Bürgerpflicht

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„Erste Bürgerpflicht ist: Maul halten!“

~ Hermann Röchling über Bürgerpflicht


Die Bürgerpflicht bezeichnet die Verpflichtung eines Staatsbürgers, seine Mitmenschen ständig zu ermahnen, zu denunzieren und zu einem staatskonformen Verhalten zu animieren.

[Bearbeiten] Entstehungsgeschichte

Je komplexer das Zusammenleben in Gesellschaften wurde und je mehr Gesetze und Verordnungen von der Obrigkeit erlassen wurden, desto mehr Menschen gab es, die sich nicht an diese eigentlich allgemeingültigen Regeln hielten. Da die Obrigkeit nicht in der Lage war, alle Gesetzesüberschreitungen und Regelverstöße zu ahnden und aufzudecken, mussten die Mitglieder einer Gesellschaft selbst dafür sorgen, dass gewisse moralische und gesetzliche Grundregeln eingehalten wurden und so begann man, aufeinander aufzupassen und einander zu kontrollieren. Die Bürgerpflicht ward geboren und führte in Deutschland z.B. dazu, dass während des Dritten Reichs Millionen von Kleinbürgern zu Blockwarten mutierten, die ihre Mitbürger überwachten und gegebenenfalls bei der Gestapo denunzierten, was meistens mit deren Abtransport in ein KZ endete. Auch in der DDR beteiligten sich Millionen von Kleinbürgern an der Überwachung ihrer Landsleute; in Gestalt „informeller Mitarbeiter“ schwärzten sie staatsfeindliche und unpatriotische Personen bei der Staatssicherheit an und trugen dazu bei, dass sich das menschenfeindliche Regime der DDR über 40 Jahre lang an der Macht halten konnte.

[Bearbeiten] Die Bürgerpflicht im Alltag

Die Ausübung der Bürgerpflicht im Alltag ist eine sehr wichtige Verpflichtung jedes Staatsbürgers und gewährleistet einen reibungslosen Ablauf des gesellschaftlichen Zusammenlebens:

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Ein Bürger, der sich seiner Bürgerpflicht bewusst ist, wird in diesem Falle rigoros eingreifen, um die öffentliche Moral aufrechtzuerhalten.

[Bearbeiten] Die Bürgerpflicht im Verkehr

  • Sollte ein Radfahrer dabei erwischt werden, wie er illegalerweise einen Bürgersteig als Rennstrecke benutzt, ist dieser strengstens zu ermahnen und gegebenenfalls eine Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle zu erstatten.
  • Erwachsene Radfahrer, die ohne Helm fahren, sollten umgehend zum Anhalten gezwungen, und auf ihr potenziell selbstschädigendes Verhalten hingewiesen werden. Mangels formal-juritischer Grundlage sollte dabei an ihr fortgeschrittenes Lebensalter und ihre Scham appelliert werden. Flüchtige Radfahrer, die nicht zum Anhalten gebracht werden können, werden durch ein hinterhergerufenes "Na Na Na..." oder "Ts Ts...", gegebenenfalls auch mittels entrüstetem Kopfschütteln zur Raison gebracht.
  • Wird ein Erwachsener dabei beobachtet, wie er unsittsamerweise eine rote Fußgängerampel überquert, muss er sofort ermahnt und gründlich belehrt werden. Zeigt er sich uneinsichtig und renitent, sollte auch in diesem Fall sofort Anzeige gegen ihn erstattet werden. Sollte dieser Regelverstoß von einem Minderjährigen begangen werden, empfielt sich der sofortige pädagogisch adäquate Transfer soziologischer, charakterbildender Hilfe.
  • Autofahrer, die ihr Gefährt im Halteverbot parken, müssen umgehend zur Raison gebracht und noch vor Ort auf die schrecklichen Konsequenzen ihres Tuns hingewiesen werden. Sollte ein Mitarbeiter des Ordnungsamts in der Nähe sein, muss dieser sofort informiert werden, sodass er seines Amtes walten und den Abschleppdienst herbeirufen kann.
  • Bemerkt man auf der Autobahn einen die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h überschreitenden LKW, so ist dieser unverzüglich auszubremsen und bei Bedarf unter Einsatz von Leib und Leben dazu zu bringen, seine Geschwindigkeit unverzüglich zu verringern. Ähnliches gilt für allgemeingültige Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnabschnitten, die nur durch konsequentes Fahren pflichtbewusster Bürger auf der Überholspur in der korrekten Gesschwindigkeit durchgesetzt werden können.
  • Beobachtet man ein jung verliebtes, heterosexuelles Paar beim Austauch von Körperflüssigkeiten in der Öffentlichkeit, ist sofort ein Eimer kalten Wassers auf die schamlosen Personen zu gießen. Nur so können die öffentliche Moral aufrechterhalten und Kinder vor unerwünschter Aufklärung bewahrt werden. Sollten sich gar zwei Homosexuelle in aller Öffentlichkeit der körperlichen Liebe hingeben, ist umgehend die Feuerwehr und/oder der Katastrophenschutz zu benachrichtigen. Beschränken sich die jugendgefährdenden Handlungen hingegen auf den Austausch von Speichelflüssigkeit in Form von Zungenküssen, genügt ein lautes Räuspern im Vorbeigehen. Zeigt diese Missfallensbekundung nicht die gewünschte Wirkung sollte eine strenge Ermahnung folgen, die an das moralische Bewusstsein der Küssenden appelliert. Sollten gar zwei Minderjährige bei sexuellen Handlungen in der Öffentlichkeit erwischt werden, ist sofort das Jugendamt und/oder die Polizei einzuschalten.

