Alfons Schuhbeck

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Der Name Schuhbeck steht für Geschmacklosigkeit. Natürlich nur im übertragenen Sinne. Oder jedenfalls vorwiegend.

„Der Schrippe isset völlich wurscht ob nu de olle Schuhbeck für se Reklame macht oder nich, nur kosten tut se jetz uff eenmal dat doppelte.“

~ Kurt Tucholsky über Schuhbecks Verdienste


Alfons Schuhbeck (* 2. Mai 1949 in Traunstein) ist ein Drei-Sterne-Dosenöffner, Fastfoodveredler und kulinarischer Esoterikfuzzi, der seine pathologische Kamerageilheit durch ausgeprägten Geschäftssinn in positive Energie umzusetzen weiß.

[Bearbeiten] Leben und Karriere

Nach seiner Geburt wurde Schuhbeck zunächst längs halbiert, das Fruchtfleisch über Kreuz eingeschnitten, mit der Schnittstelle nach oben auf ein Backblech gelegt, gesalzen und mit 3 EL Olivenöl beträufelt, sodann bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen etwa 20 bis 30 Minuten gebacken. Dieses Trauma sollte ihn ein Leben lang begleiten. Er beschloss, Prominentenkoch zu werden und die deutsche Prominenz nach Strich und Faden abzukochen. Nachdem er dieses Ziel erreicht hatte, ging er dazu über, auch den deutschen Normalverbraucher auszunehmen.

In den 80er Jahren bekochte Schuhbeck zahlreiche Münchener Lokalgrößen, etwa Uschi Glas, Derrick oder Monaco Franze. Von Edmund Stoiber wurde berichtet, dass er eines Abends in Schuhbecks Edelschuppen eine Edelfisch-Edelsuppe verzehrte und dabei auf einen versehentlich mitgekochten Dosenöffner biss, wobei er seinen lebenslangen Sprachfehler davontrug. Diese Geschichte kann jedoch nicht zutreffen, denn die Garpunkte von Edelfisch und Dosenblech sind völlig unterschiedlich.

In den 90er Jahren baute Schuhbeck ein regelrechtes Prominentenabfütterungsimperium auf. Unter dem Motto Schlecht muss nicht auch billig sein garantierte er den bayerischen Schickimickis überhöhte Preise bei durch verschwurbelte Speisekartensprache verbrämtem reduziertem Qualitätsanspruch. Zusätzlich begann er, Kochbücher auf den Markt zu werfen. Mit Hilfe großformatiger Farbbilder und kleingedruckter Rezepte machte er jedem ehrgeizigen Hobbykoch klar, dass es in der modernen Küche auf Optik, teure Zutaten und Klugscheißerei ankommt. Die teuren Zutaten waren bei ihm erhältlich, alles andere kann man lernen.

Danach war es nur konsequent, auch zum Fernsehen zu gehen. Für die Nachmittagszeit benötigt das deutsche Fernsehen zahlreiche billig produzierte Quasselformate, und nachdem die Talkshows und Gerichtsshows schon patentiert waren, erfand man die Kochsendung. Wer wie Schuhbeck simultan Gurken schneiden und schlau daherreden konnte, war für dieses Sendeformat bestens qualifiziert. Die fertigen Gerichte wurden nach der Aufzeichnung natürlich durch Fertiggerichte oder appetitliche Plastikattrappen ersetzt, die in die Sendung hineingeschnitten wurden. Dieselben Statisten, die bei Barbara Salesch asoziale Schlampen darstellen, konnten ebensogut vor laufender Kamera Schuhbecks Zubereitungen (oder die Plastikattrappen) verzehren und dabei Ausrufe des Entzückens ausstoßen.

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Diese gequälte Kreatur hat gerade erfahren, dass sie für den Profit des Meisters in einer neuen Dosensuppenkreation enden soll.

Mit all diesen Aktivitäten war und ist Schuhbeck natürlich bei weitem unterbeschäftigt und vor allem nicht reich genug. Aus diesem Grund stellt er seinen strapazierten Namen auch noch der Werbung zur Verfügung. Gegen einen entsprechenden Obolus kann jeder Hersteller von Dosenfutter, biologischen Kampfstoffen oder fettigen Buletten seine Erzeugnisse mit dem Konterfei des Meisters adeln.

