Ü

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Ü ist ein Buchstabe des erweiterten deutschen Alphabets und steht, vor ß, an dessen vorletzter Stelle, weswegen er als besonders unterprivilegierter Buchstabe gilt. Wie seine Geschwister Ä und Ö zählt er nicht als vollwertiger Buchstabe, sondern lediglich als Umlaut des Buchstabens U. Daher ist ihm kein eigenes Kapitel im Duden gewidmet, auch in Telefonbüchern wird er lediglich eingeordnet. Auf der deutschen Tastaturbelegung gilt Ü neben ß als der am schwersten zu tippende Buchstabe.

[Bearbeiten] Geschichte

Entgegen landläufigen Vorurteilen ist das Ü kein Buchstabe mit Migrationshintergrund. Es wurde vom schweizer Militärarzt Erwin Toblerone während der Schlacht von Solferino entworfen, als es mit seinem französischsprachigen Kollegen Henri Dunant zu Verständigungsschwierigkeiten kam. Als Dunant angesichts der Verwundeten immer wieder ausrief: „Verehrtör Kollege, isch brauche mehr Müll!“, wurde Toblerone zu spät klar, dass Dunant damit Mull gemeint hatte. Dieses Missverständnis ließ einige arme Teufel an Wundbrand sterben. Daraufhin setzte Toblerone im Jahr 1880 den zwingenden Gebrauch des Ü auch im Schriftverkehr auf einer gesamtdeutschen Sprachkonferenz durch.

Von Anfang an war dem Ü kein besonderer Erfolg beschieden. Er galt im ersten Weltkrieg als „welscher Import“, später als „ungarischer Bastard“ und geriet ab den sechziger Jahren ins Visier von Neonazis, weil es für einen türkischen Buchstaben gehalten wurde. Alte deutsche Vornamen wie Günter oder Jürgen konnten an dieser kruden Vorstellung nichts ändern, insbesondere seit die Beschimpfung Kümmeltürke (das deutsche Wort mit der höchsten ü-Dichte, nur übertroffen von Ülüsü, einem Lied von den Toten Hosen) in Mode kam. Buchstaben mit echtem Migrationshintergrund wie Y oder X blieben dagegen relativ unbehelligt. Erst seit die europäische Gesetzgebung das Diskriminierungsverbot exotischer Buchstaben in allen EU-Ländern verbindlich gemacht hat, wird der Status des Ü versucht zu rehabilitieren. Eine Mindestquote von Ü im täglichen Sprachgebrauch scheint sich aber gleichwohl nicht abzüzeichnen.

Islamische Theologen, Linguisten und Reiseführer haben mittlerweile allerdings eine weitere Theorie ins Feld geführt: ihren Forschungen zufolge wurden in Istanbul beim massiven Einsatz von Wasserwerfern antike Ü-Fragmente in der Innenstadt Istanbuls entdeckt bzw. freigespült. Womöglich muss die Geschichte des Ü neu geschrieben werden!

[Bearbeiten] Stellung als Umlaut

Ü gilt als der überflüssigste Umlaut im Alphabet, da er vollständig durch den Vokal Y ersetzt werden könnte. Angesichts leerer öffentlicher Kassen ist wiederholt darüber beraten worden, das Ü mitsamt anderer Buchstaben wie Q, X und V zu streichen und ein schlankes Alphabet mit 25 Lettern verbindlich zu machen. Nur der Minderheitenschutz, der unter anderem die Umlaute und das ß in einer roten Liste erfasst hat, konnte dies bisher verhindern. Gleichwohl steht das Ü immmer unter latentem Rechtfertigungsdruck. Selbst als Heavy-Metal-Umlaut rangiert es deutlich hinter seinen Kollegen Ö (Motörhead!) und Ä. Die einzige Metalband, die sich des Ü erbarmt hat (ohne ihn allerdings exklusiv zu benutzen), ist die amerikanische Formation Mötley Crüe.

[Bearbeiten] Wert des Ü

Im Scrabble erreicht das Ü einen Punktwert von 5. Im Vergleich zu Ä (6), Ö (8) oder gar Y (10) ist dies ein sehr niedriger Wert für einen seltenen Buchstaben. Zudem ist auffällig, das überdurchschnittlich viele Wörter mit negativer Konnotation mit einem Ü ausgestattet werden. Beispiele sind Müllkippe, Fleischmütze oder Dümpfbacke. Die Position an 29. Stelle des Alphabets macht das Ü in weiten Teilen Asiens zu einem Unglücksbuchstaben, da dort die 29 als Zahl des Teufels gilt. Auch auf deutschen Autokennzeichen taucht das Ü nur ein Mal auf, nämlich im WÜ für Würzburg. Den Einzelbuchstaben Ü für Nummernschilder zu vergeben, scheiterte allerdings hauptsächlich daran, dass einfach keine deutsche Stadt von Bedeutung existiert, die mit Ü beginnen würde. Die süddeutschen Gemeinden Überlingen und Übersee sowie der Bonner Stadtteil Ückesdorf sind mit diesbezüglichen Bewerbungen grandios gescheitert.

[Bearbeiten] Internationale Karriere

Das Ü hat sich international nur wenig verbreitet. Vollwertiger Buchstabe ist es lediglich in Ungarn und der Türkei. Es hat sich allerdings fast unbemerkt in Sprachen eingeschlichen, die eigentlich nicht ü-affin sind: So kommt es gelegentlich im Spanischen vor, wo es als Hinweis dient, ein u auszusprechen, statt zu verschlucken. Diese Stellung verhilft dem ü in Spanien zum Ehrentitel Hilfsvokal (bzw. auf spanisch hijo de püta). ZZ Top verewigte das spanische ü auf dem Album Degüello und Ekhymosis auf dem Album Amor Bilingüe. Auch im Französischen geistert es trotz ausdrücklichen Verbots der Académie Française immer wieder in Wörtern wie aigüille oder ambigüité umher. Diese virale Verbreitung macht das Ü in Augen von Experten auch für das internationale Marketing interessant, da es Guerilla-Methoden verwendet, sexy wirkt und das Budget schont.

[Bearbeiten] Trivia

  • Hans-Jürg Ferrero, Gründer des gleichnamigen Kariesimperiums Ferrero, gilt als der größte Förderer des Buchstabens Ü. Als Ausdruck seiner Obsession ließ er auf dem deutschen Süßwarenmarkt das so genannte Ü-Ei einführen.
  • Weniger Glück hatte Alois Glück, bayerischer Minister, ebenfalls ein Verehrer dieses Buchstabens. Die geplante Einführung der Ü-Haft scheiterte am Widerstand des eigentlich dem Status des Ü gegenüber aufgeschlossenen Innenministers Günter Beckstein, der keinesfalls riskieren wollte, dass der Terminus als "Überraschungshaft" aufgefasst werden könnte.
  • Das ursprünglich „Ürmel aus dem Eis“ betitelte Kinderbuch des Autors Max Kruse wurde Ende der 1960er Jahre auf Druck der Kultusministerkonferenz in „Urmel auf dem Eis“ umbenannt, nachdem sich viele Eltern in Briefen an die Kultusminister der Länder über den „ausländisch klingenden“ Titel echauffiert hatten.


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