[Bearbeiten] Die ökologische Bürgerpflicht

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In so einem Fall muss der verantwortungsbewusste Bürger sofort eingreifen und den Hundehalter an seine Pflichten erinnern.

  • Benutzt ein Mitbürger die gelbe Tonne für wiederverwertbare Verbundstoffe regelwidrig für die Entsorgung seines Sperrmülls, muss an dessen ökologisches Bewusstsein appelliert werden. Zeigt er sich uneinsichtig, sollte der Sperrmüll aus der missbrauchten Tonne enfernt und dem Missetäter vor seine Haustür gelegt werden. Nur so kann dem uneinsichtigen Mitmenschen eingetrichtert werden, dass er sich - wie jeder andere auch - an die Regeln zur Abfalltrennung halten muss.
  • Beobachtet man einen Raucher dabei, wie er seine Kippe auf den Bürgersteig flitscht, sollte diese Schweinerei sofort fotografiert werden, die Kippe eingesammelt und dem Verursacher hinterhergetragen werden. Ermahnende Sätze wie: „Wo kämen wir denn hin, wenn das jeder täte, sie Schwein“ sind durchaus angebracht und erzeugen beim asozialen Raucher meistens Schuldgefühle und Scham.
  • Ertappt man einen Hundehalter dabei, wie er die Umweltverschmutzung durch den Hundekot seines Vierbeiners geflissentlich ignoriert und den Tatort illegalerweise verlässt, ohne die stinkenden Fäkalien einzusammeln und fachgerecht zu entsorgen, muss der Bürger zur Tat schreiten und den Kriminellen im Kasernenton dazu auffordern, sofort seinen Auflagen als Hundehalter nachzukommen. Eine umgehende fotografische Dokumentation der Beweismittel verleiht der anschließenden Anzeige beim Ordnungsamt Nachdruck und wird den gewünschten Ermahnungseffekt herbeiführen.

[Bearbeiten] Die moralische Bürgerpflicht

  • Wird man Zeuge eines gewaltsamen, von Rassismus motivierten Übergriffs auf einen Mitbürger mit Integrationspotential, sollte erst abgewogen werden, wie sehr eine Einmischung die eigene körperliche Unversehrtheit in Gefahr bringen würde. In diesem Fall ist es eher ratsam, sich beobachtend zurückzuhalten und gegebenenfalls die Polizei zu alarmieren. Sollte der verprügelte Migrant selbst schuld an seiner Misshandlung sein, ist von einer Einmischung in das Geschehen gänzlich abzusehen.
  • Sieht man auf der Straße einen fanatischen Islamisten, dessen in eine Burka gehüllte Frau drei Schritte hinter ihm hergeht, muss man sich in gewissenhafter Ausübung seiner Bürgerpflicht vor diesem aufbauen und zur Rede stellen. Vorhaltungen bzgl. der Terroranschläge vom 11. September 2001 in Kombination mit herabwürdigenden Aussagen wie „Du Scheiß Mullah, wir gewinnen den Kampf der Kulturen sowieso!“ sind äußerst angebracht und zeigen dem verblendeten Migranten, wer das Heft in seinem Gastland in der Hand hat.


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09.2007
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