Inzwischen gehört Schuhbeck in der Münchener Altstadt der halbe Platzl, an dem er 2 Restaurants und einen Gewürzladen betreibt. Was im einen Restaurant (Südtiroler Stuben) von den Gästen übriggelassen wird, wird im anderen (Orlando) als Tagesgericht serviert, noch versalzener als im Orginalzustand. Doch die Kunden glauben ihrem Gaumen nicht und heucheln ehrfürchtige Begeisterung für die Rezepte des Kardamom-Junkies. So zahlt man im Orlando ohne Bedenken für ein mickriges Fleischpflanzerl an Mangoldgeranze mit einer Farce aus Kardamomingwerzitronenhimbeervanillewasauchimmer mal eben 20 Euro, in den Stuben gegenüber kostete das Ganze noch 40 Euro und hieß Alfons' Fischsuppe. Im neben dem Orlando gelegenen Gewürzladen kann man handsignierte Kochbücher des Meisters erwerben und aus einer Unzahl selbst raffinierter Waschmaschinensalze auswählen. Auch das Sortiment an immer gleich schmeckenden und total überteuerten Currymischungen ist immens, ob Colombo-Pulver oder Schuhbecks Currysalz, der fade Eindruck überwiegt.

[Bearbeiten] Der Gewürz-Guru

Um sich von der inflationär angewachsenen Masse der Fernsehkochdarsteller abzuheben, verfiel Schuhbeck auf den Gedanken, Spezialwissen im Bereich Gewürzkunde vorzutäuschen. In der modernen, öffentlich-rechtlichen Küche ist es wie in der Politik: man kann dreiste Behauptungen aufstellen, ohne den Nachweis dafür antreten zu müssen. Zum Beispiel kann man behaupten, ein wertloses Unkraut wie Schwarzkümmel sei ein Heilmittel gegen Allergien und Bluthochdruck. Das hat schon Mohammed gewusst, und der war ja bekanntlich Allahs Untermieter, so dass eine wissenschaftliche Begründung für solches wie selbstverständlich vorgetragenes Geheimwissen nicht benötigt wird. (Tatsächlich existiert inzwischen eine empirische Studie, die durch Auswertung zahlreicher Kochsendungen einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen den Schallfrequenzen der Flatulenz nach dem Verzehr einer Schuhbeck-Kreation und deren Schwarzkümmelgehalt aufzeigt.)
Desweiteren beeindruckt es das hochverehrte Publikum, wenn man einfach so daherbehauptet, Kardamom würde Alkoholikern gegen Mundgeruch helfen und Ingwer dem impotenten Hobbykoch seinen Spitzwegerich wieder aufrichten. Dass Fenchelsamen einen hohen Gehalt an rechtsdrehenden Lymphotaminen aufweist, die gut für die mentale Ausgeglichenheit sind, versteht sich von selbst, muss aber mindestens drei mal pro Kochsendung verkündet werden, damit das Mantra auch seine Wirkung tut.

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Die moderne Küche verkommt zur Farce.

Weitere geniale Zusammenhänge aus Schuhbecks Gewürz-Geheimwissen:

  • Knoblauch hilft gegen aufdringliche Jünger (eine Weisheit indischer Ayurveda-Gurus)
  • Ketchup sollte immer in kleinen, aufreißbaren Plastiktütchen aufbewahrt werden (das hat schon Hildegard von Bingen so gemacht)
  • Pfeffer und Salz, Gott erhalt's
  • Liebstöckel schmeckt genau wie Maggi

[Bearbeiten] Bewertungen / Auszeichnungen

  • 1 Reifen im Guide Michelin (seit 1983)
  • AAA der deutschen Buchstabensuppenhersteller
  • 5 Dosen des Fertigfeinkostfachverbands
  • Stechuhr in Gold des deutschen Fastfoodverbands

[Bearbeiten] Literatur

  • Die Küchenschlacht, Leipzig 1813, ISBN 1-3219-5190-5
  • Warum wir heute nicht mehr so viel fressen, wie wir kotzen könnten, Essen 2010, ISBN 1-3219-5190-5

[Bearbeiten] Siehe auch

Dieser Artikel ist Artikel der Woche 48/2011
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