artikel der Woche 4/2007
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